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Magen-Darm-Beschwerden im Urlaub vorbeugen

Wer in fremde Länder reist, ist insbesondere bei Fernreisen nicht nur einer fremden Kultur ausgesetzt. Lokale Krankheitserreger, hygienische Zustände sowie Klimabedingungen können bei Mitteleuropäern wie uns Deutschen beispielsweise zu Magen-Darm-Problemen führen. Zunächst sollte man sich über die Ursachen informieren.

Erreger und Ursachen von Reisedurchfall

Eines der bekanntesten Zitate im Umfeld der Reisekrankheiten ist die Warnung vor Montezumas Rache bei Mexiko-Trips. Eine große Zahl aller Urlauber hat bei Reisen in alle möglichen fernen Länder bereits die sogenannte Reisediarrhö erlebt. Neben lateinamerikanischen Ländern wie Mexiko sind auch asiatische Länder, so das mit Küsten und Inseln lockende Thailand oder afrikanische Staaten, beispielsweise Ägypten, das Land der Pyramiden, für den Reisedurchfall bekannt. Niedrige hygienische Standards und heiße Temperaturen begünstigen die Entwicklung der Krankheit.

Die Durchfallerreger wachsen am ehesten bei Körpertemperatur, also bei Wärme um die 37 Grad Celsius. Ein Beispiel für einen häufigen Erreger bieten enterotoxinbildende Stämme von Escherichia Coli, abgekürzt ETEC. Die winzigen Organismen sorgen für eine gesteigerte Wasser- und Elektrolytausscheidung. Dafür verteilen sie im menschlichen Darm Enterotoxine, welche zu den Giftstoffen zählen.

Shigellen oder die in Deutschland auch bestens bekannten Salmonellen können ebenfalls Reisedurchfall verursachen. Sie sind gefährlicher als die Escherichia-Coli-Erreger, da sie der Darmwand Schaden zufügen. Bei den bisher genannten Erregern handelt es sich um Bakterien. Doch auch Viren können Reisediarrhö auslösen. Bekannt wurde hier beispielsweise der Norovirus. Selten sind Parasiten wie Amöben der Grund für Reisedurchfall. Zum Schluss sei erwähnt, dass Fliegen ebenfalls eine Rolle bei der Übertragung von Erregern spielen können. Denn an ihrem Körper haften mikroskopisch kleine Fäkalspuren, die beim Krabbeln über Essen, Besteck und Gläser übertragen werden können.

Ratschläge zur Vorbeugung

Cook it, peel it or leave it (Koche es, schäle es oder lasse es) ist ein zu Recht bekanntes Motto für das Essen im Urlaub. Viele rohe und ungeschälte Nahrungsmittel können zu Magen-Darm-Beschwerden (MD) führen. Die vielen Imbisse am Straßenrand sollte man ebenfalls meiden. Denn die hygienischen Bedingungen, unter denen das Essen zubereitet wurde, sind häufig nicht akzeptabel, selbst wenn das Essen – dem eingangs erwähnten Motto folgend – gekocht wurde.

Rohes Gemüse (Salat), ungeschältes Obst, roher Fisch, nicht gekochte Meeresfrüchte oder rohes Fleisch sollten nicht verzehrt werden. Unversiegelte Flaschen mit Getränken oder Wasser aus der Leitung im Ausland sollten Urlauber ebenfalls nicht trinken. Abkochen ist hier eine bekannte und effiziente Lösung. Allerdings gilt dies nicht nur für flüssiges Wasser, sondern auch im gefrorenen Zustand. So können Eiswürfel in Cocktails an der Bar ebenfalls MD nach sich ziehen. Es ist daher besser, auf sie zu verzichten.

Experten raten den Touristen darüber hinaus dazu, sich so oft wie möglich die Hände zu waschen. Dies gilt insbesondere nach dem Toilettenbesuch in der Öffentlichkeit. Noch besser ist es, sie zu desinfizieren, wozu man beispielsweise handliche Sprühflaschen aus Deutschland mit in den Urlaub nehmen kann. Milch selbst und aus unbehandelter Milch hergestellte Produkte sollten verantwortungsbewusste Touristen ebenfalls meiden. Speiseeis, Mayonnaise oder kalte Saucen sind bekannte Beispiele. Für diese Sparte. Alkohol tötet – trotz entgegenlautender Aussagen – keine Mikroben und bieten keinen wirksamen Schutz gegen Reisediarrhö. Eine Impfung gegen Typhus oder Cholera ist zwar bei bekanntem Auftreten im Zielgebiet sinnvoll. Aufgrund der Vielzahl der Erreger ist es aber nicht möglich, sich gegen alle Durchfallerkrankungen vorab zu impfen.

Weiterführende Ratschläge zu Magen-Darm-Problemen bietet beispielsweise ein Ratgeber des Hexal-Portals Omep.de.

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