Archiv für den Monat: August 2012



Hot Stone Massage – ein Erfahrungsbericht

Im letzten Urlaub hatte ich leider etwas Rückenschmerzen und habe mir daher eine Hot Stone Massage gegönnt. Mein Fazit lautet: absolut empfehlenswert!

Doch der Reihe nach. Die Hot-Stone-Massage kommt ursprünglich aus dem asiatisch, pazifischen Raum und/oder aus der indianischen Heilkunst – hier sind sich die Quellen nicht ganz einig und ich möchte das nicht entscheiden. In Deutschland wird sie auch als Warmsteinmassage oder La-Stone-Massage bezeichnet. Zur Behandlung werden normalerweise glattgeschliffene, ovale, zuvor auf 50 bis 60 Grad erhitzte Basaltsteine in verschiedensten Größen verwendet, da das vulkanische Gestein die Wärme besonders gut speichert.

Meine Hot Stone Massage begann damit, dass ich zuerst am ganzen Körper langsam mit duftendem Öl eingerieben wurde. Danach wurden die Steine auf meinem Körper verteilt: jeweils eine Reihe auf beiden Seiten der Wirbelsäule, auf den Beinen, jeweils ein angenehm schwerer Stein in meine halbgeöffneten Hände und sogar kleine Steine zwischen den Zehen. Auch unter meinen Bauch wurden ein paar Steine geschoben. Dann wurde ich zugedeckt und man ließ mich ein paar Minuten ruhen. Die warmen, öligen Steine fühlten sich wirklich sehr angenehm an. Ich habe sofort gemerkt, wie meine verspannte Muskulatur lockerer wurde und durch die Wärme nochmal zusätzlich entspannte. Vor meiner ersten Hot Stone Massage dachte ich immer, dass die Behandlung damit im Wesentlichen vorbei sei und sich auf das Auflegen der Steine beschränke. Doch nun begann die Therapeutin mich mit den Steinen sanft und langsam zu massieren. Mal verwendete sie dafür den kompletten Stein, indem sie damit über meinen Körper strich, mal klopfte sie vorsichtig auf besonders verhärtete Stellen oder nutze nur die Kante um z.B. besser an mein Schulterblatt zu kommen. Anschließend drehte ich mich auf den Rücken und die ganze Prozedur wurde mit der Körpervorderseite durchgeführt. Zum Schluss hatte ich dann noch genügend Zeit um nachzuruhen.

Zum Ergebnis kann ich nur sagen, dass ich sehr zufrieden mit meiner ersten Hot-Stone-Massage bin. Zum einen wirken die warmen Steine wirklich sehr entspannend und regen den Blutkreislauf an, zum anderen ist so eine Massage mit Steinen wirklich besonders und noch mal ein anderes Erlebnis als eine klassische Massage. Und vor allem waren meine Rückenschmerzen danach weg! Dennoch ist sie natürlich keine Wunderwaffe gegen Rückenschmerzen. Das Beste ist und bleibt nachwievor eine ausreichende Bewegung und kräftige Muskulatur. Daher betrachte ich die Hot Stone Massage bei Rückenschmerzen zwar nicht als Alternative zu Bewegung, aber als angenehme Ergänzung. Leider ist das Vergnügen nicht ganz günstig, sondern noch teurer als normale Massagen. Aber es ist halt was Besonderes und daher vielleicht auch eine Geschenkidee für einen lieben Menschen, dem man etwas Gutes tun möchte.

Da es sich bei einer Hot-Stone-Massage um keine medizinische Massage, sondern um eine Wellnessmassage handelt, darf sie nicht nur von ausgebildeten Physiotherapeuten/innen oder Masseuren/innen durchgeführt werden, sondern nach Besuch einer entsprechenden Fortbildung auch von Kosmetikern/innen, Friseuren/innen etc. Ich persönlich bevorzuge einen Therapeuten/innen, der bestens mit der menschlichen Anatomie und den Funktionssystemen des Körpers vertraut ist. Aber das sei natürlich jedem selbst überlassen.

Quelle: BollAnt's im Park

Was ist eine Felke-Kur?

