Eine Therme auf Zeitreise

Lustwandeln unter den Arkaden klassizistischer Bäderarchitektur, flanieren im Kurpark, Kurkonzert unter freiem Himmel – in Bad Steben lässt es sich kuren wie anno dazumal. Einerseits. Andererseits laden die zahlreichen Erlebnisbecken der modernen Therme zu Wasserspaß im Hier und Heute.

Sorgfältig angelegte Blumenrabatten säumen die Kurparkanlagen und erfreuen das Auge. Das Plätschern der Springbrunnen beruhigt die Sinne, der kleine Gartenpavillon verbreitet meditative Stimmung. Gleich dahinter liegt das Brunnenhäuschen mit dem Wasser aus den Quellen, die Bad Steben seine Bedeutung verleihen – der Tempel- und der Wiesenquelle.

Prickelnden Badegenuss spendet das kohlensäurehaltige Wasser der Bad Stebener Wiesenquelle. Millionen kleiner Bläschen umsprudeln im Mineralbad den Körper. Die Haut nimmt die Kohlensäure auf, sie gelangt in den Blutkreislauf und erweitert die Gefäße. Der Blutdruck wird wirkungsvoll gesenkt. Bäder im radonhaltigen Wasser der Tempelquelle lindern Wirbelsäulen- und Gelenkschmerzen über Monate hinweg. Der milde Strahlungseffekt regt die Selbstheilungskräfte des Körpers und das Immunsystem an.

Erste Berichte über das Stebener Quellwasser stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Bamberger Erzbischöfe schätzten dieses Wasser später so sehr, dass sie es sich von reitenden Boten direkt in ihre Residenz nach Bamberg liefern ließen. 1832 schließlich wurde aus dem alten Bergbauort Steben mit seiner mehr als 1000-jährigen Bergbaugeschichte das vierte Staatsbad im Königreich Bayern.

Der Entwurf für die prachtvolle Bäderarchitektur stammt von Leo von Klenze, der als Hofbaumeister König Ludwig I. berühmt wurde. Die klassizistischen Gebäude erinnern an die Zeiten, als Kurgäste „langsamen Schrittes mit würd’gem Gebahren“, wie Bert Brecht beschreibt, in der Säulenwandelhalle promenierten und am Heilwasser nippten – ganz so wie es heute noch an manch Sonntagnachmittagen die Biedermeierfreunde in ihren historischen Gewändern tun.

Herzstück des Staatsbades ist die moderne Thermenanlage mit integriertem Gesundheitszentrum, in dem man bei Therapeuten, Krankengymnasten und Masseuren in den besten Händen ist. Im angrenzenden Wellness-Zentrum werden „Bad Stebener Spezialitäten“ angeboten, wie z. B. die Naturmoor-Wellness-Packung oder die Massage mit heißen Schiefersteinen.

Heimischer Schiefer findet sich auch immer wieder in der modernen Architektur des Erlebnisbades mit seinen zahlreichen Wasser- und Wellnessbecken. So gleicht die Dampfgrotte einer Schieferhöhle, tropische Wasserfälle rauschen über Schiefergestein und auf dem Barfußpfad massieren Schieferkiesel die Fußsohlen.

Gesunde Wohlfühlerlebnisse vor allem für die Atemwege verspricht der Wellness-Dome mit seiner salzgesättigten Luft in der Sole-Lagune und der Solegrotte. Eine Kneippanlage mit Armwechselbädern bringt den Kreislauf in Schwung. Und während man im warmen Sand liegt, verwöhnt die Sand-Licht-Loggia mit Wärme, Licht und visuellen Anreizen alle Sinne. Höhepunkt ist jedoch das Sole-Schwebebecken, wo man vollkommen schwerelos die Zeit vergisst.

Im Außenbereich erschaffen Champagnerliegen im Strömungskanal, ein großer Geysir im 36° warmen Sole-Außenbecken, Klangduschen und der Echoturm mit Lasershow eine im wahrsten Sinn des Wortes phantastische Atmosphäre – so utopisch wie die Zukunft.

Weitere Infos zur Therme Bad Steben: www.therme-bad-steben.de

Und zum Ort: www.bad-steben.de

Aktiv sein: Die hügelige Landschaft des Naturparks Frankenwald rund um Bad Steben lädt zu ausgedehnten Fahrradtouren ein. Mit dem E-Bike oder Pedelec lassen sich auch längere oder steilere Steigungen spielend bewältigen. In Kooperation mit der Firma movelo (www.movelo.com) gibt es im Frankenwald ein flächendeckendes Netz aus 29 Verleih-Stationen und Radwanderzielen mit Akkuwechselstationen. Siehe: http://www.bad-steben.de/natur-aktiv/verleih-von-e-bikes.html

Ausflugstipp: Lotharheil ist das einzige noch existierende Schieferbergwerk in ganz Bayern. 1857 erwarb Lothar Freiherr von Faber das Abbaurecht, um Material für die Herstellung von Schiefertafeln zu gewinnen. Heute führt die Bergmannsfamilie Teichmann das Handwerk in vierter Generation fort. Besucher sind herzlich eingeladen, den Schieferladen zu besuchen. www.schieferbergwerk.de

Kulturtipp: Klein aber fein und gut überlegt zusammengestellt: Künstler speziell aus Osteuropa und Ostdeutschland stellt das Grafik Museum Stiftung Schreiner im 1911 erbauten Staatlichen Kurhaus sowie im Foyer des Klenzebaus im Kurpark vor. www.grafik-museum.de

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Bildnachweis: Bad Steben / Bad Steben_Reinhard Feldrapp

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Über Gabriela Beck

Als Reisejournalistin mit Schwerpunkt Gesundheitstourismus interessiere ich mich für alles, was Körper, Geist und Seele guttut. Auf meinen Reisen probiere ich neue Treatments und Trendsportarten aus, entdecke die schönsten Medical-Wellness-Refugien, führe Interviews mit Fachleuten. In meinen Blog-Artikeln lasse ich Sie gerne an meinen Erfahrungen teilhaben, verrate Ihnen Tipps und Tricks der Experten und gebe Ihnen Anregungen für Ihren nächsten Gesundheitsurlaub.

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