Burn Out – Maßnahmen, Therapieverlauf, Prävention

Im Blogbeitrag „Burn Out – Ursachen, Symptome und Verlauf“ wurde bereits erläutert, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu hören, um bei den ersten Anzeichen eines Burn Out noch die „Reißleine“ ziehen zu können. Doch was tun, wenn man diesen Zeitpunkt verpasst hat?

Dr. Vinzenz Mansmann von der Kur- und Rehaklinik NaturaMed warnt davor sich zurückzuziehen und zu vereinsamen. „Dann gerät man in einen Zustand, wo man Hilfe nicht mehr annehmen kann und sich nur noch durchbeißt“, so der Experte. Und genau diese Hilfe ist bei einem Burn Out wichtig. Profis können einem helfen sich von krankmachenden Verhaltensmustern zu lösen und seine Einstellungen zu ändern. So lautet beispielsweise die Devise helfendes Mitgefühl zu empfinden aber nicht mit zu leiden. Um seinem Leben einen Sinn zu geben, der unabhängig vom Alltagserfolg ist, ist es ratsam seine eigene Spiritualität und Transzendenz zu entwickeln, sagt der Burn Out Experte. Dabei reicht ein normaler Urlaub meistens nicht mehr aus. Zwar ist der damit verbundene Ortswechsel eine gute Voraussetzung um Abstand zum Alltag zu gewinnen, um nachhaltig etwas zu verändern, ist jedoch professionelle Unterstützung nötig. Dr. Petra Wiechel, Burn Out Expertin der Paracelsus Clinica al Ronc meint dazu: „Gleichgewicht halten ist das Schlüsselwort. Der Mensch unterliegt einer inneren Ordnung, die es zu wahren gilt.“ Daher sollten wir auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung, Bewegung und Ruhe, eine gesunde Ernährung sowie einen bewussten und vorsichtigen Umgang mit Alkohol und Nikotin achten. Auch sind harmonische Beziehungen mit unseren Mitmenschen sehr wichtig für unsere innere Balance. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, Liebe, Gerechtigkeit und Achtung. Wir lassen uns ständig von unseren Gefühlen leiten und sie sind die Voraussetzung für körperliches Wohlbefinden.

Ausreichend Entspannungsmomente in den Alltag integrieren – das hilft zur Burn Out-Prävention

Sollten Sie bei einem anderen Menschen Anzeichen eines Burn Out erkennen, müssen Sie diese Signale ernstnehmen und am besten offen ansprechen, damit die betroffene Person sich Hilfe von einem Arzt oder Therapeuten suchen kann.

Ist dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten, hilft meist nur noch eine Therapie. Diese sollte unbedingt an den Ursachen ansetzen und nicht nur die Symptome bekämpfen. Denn daran lässt sich meist nur die Spitze des Eisbergs erkennen. Ganz nach dem Zitat von Hippokrates „Wenn du nicht bereit bist, dein Leben zu verändern, kann dir nicht geholfen werden.“ ist eine Analyse des eigenen Lebens und der Lebensumstände wichtig. Darauf aufbauend können Lösungswege erarbeitet werden, die helfen sich von krankmachenden Strukturen zu lösen. Weitere Bestandteile einer Burn Out Therapie können die Ausleitung toxischer Belastungen, die Anregung des mitochondrialen Stoffwechsels (Energiekraftwerke er Zellen) sowie die Behandlung der Nebennierenschwäche (Produktionsstätte der Stresshormone) sein, so Frau Dr. Wiechel.

Um jedoch von vornherein ein Burn Out zu verhindern, hat Dr. Mansmann zwölf Tipps zur Burn Out Prävention parat.