Ein wichtiger Bestandteil von klassischen Kur- und Gesundheitsurlauben sind ganzheitliche Naturheilverfahren, die Beschwerden mit der Kraft der Natur heilen oder lindern. Auch die Felke-Kur bzw. Felke-Therapie zählt zu den Naturheilverfahren. Im Interview mit Gesundheitsreise.de erklärt Dr. Axel Bolland die Abläufe und Besonderheiten einer Felke-Kur.

Gesundheitsreise.de: Was versteht man unter einer Felke-Therapie?

Dr. Bolland: Der Namensgeber ist Pastor Felke gewesen, der von 1856 – 1926 lebte und von 1915 – 1926 seine Therapien im heutigen „Bollants im Park“ anleitete.

Sein Konzept umfasste Augendiagnostik, Homöopathie, Pflanzenheilkunde und die Felke-Kur. Eine Kur hatte damals das gleiche Ziel wie Wellness in der heutigen Zeit, nur unter Anleitung.

Die Felke-Kur stützt sich auf 7 Elemente:

  • Licht, Luft, Wasser und Erde (Naturelemente)
  • Bewegung
  • Ruhe (Rhythmustherapie)
  • Ernährung (Heilfasten, vegetarische sowie gluten- und milchfreie Ernährung)

Soweit gewünscht wird dieses Grundkonzept Felkes heute ärztlich unterstützt, u.a. durch Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Colon-Hydro-Therapie sowie durch psychologische Begleitung speziell mit der Transformationstherapie nach Robert Betz (geführte Meditationen) oder einer Stimmfrequenzanalyse.

Wie läuft eine Felke-Therapie ab? Wie viel Zeit sollte man dafür einplanen?

Der Tagesrhythmus beginnt mit dem morgendlichen Sitzreibebad, das soweit möglich im Freien unter Anleitung durchgeführt wird. Danach folgt direkt die Wassergymnastik unter Anleitung. Zwischen dem Bad und der Frühgymnastik auf der Wiese wird traditionell ein heißer Kräutertee gereicht.

Nach dem Frühstück ist Zeit für ein Lehmbad, das im Sommer im Freien gerichtet wird. In der Übergangszeit steht eine beheizte Halle zur Verfügung. Das erdkühle Lehmbad kann täglich sogar zweimal genutzt werden.  Im Winter und von kälteempfindlichen Personen, wird die Heilschlammganzkörpertherapie im Dampfbad (Rasulbad) bevorzugt, die als Anwendung natürlich zu jeder Jahreszeit alternativ zum Lehmbad gewählt werden kann. Heilerde-packungen werden kalt bis heiß für einzelne Gelenke und als Rückenpackung (heiß) vor Massagen angeboten.

Nach dem Mittagessen sollte dem natürlichen Rhythmus folgend eine Mittagsruhe eingehalten werden, zu der eine Heublumenpackung als Leberpackung zur Stoffwechselanregung empfohlen wird.

Seit Pastor Felkes Zeit wird unverändert neben vegetarischer Ernährung Heilfasten angeboten, das inhaltlich dem heutigen Wissen und den neuen therapeutischen Möglichkeiten angeglichen wurde. So wird heute obligatorisch zum Heilfasten eine Colon-Hydro-Therapie (Spülung des Darms mit warmem Wasser) angeboten. Das Fasten ist in der Grundlage dem von Buchinger beschriebenen Fasten sehr ähnlich. Zu den Säften werden immer Mineralien in Form von Getränken gereicht und wahlweise Vitamine und spezielle Spurenelemente aus mindestens 100 jährigem Holz angeboten.

Die Felke-Therapie ist überaus flexibel und individuell einsetzbar, so kann der eine nachmittags ruhen, andere können an Pilates, Yoga u. a. teilnehmen und wieder andere nehmen in den Nachmittagsstunden ihr Lehmbad. Nach dem Abendessen gibt es jahreszeitlich unterschiedliche Angebote, doch es ist ratsam frühe Nachtruhe einzuhalten. Die alten Rhythmen „früh zu Bett und früh aufstehen“ sind für den Menschen der heutigen Zeit immer noch richtig.

Für welche Indikationen eignet sich eine Felke-Kur?

