Hydrotherapie für zu Hause

Die heilende Kraft des Wassers war bereits in der Antike bekannt.
Die Hydrotherapie ist eine Reiztherapie, bei der das Wasser nur äußerlich angewendet wird. Sie umfasst in etwa einhundert verschiedene Variationsmöglichkeiten für die Anwendung des Wassers.
Zur Hydrotherapie gehören Waschungen, Dampfanwendungen, Abreibungen, Sauna, Wickel, Auflagen sowie medizinische Bäder mit verschiedensten Zusätzen, Güsse, Trockenbürsten, Arm- und Fußbäder, Sitzbäder, Tau treten und Wassertreten.

 

Die Wirksamkeit von Wasser beruht vorwiegend auf der Regulierung der Körpertemperatur, die normalerweise immer bei 37° C liegt.
Unser Körper besitzt ein ausgeklügeltes thermostatisches System, welches die Körpertemperatur unter allen klimatischen Umständen konstant hält.

Um die gesundheitlichen Vorteile von Wasseranwendungen zu nutzen, muss man nicht unbedingt ins Kurbad fahren.
Wasseranwendungen können leicht im heimischen Bad durchgeführt werden.
Voraussetzung ist allerdings, dass man gesund ist und sich auch gesund fühlt!
Regelmäßig angewendet, stärkt eine Hydrotherapie mit Teil- und Ganzkörperwaschungen die Abwehrkräfte und auch einen schwachen Kreislauf.

Verbesserung der Durchblutung

Durch warme Reize wird dem Körper Wärme zugeführt. Dies trägt zur Beruhigung, Entkrampfung und Durchblutungsförderung bei. Kalte Reize tragen dazu bei, dass sich zuerst die Gefäße eng, danach aber weit stellen. Das Gewebe wird durchblutet.

Entgiftungsleistung des Körpers

Temperaturreize in der Hydrotherapie fördern die Durchblutung im Gewebe, wodurch auch die Abgabe der Gifte nach außen angeregt wird.

Wickel und Packungen

Dabei werden einzelne Körperpartien oder aber der ganze Körper mit einem feuchten Tuch bedeckt.
Ein Wickel, der mehr als zwei Drittel des Körpers bedeckt, wird als Packung bezeichnet.
Zum Einsatz kommen kalte, heiße oder lauwarme Wickel, je nach Indikation.
Kalte Wickel unterstützen die Durchblutung und regen etwas den Blutdruck an.
Heiße Wickel sind eher entspannend, beruhigend und senken den Blutdruck.
Um die Wirkung zu steigern werden den Wickeln und Packungen häufig Zusätze, wie zum Beispiel Kamille, Quark, Salz oder Zinnkraut beigegeben.

Waschungen

Auch hier gibt es Teil- oder Ganzkörperanwendungen. Bei Teilwaschungen werden die einzelnen Körperteile mit Hilfe eines Schwammes vom Herzen weg, in kreisenden Bewegungen, abgewaschen. Anschließend werden Körperteile oder der ganze Körper mit trockenen Tüchern bedeckt, jedoch nicht abgetrocknet.
Waschungen dienen der Durchblutung, kurbeln den Stoffwechsel an, haben eine entgiftende Wirkung und sind fiebersenkend.
Wendet man Waschungen morgens an, wirken sie anregend für den Körper; abends beruhigen und entspannen sie eher und können so auch bei Schlafstörungen helfen.
Das Bad sollte vorher gut geheizt werden, damit es angenehm warm ist.

Bäder

Bäder dienen vor allem der Entspannung und Entkrampfung.
Gymnastische Übungen im Wasser werden bei Gelenkerkrankungen, Frakturen oder Wirbelsäulenbeschwerden durchgeführt. Teilanwendungen in Form von Teilbädern mit warmem oder kaltem Wasser dienen der Schmerzlinderung und stabilisieren den Kreislauf. Auch bei Gliederschmerzen werden Bäder zur Linderung der Symptome eingesetzt.

Oberkörperwaschung

Empfohlen wird die Oberkörperwaschung bei Erschöpfung und Müdigkeit, funktionellen (nicht organisch bedingten) Organstörungen wie Magenschmerzen, Reizdarm, Anfälligkeit für Erkältungen, bei Kreislaufstörungen.
Beginnen Sie die Waschung mit temperiertem (19 – 21° C) Wasser, nehmen Sie dann schrittweise immer kühleres bis hin zu kalt (wie es aus der Leitung kommt).
Erst den rechten, dann den linken Arm zunächst außen, dann innen abreiben.
Danach Brust, Bauch und Rücken abwaschen.

Unterkörperwaschung

Diese Anwendung wirkt vor allem bei Schlafstörungen, Krampfadern, Verstopfung und Blähungen lindernd.
Wie bei der Oberkörperwaschung nimmt man erst temperiertes, dann kühles bis kaltes Wasser. Nach dem gleichen Muster verfährt man auch mit der Unterkörperwaschung: Nacheinander das rechte Bein und das linke Bein erst außen, dann innen und zum Schluss einschließlich des Gesäßes abreiben.

