Südtiroler Badln als Naturmedizin bei Rheuma

Gelenkbeweglickeit durch Hitze

Südtirols Heu- und Mineralwasserbäder blicken auf eine lange Tradition zurück, denn bereits vor Jahrhunderten entdeckten schwer schuftende Bauern durch Zufall die schmerzbefreiende Wirkung der Südtiroler Heubäder. Doch auch die wohltuenden Wasserbäder an den natürlichen alpinen Quellen finden seit jeher Anwendung. So kamen viele Prominente wie Kaiserin Sissi und Thomas Mann nach Südtirol, um Linderung und Wohlbefinden in den Wasserbädern zu genießen. Im 19. Jahrhundert stellte man zudem balneologische Studien zu den Bädern auf. Der große Andrang auf die Bäder um die Jahrhundertwende zeigte, dass die Anwendung hilfreich für verschiedene Beschwerden, wie z.B. rheumatische Erkrankungen sein musste. Vor allem die wohltuenden Temperaturen der Bäder, sei es das warme Wasser oder das sich erhitzende und fermentierende Heu, verringert Schmerzen und unterstützt die Beweglichkeit der Gelenke. Der Stoffwechsel wird angeregt und schmerzhemmende Hormone und Endorphine ausgeschüttet.

Wasserbäder mit natürlich vorkommendem Radon und Schwefel

In der Blütezeit der Bäderkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in Südtirol an die achtzig Wasserbäder in Betrieb. Die im mineralischen Wasser vorkommenden
Substanzen wie Radon und Schwefel finden beachtliche Aufmerksamkeit in der balneologischen Forschung und können, in Kombination zur herkömmlichen Medikation, bei Rheuma helfen. Das Edelgas Radon taucht im Metall Radium in der Erde auf und setzt sich somit auch in natürlichen Quellen ab. Laut Studien ist es hilfreich bei rheumatischen Erkrankungen, denn durch die vom Radon angekurbelte Ausschüttung von Endorphinen werden Entzündungen gehemmt. Dabei kam man auch zu dem Ergebnis, dass die Schmerzlinderung sehr lange anhält und teils konnte auf Medikamente verzichtet werden. Ähnlich schmerzlindernd ist der Mineralstoff Schwefel, der in fünf der Südtiroler Wasser-„Badln“ vorkommt. Dieser Inhaltsstoff hat nämlich entzündungshemmende Eigenschaften und gilt nicht nur als „Schmiermittel für Gelenke“, sondern regt außerdem die Blutzirkulation in der Haut an. Er wirkt zudem anti-oxidativ und stärkt somit das Immunsystem.

Heublumen gegen Gelenkbeschwerden

Bei einem Heubad werden durch Erhitzung verschiedenste ätherische Öle, welche in den alpinen Kräutern und Gräsern enthalten sind, freigesetzt. Diese sind – laut einer Studie der Universität Siena – hilfreich bei Rheuma, denn Gelenkschmerzen werden gehemmt und dies sogar auf lange Sicht. Auch 12 Monate nach der Behandlung beschrieb die Mehrheit der behandelten Patienten weniger intensive Schmerzen. Die im Heu enthaltene Glucoside wirken krampflösend und entzündungshemmend.

Südtiroler Badln als Naturmedizin

Der Besuch von Heu-, Schwefel- und Radonbädern kann also als Kur oder Komplementärtherapie für rheumatische Erkrankungen genutzt werden, vor allem über einen längeren Zeitraum mit regelmäßigen Bädern. Wichtig ist dabei natürlich die Absprache mit dem Arzt.

Heubad Südtirol

Heubad Südtirol

Unter den Südtiroler Badln sind 10 Heubäder und 6 Wasserbäder.

Südtiroler Heubäder:

  • Alpenbadl Oberfraunerhof
  • Heubad Jochgrimm
  • Hotel Heubad
  • Hotel Bad Moos
  • Verleierhof
  • Bad Schüsslerhof
  • Naturhotel Moosmair
  • Bad Schörgau
  • Lindenhof
  • Alphotel Stocker

Südtiroler Wasserbäder mit Schwefel oder Radon:

  • Hotel Bad Moos
  • Bad Schörgau
  • Bad Bergfall
  • Aqua Bad Cortina
  • Al Bagn Valdander
  • Bad Salomonsbrunn

 

3 Gedanken zu „Südtiroler Badln als Naturmedizin bei Rheuma

  1. Sybille

    Schwefelbäder würde ich sehr gern probieren wollen.
    Wenn das schmerzlindernd ist dann würde es passen.
    Wenn es sogar langanhaltend geschiet, dann fast ein Wunder nach soviele Medikamente zur Linderung .

    LG

    Antworten

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