Besonders häufig werden durch die Felke-Kur folgende Erkrankungen behandelt:

  • Allgemeine Erschöpfung
  • Burn Out-Syndrom
  • Erkrankungen der Gelenke (Arthrose und Arthritis)
  • Wirbelsäulenprobleme und muskuläre Verspannungen, Kopfschmerzen/Migräne
  • hohe Infektanfälligkeit
  • Allergien, Hauterkrankungen und Lebensmittelintoleranz (speziell Glutenintoleranz)
  • Stoffwechselerkrankungen der Leber sowie der Bauchspeicheldrüse
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Krebsnachsorge
  • Erkrankungen des lymphatischen Systems und der Venen

Bei welchen Erkrankungen ist sie nicht empfehlenswert?

Grundsätzlich sind nur schwere depressive Erkrankungen sowie Krankheiten, die operativer Behandlung bedürfen nicht durch die Felke-Therapie behandelbar. Für akute Erkrankungen wie Infarkte oder Schlaganfälle ist eine Felke-Kur ebenfalls nicht geeignet.

Welche Tipps haben Sie für unsere Kunden, um auch im Alltag gesund zu leben?

Rhythmisch leben, Pausen machen und möglichst viel Bewegung in den Tag integrieren. Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger und Abendessen wie ein Bettelmann.

Hippokrates sagte schon: „Das Heilmittel Nr. 1 ist die tägliche Nahrung“. Daran hat sich noch nichts geändert. Nehmen Sie sich Zeit für das Essen, besonders für das Frühstück.


Dr. med. Axel Bolland
ist Arzt für Naturheilverfahren und Allgemeinmedizin. Er leitet die medizinische Abteilung des BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa in Bad Sobernheim, dem einzigen Felke-Kurort Deutschlands.

 

 

 

 

Neben dem Wohlgefühl, das durch die Felke-Kur erreicht wird, kann der Kur eine besondere Wirkung zugeordnet werden. Mithilfe des Heilbades werden Mineralien vom Körper aufgenommen, was zur inneren Balance führt. Außerdem werden Giftstoffe im Körper gebündelt ausgeschieden, die im Befinden eines Ungleichgewichtes entsäuernd wirken. Folglich wird das Immunsystem gestärkt, der Blutdruck beruhigt sowie die Anfälligkeit nach Infekten und Allergien gesunken.
Mittels der wissenschaftlich nachgewiesenen, positiven Effekte der Therapie wird auch nach hundert Jahren erfolgreicher Anwendungen, die Entgiftungs- und Entsäuerungskur auch in Zukunft Menschen helfen, sich rundum wohler zu fühlen.

Wenn Sie die wohltuende Therapie erleben wollen, empfehlen wir zwei wunderschöne Hotelanlagen im Herzen von Rheinland-Pfalz, wo der dafür benötigte Lehm aus der Natur verwendet werden kann.
Das BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa ★★★★S verspricht nicht nur ein Naturheilkunde Resort für jedes Alter, sondern auch „ein Eldorado für Gesundheit und Genuss“. Nicht weit davon entfernt – in Meddersheim – befindet sich das Menschels Vitalresort ★★★★, ein Paradies für Entspannung, gesunder Ernährung und Naturmedizin, die Sie mit allen Sinnen erleben. Gesundheitsreise.de

Bildnachweis: BollAnt’s im Park

 



Reizklima erleben – die Nordsee

Spanien, Italien und die Türkei sind die Länder vieler Deutschen, wenn es um tolle Sandstrände und Erholung geht. Dagegen ist natürlich auch nichts einzuwenden, denn Angebote gibt es dort für jeden Erholungsanspruch. Aber eine Sache haben sie nicht: ein echtes Reizklima und damit eine natürliche gesundheitsförderliche Wirkung.

Atemwege und Immunsystem

Diesen Effekt durfte ich selbst schon öfter am eigenen Leib oder besser an den eigenen Atemwegen erfahren.Schnell geht es meist nicht, zehn Tage sind das Minimum, bevor sich ein positiver Effekt einstellt. Dann aber lösen sich nach und nach auch hartnäckige Verschleimungen. Vor allem die Stirn- und Nebenhöhlen profitieren von der salzhaltigen Luft. Genauer gesagt handelt es sich um das so genannte Brandungsaerosol (auch maritimes Aerosol), das aus sehr kleinen Meerwassertröpfchen besteht. Durch den hohen Gehalt an Salz, Magnesium und Jod wird das Immunsystem angeregt. Dementsprechend ist es natürlich notwendig, nicht nur im Hotel oder Café zu sitzen, sondern jeden Tag einen längeren Strandspaziergang einzulegen.

