Schlagwort-Archiv: Asiatische Heilmethoden



Gesunde Ernährung: Mit TCM-Power in den Herbst

Nach Auffassung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwandelt sich im Herbst die Energie von Yang zu Yin und die Natur speichert Reserven für den kargen und nahrungsarmen Winter. Karina Stewart, Mitgründerin des Wellness- und Healing-Resorts Kamalaya auf der thailändischen Insel Koh Samui, ist Ärztin der TCM und setzt als Expertin auf den heilenden Effekt der Ernährung. Weiterlesen



Die besten Plätze für authentisches Ayurveda

Die älteste Ayurveda Medizin-Tradition haben Indien und Sri Lanka. Wir stellen spezialisierte Resorts vor, in denen Ayurveda Kuren besonders professionell und nach allen Regeln der jahrtausendealten Heilkunst umgesetzt werden. Tropisches Urlaubsgefühl inklusive. Übrigens: Die beste Reisezeit hat gerade begonnen und dauert bis März. Weiterlesen



Was ist Akupunktur?

Akupunktur ist nachweislich eine der ältesten alternativmedizinischen Behandlungsmethoden der Welt. Viele Menschen mit chronischen Schmerzen schwören auf Akupunktur – auch zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit der Akupunktur.
Im Interview mit Gesundheitsreise.de erklärt Dr. med. Alexander Simon, Allgemeinmediziner mit Akupunktur-Zusatzausbildung, wie Akupunktur wirkt und welche Krankheiten sie besonders lindert bzw. heilt.

Gesundheitsreise.de: Wie genau wirkt Akupunktur?

Dr. Simon: Die Akupunktur ist bei uns das bekannteste und meist verbreitete Therapieverfahren der Chinesischen Medizin. In China selbst macht die Akupunktur jedoch nur ca. 20 % aller Behandlungen aus. Prinzip der Akupunktur ist es, durch einen physikalischen Reiz an einem definierten Punkt (mit Nadel oder Moxa), Einfluss auf die zirkulierende Energie zu nehmen. Mit Moxa (Verbrennen von Beifußkraut) wird eine Energie zuführende, wärmende und schmerzstillende Wirkung erreicht. Die meisten der ca. 400 klassischen Akupunkturpunkte am Körper sind anatomisch tastbare Vertiefungen. Im Verlauf einer circa halbstündigen Behandlung werden zwischen 1 und 20 Punkte stimuliert. Die Anzahl der Behandlungen ist abhängig von der Erkrankung und deren Verlauf.

Die Energien (z.B. Qi und Xue) fließen im Körper in so genannten Leitbahnen. Ein Bild hierfür ist ein komplexes Rohrsystem mit vielen regulierbaren Ventilen, den Akupunkturpunkten. Der Energiefluss kann zum Beispiel blockiert, verlangsamt, beschleunigt oder völlig fehlgeleitet sein (bei Erbrechen zum Beispiel in die entgegengesetzte Richtung). Jeder Akupunkturpunkt kann per Definition den Energiefluss (lokal oder im ganzen Körper) auf eine bestimmte Art verändern. Deshalb werden die Nadeln oft nicht an den vermeintlich erkrankten Stellen gesetzt, sondern man kann zum Beispiel mit Punkten an Fuß oder Hand, Schulterprobleme behandeln. Neben der klassischen, chinesischen Körperakupunktur gibt es heutzutage auch andere Arten der Akupunktur, die zum Beispiel nur einzelne Körperregionen (am bekanntesten ist das Ohr, aber auch Hand, Fuß und andere Regionen) benutzen und dadurch Wirkungen auf den ganzen Körper erzielen. Die Manipulation an den Punkten wird heute auch mit Laser, Strom oder Injektion von Arzneimitteln durchgeführt. Dies hat mit klassischer Chinesischer Medizin nur noch wenig zu tun. Die Behandlung geschieht im Liegen mit feinen, sterilen Einmalnadeln. Der Einstich kann einen leichten Schmerz verursachen. Die Nadeln werden dann belassen und eventuell im Verlauf noch manipuliert. Nebenwirkungen treten bei Behandlung durch einen sorgfältig ausgebildeten Arzt äußerst selten auf.

Ist die Wirkung von Dauer? Wie viele Sitzungen braucht es für einen nachhaltigen Effekt?

Der Effekt ist zu Beginn der Behandlung oft zeitlich begrenzt. Idealerweise sollte im Rahmen der Schmerzakupunktur bei der Folgebehandlung die Schmerzstärke noch nicht auf das Niveau von vor der Therapie zurückgekehrt sein.  Mit zunehmender Behandlungsdauer lässt sich der Therapieerfolg steigern und stabilisieren. In groß angelegten Beobachtungsstudien, innerhalb welcher Patienten 12-15 mal mit Akupunktur behandelt wurden und nach 6 und 12 Monaten nachuntersucht wurden, konnte man nachweisen,  dass dieser sehr häufig auch nachhaltig ist.

Für welche Erkrankungen eignet sich Akupunktur?