Ganzkörperwaschung

Eine Ganzkörperwaschung kann bei Abwehrschwäche, Kreislaufstörungen, Blutdruckschwankungen, nervösen Störungen, Schlafstörungen, Durchblutungsstörungen (kalte Händen und Füße) helfen.

Der kalte Gesichtsguss

Dieser Guss wirkt erfrischend, kann Kopf- und Zahnschmerzen, Migräne und Müdigkeit und Schlappheit lindern. Weil die Haut besser durchblutet wird, wirkt sie nach Gesichtsgüssen rosiger und frischer. Es gibt auch noch wechselwarme Gesichtsgüsse (diese helfen bei Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung)

Der kalte Armguss

Dieser Guss lindert Durchblutungsstörungen, kann aber auch Hals- und Kopfschmerzen, Schwindelgefühl sowie Nervosität reduzieren.

Der kalte Brustguss

Ein Brustguss ist günstig bei Bronchitis, Asthma, außerdem zur Stärkung und Abhärtung, zur Anregung des Kreislaufs und gegen Übermüdung.

Der kalte Knieguss

Der kalte Knieguss hilft  bei Fußbeschwerden, müden Beinen, Krampfadern und Venenleiden allgemein, aber auch bei niedrigem Blutdruck und Migräne soll der kalte Knieguss Linderung bringen.

Die wohl einfachste und gleichzeitig bekannteste Wasseranwendung für Zuhause ist das klassische Fußbad.
Über die Füße können wir unserem Körper sehr viel Gutes tun.
Ein Fußbad ist nicht nur zur Reinigung der Füße da, sondern unterstützt den Organismus bei Erkrankungen oder dient einfach zur Entspannung.
Es gibt neben dem klassischen warmen Fußwannenbad noch einige Variationen.

Warmes Fußbad

Das warme Fußbad ist ideal zur Entspannung, nicht nur in den kalten Tagen, auch im Sommer kann es sehr angenehm sein. Zum Beispiel nach einem langen Ausflug, wenn die Fußsohlen brennen und der ganze Fuß schmerzt. Hier bewirken warme Bäder mit Zusätzen wie Rosmarin (belebend) oder Lavendel (entspannend) wahre Wunder. Die Wassertemperatur sollte 38C° nicht überschreiten und die Badedauer sollte maximal 20 Minuten betragen. An Krampfadern oder hohem Blutdruckleidende Personen sollten auf ein warmes Fußbad eher verzichten.

Kaltes Fußbad

Bei einem kalten Fußbad ziehen sich plötzlich die kleinsten Blutgefäße zusammen, um sich danach stark zu erweitern, was zu einer gesteigerten Durchblutung und somit zu einer Erwärmung führt.
Ein kaltes Fußbad wirkt nur im ersten Augenblick erfrischend, dann erst zeigt es seine Schlaf fördernde Wirkung. Ein kaltes Fußbad sollte also nur abends angewendet werden.
Die maximale Badedauer darf drei Minuten nicht überschreiten, da Blasen- oder Nierenentzündungen drohen.

Wechselfußbad

Eine effektive Kombination aus warmen und kalten Fußbädern ist das Wechselfußbad. Es unterstützt den gesamten Körperkreislauf und stabilisiert die Gefäße, wodurch eine Vorbeugung vor Gefäßerkrankungen stattfindet.
In einer Wanne ist warmes (38C°- 40C°) Wasser in der anderen Kaltes.
Begonnen wird immer mit dem warmen Wasser. Die Füße werden ca. 5 Minuten darin gebadet und kommen anschließend in das kalte Wasser für ca. 15 Sekunden. Danach wieder in das warme Wasser. Der Wechsel sollte nur zweimal erfolgen, da es sonst für den Herzkreislauf zu anstrengend wird.
Geendet wird mit dem kalten Wasser, sodass der Körper die Wärme speichert. Nach dem Wechselfußbad ist ähnlich wie nach einem Saunagang eine Ruhezeit einzuplanen.

Hotels mit Hydrotherapien

Vorausgesetzt Sie bevorzugen professionelle Hydrotherapien, sind hier einige Tipps für Sie, bei denen Sie sich voll auf Ihre Entspannung konzentrieren können:

Im Hotel Danubius Health Spa Resort Sárvár ★★★★ genießen Sie die Wirkungen des ungarischen Thermalwassers mit Mineralstoffanteil und die professionelle Behandlungen. Ebenso hochwertige Therapien mit Hydrokulturen gibt es im Allgäu: Das Hotel Kneippianium ★★★★ spezialisiert sich auf Kneipp Anwendungen und stellt abwechslungsreiche Naturheilbäder und Sauna-Bereiche für seine Gäste bereit. Das Kneippzentrum in Bad Wörishofen stellt eines der renommiertesten Hotels für Hydrotherapien dar.

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