Pflegezeit – Auszeit für die Familie

Die Pflegezeit – eine Zeit, in der man von der Arbeit freigestellt oder auf Teilzeit angestellt wird, um sich um pflegebedürftige Angehörige kümmern zu können – ist in Deutschland gesetzlich verankert. Ist dies doch eine durchaus gute Sache, verwundert es, dass laut einer Umfrage der Apotheken Umschau ein Großteil der Deutschen dieses Recht trotzdem nicht in Anspruch nimmt oder manche gar noch nicht mal davon gehört haben. Die häufigsten Fragen rund um die Pflegezeit haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

Wann kann ich einen Antrag auf Pflegezeit stellen?

Ist ein naher Verwandter Ihrerseits in Pflegestufe eingestuft, haben Sie Anspruch zur Pflege dessen sich von Ihrer Arbeit freistellen zu lassen. Nahe Verwandte sind hier wie folgt definiert: Eltern, Kinder, Ehepartner oder Partner in eheähnlicher Gemeinschaft, Lebenspartner, Geschwister, Enkelkinder, Adoptiv-, Pflege- oder Schwiegerkinder oder Schwiegereltern. Allerdings greift hier auch oft eine Ausnahme: nur in Betrieben mit mindestens 15 Mitarbeitern oder bei nicht-beamtlicher Tätigkeit kann dieser Service in Anspruch genommen werden.

Wie erfolgt die Antragstellung für die Pflegezeit

Zuerst müssen Sie einen Antrag auf Pflegezeit schreiben. Dieser enthält u.a. Namen der/des Pflegebedürftigen und Verwandtschaftsgrad, gewünschter Zeitraum der Pflegezeit, Bemerkung, dass die Pflege Zuhause stattfinden soll und außerdem muss eine Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit und der Erforderlichkeit einer Freistellung beigelegt werden. Lassen Sie diese dann Ihrem Arbeitgeber mindestens zehn Tage vor dem gewünschten Beginn Ihrer Pflegezeit zukommen.

Dauer einer Pflegezeit

Die maximale Dauer einer Pflegezeit beträgt sechs Monate. Wird eine geringere Dauer beantragt, kann auf Wunsch und bei Zustimmung des Arbeitgebers bis zur Höchstdauer verlängert werden, sollte dies erforderlich sein. Umgekehrt kann, wenn der Zustand des Pflegebedürftigen sich ändert, aber auch eine Verkürzung der Pflegezeit bei Zustimmung des Arbeitgebers vorgenommen werden, welcher bei Wegfall der Pflegebedürftigkeit des Angehörigen sofort unterrichtet werden muss.

Bekommt man während der Pflegezeit Lohn?

Leider gibt es bisher noch keinen gesetzlich geregelten Lohnersatz während der Pflegezeit. Zum einem besteht hier die Möglichkeit nicht vollkommen aus dem Job auszusteigen, sondern nur noch in Teilzeit zu arbeiten und so zumindest noch die Hälfte des üblichen Lohnes zu erhalten. Zusammen mit dem Geld, das die pflegebedürftigen Verwandten von ihrer Kasse erhalten, kommt man damit wohl über die Runden. Ist allerdings ein kompletter Ausstieg aus dem Arbeitsleben für sechs Monate notwendig, kann auf Arbeitslosengeld I zurückgegriffen werden, da zwar das Arbeitsverhältnis fortbesteht, man allerdings beschäftigungslos ist. Hartz IV kann bei nicht Vorhandensein eines gut verdienenden Ehepartners oder von Rücklagen ebenfalls in Anspruch genommen werden, hier besteht der Vorteil, anders als beim Arbeitslosengeld I dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen zu müssen.

Also nehmen Sie Ihr Recht wahr, sich um Ihre Familie zu kümmern. So haben Sie einerseits mehr Zeit für Ihre Familienangehörigen, auf der anderen Seite gewinnen Sie Freiraum, um neue Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen.

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Über Michaela Seeböck

Meine Name ist Michaela Seeböck und absolviere derzeit ein Praktikum bei Gesundheitsreise.de. Gesundheit ist ein Thema, das uns alle angeht. Immer mehr Menschen erkranken oft schon in jungen Jahren, deshalb sollte man von klein auf - nicht nur reaktiv sondern aktiv - etwas für die eigene Gesundheit tun. Meine Artikel & Erfahrungsberichte sollen Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen.

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