Impfschutz gegen Zecken

Dieses Jahr hatten wir zwar einen unglaublich milden Winter, was aber nicht heißt, dass es zu mehr oder bissigeren Zecken führt. Allerdings werden sie viel früher als üblich aktiv, daher könnte es in einigen Risikogebieten zu einer Zeckeninvasion kommen.
Doch den unangenehmen Folgen kann man wirksam mit einer Schutzimpfung entgegenwirken.

Impfschutz
Gegen Frühsommer-Meningoencephalitis gibt es gut verträgliche und hoch wirksame Impfstoffe. Bei der FSME-Impfung werden abgetötete Erreger gespritzt, die keine Krankheit mehr auslösen können, den Körper jedoch zur Bildung von Abwehrstoffen antreiben.
Wie bei einer natürlichen Erkrankung bildet der Organismus die sogenannten Antikörper, die ihn auch bei einer späteren Ansteckung mit dem Krankheitserreger schützen können.
Man spricht von einer aktiven Immunisierung, weil der Körper selbst aktiv werden muss, bedeutet sein eigenes Abwehrsystem in Kraft setzt. Leider hält dieser Schutz meist nur einige Jahre an, und die Impfung muss deshalb regelmäßig aufgefrischt werden.
Drei Impfungen in einem Jahr sind notwendig für vollständige Immunisierung.
Nicht alle Krankenkassen zahlen in jedem Fall für die Zecken-Impfung.

Durch eine Zecken-Impfung sollten sich alle gegen den FSME-Virus schützen, die sich dauerhaft oder zeitweise in Risikogebieten aufhalten. Alle gesetzlichen Krankenkassen tragen die Kosten der Zecken-Impfung für Versicherte, die in Risikogebieten wohnen. Dagegen zahlen nicht alle Krankenkassen für eine Zecken-Impfung, wenn Versicherte lediglich in betroffene Gebiete reisen.
Für die viel öfter auftauchende Borreliose gibt es noch keine Impfung.

 

Welche Krankheiten kann ein Zeckenbiss auslösen?

Borreliose
Bei der Borreliose handelt es sich um eine infektiöse Krankheit, die fast immer durch einen Zeckenstich übertragen wird.
Allein in Deutschland erkranken jährlich rund 60.000 Menschen daran.
Borreliose wird auch als Multisystemerkrankung bezeichnet, da sie mehrere Organe gleichzeitig befallen kann. Am häufigsten davon betroffen sind die Haut, Gelenke, das Nervensystem, Augen und Herz.
Etwa jede fünfte Zecke trägt die Borreliose-Erreger in sich. Die Erreger werden allerdings erst übertragen, wenn die Zecke bereits einige Stunden Blut gesaugt hat.
Die Folgen der Borreliose sind weitläufig und betreffen mehrere Organe.
Meist verläuft die Krankheit in drei verschiedenen Phasen.
Allerdings werden nicht immer alle Stadien durchlaufen. Außerdem können diese individuell unterschiedlich in deren Intensität sein und in einer anderen Reihenfolge auftreten.

Stadium 1 – Lokalinfektion.
An der Stelle des Zeckenstichs bildet sich nach ein paar Tagen ein roter, auffälliger Fleck, der langsam immer größer wird und in der Mitte heller gefärbt ist.
Dieser schmerzlose Fleck wird als „Wanderröte“ bezeichnet, da es sich charakteristisch von innen nach außen immer weiter ausbreitet.
Erschreckend ist, dass die Größe der kreisförmigen Hautrötung einen Durchmesser von bis zu 65 cm erreichen kann.
Weitere Symptome in diesem Stadium können Fieber, Bindehautentzündung, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen sein.

Stadium 2 – Ausbreitung im Organismus
Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss kommt es zu brennenden Nervenschmerzen. Die Bakterien haben sich im Organismus verteilt.
Da nun das Nervensystem befallen ist, können schlaffe Lähmungen oder Gefühlsstörungen auftreten. Sogar das Herz kann in Form von Herzrhythmusstörungen oder einer Herzmuskel- bzw. Herzbeutelentzündung betroffen sein. In sehr seltenen Fällen kommt es sogar zu Hauttumoren oder schwerwiegenden Gehirnentzündungen.

Stadium 3 – chronische Infektion
Was nur wenige wissen, dieses Stadium tritt erst einige Monate bis zu Jahren nach der Infektion auf.
Gelenkentzündungen vor allem an den Kniegelenken Finger-, Zehen-, Handwurzel- und Kiefergelenken sind Symptome dieser Phase von Borreliose.
Auch Änderungen der Haut an Armen und Beinen sind auffällige Kennzeichen, die sich einer Infektion mit Borrelien zuordnen lassen.
Die Haut wird an den betroffenen  Stellen sehr dünn und verfärbt sich bläulich.
Die Entzündungen klingen nach einer Weile wieder ab, können jedoch nach einiger Zeit schubweise wiederkommen.

 

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns bzw. der Hirnhäute, die durch das FSME-Virus ausgelöst wird. Dieser Erreger wird durch Zecken übertragen.
In manchen Regionen kommt das FSME-Virus endemisch vor, das heißt andauernd gehäuft. Diese Gebiete finden sich beispielsweise in Österreich, Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Polen, Russland oder im Baltikum.
Die Inkubationszeit (die Zeit zwischen Zeckenstich und Ausbruch der Krankheit) beträgt circa eine Woche bis etwa drei Wochen. Danach kommt es in Phase 1 zu Fieber mit grippeartigen Beschwerden wie Kopf- und Muskelschmerzen, allgemeiner Schlappheit, Atemwegsbeschwerden, Schmerzen im Bauchbereich oder Durchfall.
Die restlichen Patienten entwickeln jedoch – meist nach einer fieberfreien Periode von sechs bis zehn Tagen – neurologische Symptome

In Phase 2 kommt es zur Hirnhautentzündung, Hirnentzündung oder zur Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes.
Diese Erkrankung kann sich in starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit und Bewusstseinsstörungen äußern.
Zudem könnte es möglicherweise zu Gangstörungen, Krampfanfällen, Lähmungen und Atmungsstörungen kommen.
Die Mehrheit der Betroffenen erholt sich wieder vollständig, ein Drittel leidet hingegen über lange Zeiträume oder sogar dauerhaft unter Lähmungserscheinungen, Schwerhörigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, Depressionen oder anderen Beeinträchtigungen.

Fazit
Fakt ist, diese kleinen Biester sind nicht zu unterschätzen. Und man sollte sich zum Beispiel bewusst auf einen Waldspaziergang oder Ähnliches vorbereiten. Lange Kleidung und Zeckenspray sind äußerst empfehlenswert, ebenso wie das genaue Absuchen nach Zecken nach einem Aufenthalt auf Wiesen, im hohen Gras oder in Wäldern. Bewohner der Risikogebiete sollten sich zudem gründlich überlegen, ob es nicht besser wäre sich impfen zu lassen.
Besondere Beachtung sei den Kindern gegeben, da gerade sie gern in Büschen, Gestrüpp oder Wäldern herumtollen.

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