Neue Studie: Zweisprachigkeit verzögert Demenz

Wer zwei Sprachen beherrscht, hat laut einer indischen Studie gute Chancen, erst ein paar Jahre später an Demenz zu erkranken, als einsprachige Altersgenossen. Für das Sprechen von mehr als zwei Sprachen fanden die Forscher allerdings keinen zusätzlichen Schutzeffekt.Indische Wissenschaftler berichten im Fachblatt ‚Neurologie‘, dass die Erkrankung, in deren Verlauf es zu einem Abbau der geistigen Fähigkeiten kommt, bei jenen Personen, die zwei Sprachen sprechen, im Schnitt viereinhalb Jahre später einsetzt als bei einsprachigen Menschen. Im Verlauf der Studie wurden die Daten von fast 650 Indern mit einem durchschnittlichen Alter von 66 Jahren, die an Demenz erkrankt waren, untersucht.

Den offenbar herauszögernden Einfluss der Bilingualität belegen die Forscher für drei verschiedene Demenzformen: die Alzheimer Krankheit, die vaskuläre Demenz, die mit Durchblutungsstörungen in Zusammenhang steht, und die seltenere frontaltemporale Demenz. Den Wissenschaftlern zufolge fand sich der positive Effekt auch bei Personen, die nicht lesen konnten, was darauf hindeute, dass der Bildungsstand als Erklärung nicht ausreiche.

Der schützende Effekt könnte darauf zurückzuführen sein, dass durch das Sprechen von zwei oder mehr Sprachen Hirnareale gefördert werden, die für zielgerichtetes Handeln und Planen, das Treffen von Entscheidungen oder die Aufmerksamkeit wichtig sind, vermuten die Wissenschaftler. Diese Hirnregionen scheinen aktiver und besser verknüpft zu sein.

Es wird davon ausgegangen, dass der Schutzeffekt umso höher ist, je früher und je besser man sich eine zweite Sprache aneignet. Wenn in höherem Alter eine Sprache erlernt wird, entsteht dieser Effekt zwar auch, ist jedoch wesentlich geringer. Hier gilt: je besser die Fremdsprache beherrscht wird und je öfter zwischen beiden Sprachen gewechselt wird, umso besser wirkt sich das auf den Schutzmechanismus aus.

Den besten Einstieg in eine Fremdsprache und eine gute Möglichkeit der Wiederauffrischung bietet ein Sprachurlaub im jeweiligen Land. So hört man die Sprache auch außerhalb der Kurszeiten und lernt Land und Leute auf andere Art kennen. Zahlreiche Sprachreise-Spezialisten haben Angebote für die unterschiedlichsten Ansprüche im Programm – vom einwöchigen Crashkurs bis zum mehrmonatigen Sprachaufenthalt. Es gibt Sprachkurse u.a. für Schüler, Workshops mit speziellem Wortschatz für diverse Berufsgruppen, Sprachreisen für Senioren, Singles oder Studenten.

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Über Gabriela Beck

Als Reisejournalistin mit Schwerpunkt Gesundheitstourismus interessiere ich mich für alles, was Körper, Geist und Seele guttut. Auf meinen Reisen probiere ich neue Treatments und Trendsportarten aus, entdecke die schönsten Medical-Wellness-Refugien, führe Interviews mit Fachleuten. In meinen Blog-Artikeln lasse ich Sie gerne an meinen Erfahrungen teilhaben, verrate Ihnen Tipps und Tricks der Experten und gebe Ihnen Anregungen für Ihren nächsten Gesundheitsurlaub.

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