Wo nützt Reizklima, wo schadet es?

Die Immunreaktionen an der Nordsee wirken sich vor allem auf Atmung und Haut positiv aus. Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte sind hier speziell zu nennen. Aus eigener Erfahrung habe ich das bei meinem Sohn erlebt, der an der Nordsee regelmäßig seine kleineren Neurodermitis-Probleme los wird. Damit allerdings das Brandungsaerosol hier einwirken kann, ist die Bedingung, dass die entsprechenden Hautpartien auch vom Aerosol benetzt werden. Dies hängt natürlich auch an den Temparaturen. Kinder können natürlich auch mal ganz nackt über den Strand wetzen, wenn es denn warm genug ist.

Auch in der allergiereichen Frühjahrszeit ist die Nordsee eine Wohltat – wenn denn der Wind vom Meer kommt. Hier ist nur das Hochgebirge über 1500 Meter noch besser geeignet.

Allerdings ist die Nordsee auch ein sehr starkes Reizklima. Dazu tragen der starke Wind und die UV-Strahlung bei. Nicht optimal geeignet ist die Nordsee dementsprechend bei Bluthochdruck. Die kreislaufanregende Umgebung ist eher bei Kreislaufschwäche sinnvoll. Bei Bluthochdruck ist das schwächere Reizklima der Ostsee laut Meinung der meisten Experten besser geeignet. Auch nach schweren Krankheiten kann die Nordsee zu heftige Reaktionen erzeugen.

Reizklima hoch 2 – der Winter an der Nordsee

Für den ersten Norseeurlaub ist ein Besuch im Winter nicht unbedingt zu empfehlen, denn in dieser Jahreszeit wird das normale Reizklima noch einmal deutlich verstärkt. Und auch bei Hauterkrankungen ist es natürlich nicht möglich, sich entsprechend zu entblösen. Dazu kommt, dass in dieser Jahreszeit die touristische Aktivität deutlich nachlässt und gerade die Inseln sehr einsam werden. Für Asthmatiker ist die Wirkung allerdings in dieser Jahreszeit am Stärksten. Zwar ist vor allem bei Spaziergängen auf das Kälteasthma zu achten, diesem kann allerdings unter Umständen durch Kälteeinwirkung begegnet werden. Interessant ist hierzu der Artikel von Prof. Menger zur Klimatherapie an Nord- und Ostsee.

Dieser Artikel ist Auftakt einer kleinen Serie zur deutschen Nordsee, einer faszinierenden Urlaubsregion mit gesundheitsförderlicher Wirkung.

Tipps zur Urlaubsplanung für Asthmatiker und Allergiker finden Sie hier:
Gesundheitsreise.de



Ayurveda in Europa

Die traditionelle Heilkunst aus Indien erfreut sich auch in westlichen Ländern immer größerer Beliebtheit. Grund genug für Gesundheitsreise.de ein paar Fragen an Ayurveda-Experten zu stellen. Gesprächspartner waren der Ayurveda-Arzt E.P. Jeevan (B.A.M.S.) vom Hotel SCHICK in Tirol sowie das Ärzteteam des Hotels Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach.

Gesundheitsreise.de: Ayurveda ist eine aus Indien stammende Heilkunst und gilt als ältestes Gesundheitssystem der Welt. Was bedeutet Ayurveda und was beinhaltet diese Heilkunst?

Jeevan: Ayurveda ist nicht nur ein in Indien anerkanntes Medizinsystem, sondern auch Philosophie und spirituelle Wissenschaft. Sie integriert alle Aspekte des Lebens, wird sowohl als Präventivmedizin wie auch zur Heilung von Krankheiten eingesetzt.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Ayurveda bedeutet wörtlich übersetzt das „Wissen vom Leben“. Es ist die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen. Diese traditionelle Heilkunst beruht auf genauester Naturbeobachtung, Intuition, logischer Einordnung der Erfahrungen und systematischer Erweiterung des Wissens über viele Generationen. Der Ayurveda benutzt dieses Wissen, um die Harmonie von Körper, Geist und Seele aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen – die Grundvoraussetzung für ein langes und gesundes Leben.

