Lieferengpässe bei Impfstoffen immer häufiger

Wer eine Fernreise bucht und sich beim Reisemediziner beraten lässt, erlebt mitunter eine böse Überraschung: Die für die Reise notwendigen Impfungen können nicht verabreicht werden, weil Impfstoffe, vor allem gegen Tollwut oder Gelbfieber nur eingeschränkt oder gar nicht verfügbar sind. Was tun?

„In der Vergangenheit gab es immer wieder Engpässe bei reisemedizinisch relevanten Impfstoffe“, sagt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „In den letzten zwei Jahren registrieren wir eine deutliche Zunahme dieses Problems.“

Die Gründe sind vielfältig: Die Herstellung von Impfstoffen ist anfälliger für Fehlproduktionen als die vieler anderer pharmazeutischer Produkte, was die Herstellung für die Pharmakonzerne nicht gerade attraktiv macht. Außerdem ist die Gewinnspanne begrenzt. Hinzu kommt, dass die Nachfrage nach Reiseimpfungen durch die zunehmende Reiseaktivität in den letzten Jahren gestiegen ist. Die Hersteller haben ihre Produktionsmengen bislang aus den oben genannten Gründen jedoch kaum angepasst. Eine weitere Problematik ergibt sich aus der Ausschreibungspolitik der Gesetzlichen Krankenkassen: Diese legen sich vertraglich auf einen Impfstoff-Hersteller fest. Hat dieser Lieferschwierigkeiten, droht Impfstoffmangel.

„Sicherlich dürfen Probleme bei der Impfstoffverfügbarkeit nicht dazu führen, dass sich Menschen mit unzureichendem Impfschutz in Regionen mit Infektionsrisiko begeben“, so Jelinek. Der Experte empfiehlt Reisenden deshalb, sich möglichst frühzeitig vor Antritt der Reise über die notwendigen Impfungen zu informieren und sich gegebenenfalls beim Tropeninstitut, verschiedenen Ärzten und bevorzugt größeren Apothekenketten nach der Verfügbarkeit des Impfstoffs zu erkundigen.

Bei Gelbfieber ist die Impfung unverzichtbar für Reisende, die einen aktuellen Impfnachweis für die Einreise benötigen. Reisende, die diesen nicht benötigen und bei denen die zehnjährige Schutzfrist einer Gelbfieberimpfung noch nicht abgelaufen ist, sollten aufgrund der Impfstoffknappheit  von einer Nachimpfung absehen.

Wogegen jeder Reisende geimpft sein sollte ist Hepatitis A und B, bei kleinem Budget und einfachen Unterkünften auch gegen Typhus. Wer in ländlichen Regionen Asiens unterwegs ist, sollte sich insbesondere betreffend einer Impfung gegen die Japanische Enzephalitis einer reisemedizinischen Beratung unterziehen, die ein ernstes Gesundheitsproblem darstellt und durch Mücken übertragen wird. Gegen das ebenfalls durch Mücken übertragene und sich stetig ausbreitende Denguefieber kann man sich (noch) nicht impfen lassen. Hier muss man gegebenenfalls für einen guten Mückenschutz sorgen.

Die Keimübertragung im Flugzeug ist übrigens nicht so risikoreich wie allgemein angenommen, da die Luftreinigung in den Maschinen in einem kontrollierten Umfeld geschieht. Bedenklicher sind da schon die Flughäfen – und Kreuzfahrten, da sich dort viele Menschen auf engem Raum befinden und eine kontrollierte Luftreinigung nicht möglich ist.

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Über Gabriela Beck

Als Reisejournalistin mit Schwerpunkt Gesundheitstourismus interessiere ich mich für alles, was Körper, Geist und Seele guttut. Auf meinen Reisen probiere ich neue Treatments und Trendsportarten aus, entdecke die schönsten Medical-Wellness-Refugien, führe Interviews mit Fachleuten. In meinen Blog-Artikeln lasse ich Sie gerne an meinen Erfahrungen teilhaben, verrate Ihnen Tipps und Tricks der Experten und gebe Ihnen Anregungen für Ihren nächsten Gesundheitsurlaub.

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