Stress am Arbeitsplatz - Bildrechte Shutterstock

Sind Sie auch am Limit? – Deutsche Arbeitnehmer brennen aus

Sie fühlen sich durch Ihre Arbeit gestresst? Dann sind Sie nicht der einzige Arbeitnehmer, der am Belastungslimit angekommen ist. Laut einer Studie belastet immer mehr Deutsche der Druck am Arbeitsplatz. Täglicher Stress, Zeitdruck und ein schlechtes Arbeitsklima tragen laut einer im Auftrag der pronova BKK durchgeführten Befragung zu steigender Belastung im Arbeitsleben bei.

Sie sind nicht allein – viel Stress und kaum Erholung
Ergebnisse der Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016“ zeigen, dass sich neun von zehn Befragten durch ihren Job gestresst fühlen und gerade junge Deutsche hierbei an ihre Grenzen stoßen. Denn besonders junge Arbeitnehmer im Alter von 18-39 Jahren leiden mit 91% stark unter der Belastung ihres Jobs und stellen somit eine Risikogruppe für Burnout dar. Der Arbeitsmediziner der pronova BKK Dr. Gerd Herold merkte an:
„Diese jungen Generationen sind von der Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt besonders stark betroffen. Gleichzeitig ist der Job für sie besonders identitätsstiftend, so dass sie vollen Einsatz bringen wollen und dabei die eigenen Belastungsgrenzen häufig zu spät erkennen.“
Insgesamt klagten 86% der 1.660 Befragten über Stress am Arbeitsplatz. Die am häufigsten genannten Faktoren hierbei waren zu 38% andauernder Termindruck, ein schlechtes Arbeitsklima (37%) und emotionaler Stress (36%). Für jeden dritten Deutschen lösen Überstunden zusätzlichen Druck aus. Darüber hinaus stellen die ständige Erreichbarkeit oder Rufbereitschaften für drei von zehn Befragten eine große Belastung dar.

Der Chef als Vorbild?
Die repräsentative Studie der pronova BKK zeigt, dass diese Belastungsfaktoren zumeist von der Führungsebene ausgehen. Ein Großteil der deutschen Arbeitnehmer sieht mit 78% kein Vorbild in ihrem Vorgesetzten in Bezug auf gesundheitsbewusstes Arbeiten. Gerade einmal vier von zehn Befragten können täglich die Zeit für eine Mittagspause aufbringen. Fast ein Drittel der Arbeitnehmer verlässt seinen Arbeitsplatz häufig nicht ein einziges Mal über den Tag hinweg. Der Experte sagt: „Pausen im Arbeitsalltag sind zum Auftanken und Abschalten immens wichtig. Das Paradoxe: Sowohl die Arbeitnehmer als auch die Unternehmen sind sich darüber bewusst, wie die Studie zeigt. Wenn aber die Vorgesetzten nicht mit gutem Beispiel vorangehen, setzt sich eine gesunde Pausenkultur nicht durch.“

Pausen sind wichtig
Besonders die Art der Pausengestaltung spielt eine große Rolle für die körperliche Entspannung. Die Studie offenbart, dass jeder Dritte Pausen zur Besprechung von Dienstlichem nutzt. Noch häufiger werden private Anliegen, wie z.B. Einkäufe erledigt (39%). Dr. Gerd Herold betont, dass Pausen bewusst zur Entspannung dienen und auch hierfür genutzt werden müssen.

Der Körper meldet sich zu Wort
Stress im Arbeitsalltag hat schlechte Auswirkungen auf die Gesundheit unseres Körpers. Die Mehrheit der Befragten leidet unter Verspannungen im Nacken (67%), Rückenschmerzen (63%) oder Schmerzen in Schultern, Armen oder Händen (51%). Als weitere arbeitsbedingte Beschwerden wurden Kopfschmerzen, Unruhe, Schlafstörungen und letztlich auch Depressionen und Burnout genannt. Besonders Frauen sind von diesen Gesundheitsproblemen betroffen, was auf die Herausforderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zurückzuführen ist. Aufgrund dieses Stresses kommen krankheitsbedingte Ausfälle bei Frauen häufiger vor, als bei Männern. Der Experte Dr. Gerd Herold empfiehlt, dass Unternehmen neben jungen Mitarbeitern auch Angestellte mit familiären Verpflichtungen in ihren gesundheitsfördernden Konzepten berücksichtigen sollten. Dabei gelte es jedoch nicht nur Frauen mit Kindern anzusprechen, sondern auch Männer, die sich zunehmend an der so genannten Familienarbeit beteiligen und einen Spagat zwischen Karriere und Familie meistern müssen.

Die Gesundheitsreise als Ausweg
Ein Ausgleich zur hohen Belastung im Job stellt eine Gesundheitsreise dar. Besonders die Möglichkeit des betrieblich geförderten Gesundheitsurlaubs bietet eine Lösung zur Burnout-Prävention. Warten Sie nicht, bis der Stress Ihnen über Kopf wächst und informieren Sie sich jetzt über die betrieblich geförderte Gesundheitsreise. Lesen Sie auch in unserem Blogbeitrag über steuerlichen Urlaubszuschuss des Arbeitgebers.

Interessieren Sie sich als Arbeitgeber für BGM/BGF? Dann lesen Sie doch einmal hier rein.

Weitere Informationen zur Studie finden Sie hier.

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