Ayurveda ist tief in der indischen Kultur verwurzelt. Ist dieses jahrtausendealte Gesundheitssystem auch ohne weiteres in Europa anwendbar, da das Verständnis von Krankheit und Gesundheit häufig nicht deckungsgleich ist? Was unterscheidet Ayurveda von der klassischen Schulmedizin? Was sind die Gemeinsamkeiten?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Da der Ayurveda auf allgemeingültigen Gesetzen beruht, ist er wie die Physik oder Mathematik überall auf der Welt gültig. Die konkreten Maßnahmen und Empfehlungen müssen aber immer den regionalen Bedingungen angepasst werden. Das bezieht sich beispielsweise auf die aktuelle Jahreszeit, Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten oder das regionale Klima.
Mit der Schulmedizin gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Diese bekämpft die Störungen wie Schmerz, Hustenreiz, Bluthochdruck oder Schlaflosigkeit direkt als vermeintliche Ursache. Der Ayurveda sieht die Ursache für diese Störungen jedoch in falscher Lebens- und Ernährungsweise sowie in daraus folgenden Blockaden der Selbstheilungskräfte. Der Schwerpunkt des Ayurveda liegt deshalb auf präventiven Maßnahmen. Er erteilt Empfehlungen, die dabei helfen sollen, im Einklang mit seinem inneren Selbst und entsprechend der eigenen Veranlagung, der sozialen Gegebenheiten und Umweltbedingungen zu leben, um so Krankheiten aktiv vorzubeugen. Klassische Schulmedizin und Ayurveda können jedoch immer auch parallel angewandt werden und sich positiv ergänzen.

Jeevan: Ayurveda wurzelt in den vedischen Wissenschaften. Diese beschäftigen sich unter anderem mit Naturphänomenen, dem Einfluss der Planeten und der Theorie der fünf Elemente. Sie sind universell. Auch die westliche Medizin hat ihre Wurzeln in der Beobachtung der Natur; basiert auf der Theorie der 4 Elemente und der Theorie der 4 Bioenergien. Die Basis ist also bei beiden Medizinsystemen die gleiche. Durch die Entwicklung der Mikrobiologie und deren Integration in die moderne westliche Medizin hat sich diese jedoch von der Natur weit entfernt.
Im Ayurveda hingegen basiert die Betrachtung von Krankheit und Gesundheit allein auf den Gesetzen der Natur. Ein weiterer groβer Unterschied besteht darin, dass Ayurveda jede Krankheit immer in Verbindung mit dem Patienten betrachtet, also dessen individuellen physischen und mentalen Eigenschaften, die moderne westliche Medizin hingegen sieht nur die Krankheit, die individuelle Konstitution des Patienten ist hier völlig unwichtig. Die westliche Medizin geht auch vom Groβen zum Kleinen und Ayurveda vom Kleinen zum Groβen. Gemeinsam ist ihnen, dass beide Systeme zuerst eine Diagnose und dann einen Behandlungsplan mit der passenden Medizin aufstellen.

In welchen Bereichen der Medizin werden die Lehren des Ayurveda besonders erfolgreich angewendet?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Ayurveda umfasst alle Lebensbereiche und –ebenen und ist daher für alle Menschen geeignet, für Gesunde vorbeugend, für Kranke lindernd oder heilend. Der Ayurveda hat sich als besonders erfolgreich in der Behandlung vieler chronischer und psychosomatischer Krankheiten erwiesen, wie zum Beispiel bei Magen-Darm-Problemen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Jeevan: Darüber hinaus können mit Ayurveda besonders gut Krankheiten wie Lähmung, Polyarthritis, Hautkrankheiten, Gelenkerkrankungen, Burnout-Syndrom sowie Depression geheilt werden.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Aber auch einfache Infekte, von der Schulmedizin vernachlässigte Befindlichkeitsstörungen und die meisten akuten Erkrankungen der Atemwege, der Muskeln, Gelenke und Nerven, der Blase oder der Haut können zunächst naturheilkundlich oder eben ayurvedisch angegangen werden. Der Ayurveda-Arzt weiß allerdings auch, in welchen Fällen die schulmedizinischen Diagnose- und Therapie-möglichkeiten hinzugezogen werden sollten. Häufig ist die Kombination das Beste: Integrative Medizin.

