Gesünder leben durch mehr Bewegung

„Gesünder leben durch mehr Bewegung“ – der Zusammenhang zwischen ausreichender Bewegung und Gesundheit ist jedem bekannt. Doch warum sind sportliche Menschen gesünder? Welche Sportarten eignen sich besonders für ältere Menschen? Gesundheitsreise.de im Gespräch mit Andrea Gross, einer erfahrenen Sportwissenschaftlerin.

Gesundheitsreise.de: Warum sind sportliche Menschen gesünder? Welche Krankheiten beeinflusst Bewegung positiv?

Gross: Regelmässige Bewegung und eine gute körperliche Fitness haben eine Vielzahl positiver Effekte auf unsere Gesundheit. Aktive Menschen tragen beispielsweise ein geringeres Risiko für Herzinfarkt, Bluthochdruck und sogar bestimmte Krebserkrankungen im Vergleich zu sog. „Coach Potatoes“. Die Effekte einer guten körperlichen Fitness sind zum Teil auch unabhängig vom Körpergewicht. Studien zeigen, dass Mensch mit höherem Körpergewicht, jedoch guter Fitness, ein geringeres gesundheitliches Risiko tragen im Vergleich zu schlanken unfitten.

Daneben bewirkt Bewegung auch bei Erkrankungen erstaunliche Effekte. Beispielsweise fördert Bewegung die Sensibilität der Zellen gegenüber dem Hormon Insulin, so dass Menschen mit einer Diabeteserkrankung vom Sport profitieren. Hier stehen momentan Trainingsformen wie beispielsweise das hoch intensive Intervalltraining (HIT) im Interesse der Forschung. Nach einem Herzinfarkt, bei koronarer Herzerkrankung oder bei Bluthochdruck ist Bewegung eine effektive Therapiemaßnahme. Auch kann Sport beispielsweise Migräne positiv beeinflussen, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die immense Bedeutung von Bewegung und Ernährung wurde schon in der Antike erkannt, wie ein Zitat von Plato beweist: „Der sicherste Weg zur Gesundheit ist es, jeden Menschen möglichst genau die erforderliche Dosis an Nahrung und Belastung zu verordnen, nicht zu viel und nicht zu wenig.“

Bewegung im Alter: worauf ist zu achten? Welche Sportarten eignen sich?
Hier sollten insbesondere Sportarten ausgewählt werden, die keine zu starken Belastungen für die Gelenke bewirken und bei denen die Belastung für das Herz-Kreislauf-System kontrolliert werden kann. Auch Bewegungen, die mit starken Tempo- oder auch Richtungswechseln einhergehen, wie beispielsweise Squash- oder Handballspielen, sind i.d.R. nicht günstig. Eine Kombination aus dosiertem Ausdauertraining, z.B. Nordic Walking, Ergometertraining, Schwimmen, und Krafttraining nach fachkompetenter Anleitung, ist ein guter Einstieg.

Insbesondere Krafttraining stellt im Alter eine wichtige Komponente dar, um dem „natürlichen“ Abbau von Muskelkraft und Funktionalität entgegenzuwirken. Im Alter spielt auch das Training des Gleichgewichts und der Koordination eine wichtige Rolle, um beispielsweise Stürzen, die mit schweren Verletzungen verbunden sein können, vorzubeugen. Jedoch muss letztendlich die Entscheidung für oder gegen eine Sportart individuell getroffen werden, teilweise unabhängig vom Alter. Einem 30jährigen, dem ein Knorpelschaden im Kniegelenk diagnostiziert wurde, sollte vom Squash spielen abgeraten werden, während ein 50jähriger, der immer aktiv war und bei dem keine Gelenkschäden oder andere Vorerkrankungen vorliegen, problemlos Tennis spielen kann. Hier spielt auch die sportliche Vorerfahrung eines jeden eine wesentliche Rolle.

Frau Andrea Gross ist die Leiterin Sport und Bewegung in der Oberwaid – Kurhaus & Medical Center in St. Gallen. Nach Ihrem Masterstudium in Bewegungswissenschaften und Sport mit dem Schwerpunkt Trainingslehre an der ETH Zürich hat Sie zusätzliche Weiterbildungen in den Bereichen der medizinischen und kardiologischen Trainingstherapie sowie eine Ausbildung zur Life Kinetik Trainerin durchgeführt.

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