  • Vertrauen Sie Ihrem Körper und beachten Sie seine Signale. Erkennen Sie Stress und Zwänge und gestehen Sie sich diese ein.
  • Lösen Sie sich von Lebensumständen, die Sie krank und unglücklich machen. Diese können sowohl im beruflichen oder im privaten Umfeld liegen.
  • Überlegen Sie sich, was Ihnen wirklich wichtig ist und was unnötig viel Energie raubt. Konzentrieren Sie sich auf die für Sie wesentlichen Aspekte und fahren Sie Ihr Engagement in weniger wichtigen Dingen zurück.
  • Ziehen Sie sich nicht zurück. Pflegen Sie Freundschaften und den Kontakt zu bekannten und knüpfen Sie Kontakt zu Ihren Mitmenschen.
  • Hören Sie auf, sich um alles und jeden zu kümmern. Achten Sie auf sich und darauf, dass auch Sie genügend Fürsorge erfahren.
  • Geben Sie Verantwortung ab und entlasten sich dadurch. Sei es im Beruf, daheim oder im Freundeskreis.
  • Unterscheiden Sie zwischen wichtigen Werten und sich verändernden Werten. Trennen Sie wichtig und unwichtig.
  • Lernen Sie „Nein“ zu sagen. Das schützt Sie vor weiteren Anforderungen an Sie.
  • Finden Sie Ihren persönlichen Lebensrhythmus und teilen Sie sich Ihre Energie ein. Schaffen Sie ein Ausgeglichenheit  von Anspannung und Arbeit  auf der einen und Entspannung und Freizeit auf der anderen Seite.
  • Achten Sie auf Ihren Körper. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, eine gesunde sowie regelmäßige Ernährung und vernachlässigen Sie Besuche beim Arzt nicht.
  • Grübeln Sie nicht über alles nach. Konzentrieren Sie sich auf die wirklichen Probleme und verwenden Sie Ihre Energie darauf diese zu lösen und sich um Ihre Bedürfnisse zu kümmern.
  • Lachen ist und bleibt die beste Medizin! Auch bei Burn Out. Atmen Sie dreimal am Tag bewusst ein und aus. Lächeln Sie sich beim Ausatmen zu.

Die individuelle Burn Out Vorsorge ist das eine. Hier liegt es an jedem selbst, auf sich und seine Bedürfnisse zu achten. Aber auch Unternehmen sollten sich auf diese neue Volkskrankheit einstellen und Ihren Beitrag zur Prävention leisten. Schließlich ist auch für sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sehr wichtig. Der Burn Out Experte Dr. Mansmann betont, dass diese letztendlich nur davon profitieren: Zum einen wirken sich solche Maßnahmen positiv auf den Ruf des Unternehmens sowie die Arbeitsatmosphäre aus und binden Mitarbeiter, insbesondere bedeutende Leistungsträger. Zum anderen erhöhen sie die Leistung und verringern gleichzeitig die Krankheitstage. Dies führt langfristig zu mehr Gewinn und einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit.

Im Gesundheitsreise.de-Themenspecial „Burn Out“ präsentieren wir Ihnen passende Urlaubsangebote und Hotels. Ein Urlaub reicht bestimmt nicht aus, um Burn Out zu heilen, aber er eignet sich im Voraus hervorragend, die „Notbremse“ zu ziehen und sein Leben in gesündere Bahnen zu lenken. Nutzen Sie die freien Tage um Kraft zu tanken und zusammen mit Spezialisten Ihre bisherigen Verhaltensmuster umzukrempeln.

Zu den Experten:

Dr. med. Vinzenz Mansmann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Er ist außerdem Stress- und Burn Out-Experte und ist leitender Arzt der NaturaMed Rehaklinik in Bad Waldsee (Oberschwaben).

Dr. med. Petra Wiechel ist Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc (Schweiz). Zu ihren Schwerpunkten zählen u.a. Ernährungsmedizin, Biologische Krebstherapie sowie Säure-Basen-Diagnostik nach Jörgensen. Zusammen mit ihrem Klinikteam betreut sie auch Urlaubsangebote zur gezielten Burn Out-Prävention.

2 Gedanken zu „Burn Out – Maßnahmen, Therapieverlauf, Prävention

  1. Nico

    Um einen Burnout effektiv zu bekämpfen bzw. zu verhindern muss man erst einmal von der vielen Arbeit das Loslassen üben. Nur so kann man einen gesunden Ausgleich wiederherstellen.

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  2. Anna

    Um der Gefahr eines Burnouts zu entrinnen, sollte keinesfalls versucht werden immer 100 Prozent zu geben. Andernfalls erweckt man bei seinem Arbeitgeber und seinen Kollegen den Eindruck, wie eine Maschine zu funktionieren und deutlich belastbarer zu sein als andere. Ferner sollte man sich eingestehen, dass die ganze Arbeit allein nicht zu bewerkstelligen ist und Hilfe gebraucht wird. Daher ist es ratsam, Aufgaben abzugeben. Damit nicht immerzu an die Arbeit gedacht wird, sollte man eine gesunde Lebensweise mit viel Sport und einer ausgewogenen Ernährung entwickeln und auch der Freundeskreis durch regelmäßige Treffen aufrechterhalten.

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