Erhöhter Erfolgsdruck und die fehlende Balance zwischen Stress und Entspannung sind zwei Gründe für die rapide ansteigenden Erschöpfungskrankheiten wie Burn Out. Wie kann Ayurveda den Betroffenen helfen?

Jeevan: Zuerst einmal ist es wichtig herauszufinden, wo der Grund für den Stress liegt. Dieser muss beseitigt werden. Man sollte dann genügend Zeit für die Erholung des Körpers und die Entspannung des Geistes finden. Hierfür bietet sich die Panchakarma-Kur, die ayurvedische Reinigungsbehandlung, an. Darauf folgt die aufbauende Therapie mit Pflanzenpräparaten. Der Patient sollte auβerdem einen zu seinem Konstitutionstyp passenden Lebensstil einhalten, Yoga praktizieren, meditieren, Zeit mit der Familie und Freunden verbringen und seine Probleme mit anderen teilen. Wichtig ist, dass er seine eigenen Grenzen kennen lernt und auch hier bietet ihm Ayurveda das notwendige Verständnis. Stress ist immer ein Alarmsignal dafür, dass man Veränderung braucht.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Gerade Burn-Out, sowohl die Vorstufe als auch der tatsächliche Zusammenbruch der Energiereserven und der Selbstheilungskräfte, sind eine Indikation für Ayurveda. Als holistisches Heilsystem setzt der Ayurveda bei der Behandlung solcher Störungen auf allen Ebenen (Körper, Geist und Seele) an. Ziel ist es, unsere Körperintelligenz – den Arzt in uns – wieder zu aktivieren, sodass der Organismus zurück in sein natürliches Gleichgewicht gleiten kann. Ganz konkret geschieht dies z.B. durch eine systematische sanfte Entgiftung (beispielsweise durch die traditionelle Panchakarma-Kur), durch Harmonisierung mit Öl-Synchronmassagen, durch die Gabe natürlicher Arznei aus Pflanzen und Mineralien, durch individuell abgestimmte, ausgleichende Ernährung, durch Yogaübungen, Meditation und Atemtechniken und vor allem durch einen Ausgleich des Biorhythmus und Empfehlungen zum Mindmanagement. Diese Maßnahmen ermöglichen eine tiefgreifende Regeneration, verhelfen zu neuer Kraft und führen zu nachhaltiger Entspannung und Wohlbefinden.

In Europa ist Ayurveda bisher v.a. als Wellness-Behandlung bekannt. Doch Ayurveda ist mehr als eine Wellness-Anwendung, es ist eine ganzheitliche Therapieform. Wie lange dauert eine traditionelle Ayurveda-Therapie und wie läuft diese ab?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Es gibt unterschiedliche Therapieformen, die an Hand einer speziellen ayurvedischen Diagnostik (einschließlich Pulsdiagnose) individuell festgelegt und durchgeführt werden. Original Panchakarma-Kuren (traditionelle Entgiftungskur zur Reinigung des Körpers und Wiederherstellung der Harmonie von Körper, Geist und Seele) können bis zu 4-6 Wochen dauern. In Westeuropa und in unserem Haus werden solche Kuren in der Regel über 10 Tage bis 3 Wochen an die individuellen Bedürfnisse des Gastes angepasst.
Im Wesentlichen besteht eine solche Kur aus:

  • Ernährungsumstellung und Beseitigung von Verdauungsstörungen
  • Mobilisierung von körpereigenen Giften (Endotoxinen) durch innere Ölbehandlungen (Snehakarma)
  • Reinigung des Magen-Darm-Traktes (Virecena und Basti)
  • Schweißtreibende Behandlungen (Swedakarma)
  • begleitend äußere Ölanwendungen, Einsalbungen und spezielle Massagen und Behandlungen (Purvakarma und Pradhanakarma)

Je nach Konstitution entscheidet der Ayurveda-Arzt über gewebeabbauende und entgiftende oder aufbauende Therapien.

Wie wird man Ayurveda-Arzt? Wie lange dauert die Ausbildung?

Jeevan: An indischen Universitäten und Ayurveda-Hochschulen studiert man fünf ½ Jahre bis zum Bachelor-Titel, weitere drei Jahre für den Doktortitel und noch einmal drei Jahre, um den Titel des Universitätsprofessors zu erhalten.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Nach wie vor gibt es in Indien auch die Ausbildung in der Familientradition, die schon im Kindesalter beginnt. Besonders glücklich ist die Kombination beider Wege. Für die Europäer kommt meist eine Zusatzausbildung zu einem medizinischen Beruf mit Praxiserfahrung in Frage. Dann dauert die Ausbildung berufsbegleitend ca. 3 Jahre, z.B. an der Europäischen Akademie für Ayurveda in Bierstein (Bachelor- und Masterabschluss), an der Ayurveda-Akademie der Deutschen Ayurveda-Gesellschaft oder bei SEVA Ayurveda in München. Ayurveda-Ärzte tragen den Titel B.A.M.S., welcher für „Bachelor in Ayurvedischer Medizin und Chirurgie“ steht. Für die in Familientradition ausgebildeten Ayurveda-Experten ist der Titel „Vaidya“ gebräuchlich.

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Was ist das Besondere an der ayurvedischen Küche? Was sind die Bestandteile?

Jeevan: Ayurvedisches Essen ist leicht verdaulich und wird sehr gut vom Körper assimiliert, da zur ayurvedischen Küche vor allem gekochte Lebensmittel gehören. Es ist aber auch wichtig zu verstehen, dass jede Küche ayurvedisch sein kann, wenn für jeden Konstitutionstyp die passenden Lebensmittel und Gewürze verwendet und passend zubereitet werden.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Eine falsche Ernährungsweise bildet nach den Lehren des Ayurveda die Hauptgrundlage für Krankheiten. Eine nach Maßstäben der traditionellen Heilkunst gesunde Ernährung berücksichtigt deshalb immer die individuelle Veranlagung des Menschen. Entscheidend sind die persönliche Konstitution und Verdauungskraft. Darauf aufbauend erteilt der Ayurveda seine Ernährungsempfehlungen mit dem Ziel, die innere Balance des Menschen und somit auch seine Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Praktisch geschieht dies vor allem über die 6 Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, zusammenziehend), die in der Nahrung enthalten sein sollten, aber auch durch die Zugabe bestimmter Kräuter und Gewürze. Dabei spielen die Qualität und die Art der Zubereitung der Nahrungsmittel eine ebenso wichtige Rolle, wie die Menge und in welcher Kombination und zu welcher Tageszeit die Nahrung aufgenommen wird. Ayurvedische Ernährung berücksichtig ein Höchstmaß an Individualität und ist bei richtiger Anwendung das wichtigste Werkzeug in der „Kunst zu leben“.

(c): Hotel Ayurveda Parkschlösschen

Das Hotel Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz) bietet seit 1993 medizinisch fundierten Ayurveda auf 5-Sterne-Niveau an. Betreut werden die Gäste durch ein professionell ausgebildetes Ärzteteam mit langjähriger Erfahrung sowie qualifizierte Ayurveda-Therapeuten.

(c): Hotel SCHICK

E. P.Jeevan (B.A.M.S.) studierte am Coimbatore Ayurveda College in Indien. Über verschiedene Stationen in Italien und Deutschland führte ihn sein Weg schließlich nach Tirol (Österreich), wo er seit 2011 für das Hotel SCHICK tätig ist, welches sich auf die ganzheitliche, indische Gesundheitslehre spezialisiert hat. Ein indisches Fachärzte- und Therapeutenteam aus Kerala kümmert sich um die Gäste.



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Laut Statistiken leidet jeder Dritte Deutsche an Rückenschmerzen. Grund genug bei einem Experten nachzufragen, wie man seinen Rücken im Alltag und auch im Urlaub gesund hält oder wieder gesund macht. Gesprächspartner war Dipl.-Sportwissenschaftler Sven Huckenbeck. Weiterlesen