Die häufigste Indikation zur Akupunktur sind Schmerzprobleme. Außer bei Schmerzen ist sie auch bei Allergien und Asthma, Infekten, Magen-Darm-Beschwerden, Schlafstörungen und einer Vielzahl anderer organischer und funktioneller Beschwerden sehr wirksam.

Bei welchen Indikationen ist sie nicht empfehlenswert?

Bei akuten Psychosen, nach bestimmten Traumatisierungen, bei erheblicher Einschränkung der Blutgerinnung, direkt an einem Entzündungsherd und bei zu stark erschöpften Patienten. Hier kommt die medikamentöse Therapie zum Einsatz.

Viele Schulmediziner sind der Ansicht, dass die Wirkung von Akupunktur auf einem Placeboeffekt beruht. Wie begegnen Sie solchen Aussagen?

Es gibt mittlerweile hervorragend angelegte Studien, die zeigen konnten, dass Akupunktur weit über den Placeboeffekt hinausgeht. Studien, die keinen deutlichen Unterschied zwischen Akupunktur und  Minimalakupunktur zeigten,  z.B die Migränestudie , hatten nicht berücksichtigt, dass die Kontrollgruppe auf den muskuloskelettalen Leitbahnen behandelt wurde. Neue Studien begehen diesen „Design-Fehler“ nicht mehr.
Ganz abgesehen davon kann man mit Akupunktur ganz offensichtlich den höchsten Placeboeffekt  erhalten und man wäre fahrlässig, diesen Vorteil nicht zu nutzen.

Werden die Kosten einer Akupunktur von Krankenkassen übernommen?

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen bei Erfüllung bestimmter Kriterien für die Behandlung von chronischen Schmerzen im Lendenwirbelsäulenbereich und bei Kniegelenksarthrose. Die Bezahlung für den Kassenarzt ist festgelegt und  es ist nicht zulässig, dass zwischen Patient und Arzt eine Aufstockung des Betrages vereinbart wird. Die wünschenswerte Intensität und Individualität des Behandlungsregimes kann dadurch eingeschränkt sein. Von der überwiegenden Mehrheit der privaten Krankenkassen und Zusatzversicherungen werden die Kosten für Akupunktur vollständig erstattet.

Dr. med. Alexander Simon ist Allgemeinmediziner mit einer Zusatzausbildung in Akupunktur. Die Ausbildung in chinesischer Medizin absolvierte er bei international renommierten TCM-Ärzten. Seit 2007 leitet er den Qualitätszirkel für Allgemeinmedizin, TCM, Akupunktur, Schmerzbehandlung in München. Zudem leitet er das Zentrum für Chinesische Medizin am Zimmerbergspital in Zürich-Horgen und ist außerdem als TCM-Arzt in der Praxis Dr. Hempen & Kollegen in München tätig. Ab Januar 2013 wird er zusätzlich eine eigene Praxis in Prien am Chiemsee betreiben.



Yoga zum Entspannen – ein Erfahrungsbericht

Der Büroalltag ist bekanntlich nicht sehr rückenschonend. Auch ich hatte häufig mit Verspannungen im Rücken und Schulter-Nackenbereich zu kämpfen, deshalb ging es ab für mich ins Fitnessstudio. Da ich Gerätetraining nicht so toll finde, habe ich mich neben einem auspowernden Aerobictraining für einen entspannenden Yogakurs entschieden.

Ursprung und Wirkung von Yoga

Yoga hat in westlichen Ländern einen wahren Hype ausgelöst. Doch wo hat es seine Wurzeln? Die Ursprünge von Yoga liegen in Indien. Die ganzheitliche Gesundheitsmethode hilft seinen Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Körper-, Atem- und Meditationsübungen werden miteinander kombiniert. Es steigert nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Konzentrationsfähigkeit. Nicht nur Rückenbeschwerden werden durch Yoga gelindert, sondern auch das Herzinfarktrisiko nimmt nachweislich ab.

Yogastile

Ich habe schon verschiedene Yogastile ausprobiert, am besten finde ich jedoch Vinyasayoga, das sehr viele Körper- und Atemübungen enthält. Meditationsübungen kommen nur selten vor, das ist sowieso nicht mein Ding – zu esoterisch 😉 Insbesondere Vinyasa-Yoga wirkt Wunder gegen Rückenbeschwerden und schon nach einigen Übungsstunden verbesserte sich mein Körpergefühl. Gleichzeitig macht es den Kopf frei und wirkt sehr entspannend – genau das richtige nach einem stressigen Tag. Weltweit gibt es mittlerweile über 40 Yogastile – da ist bestimmt für fast jeden etwas dabei.

Ausbildung zum Yoga-Trainer

Mir persönlich sind qualifizierte Trainer sehr wichtig, da man seinem Körper bei falsch ausgeführten Übungen mehr schaden als nützen kann. Der Beruf des Yoga-Lehrers ist nicht geschützt, deshalb gibt es zahlreiche Wege und Institute um Yoga-Lehrer zu werden. Eine gute Ausbildung zeichnet sich durch Anatomie- und Physiologieunterricht aus und sollte mindestens 200 Stunden umfassen.

Yoga-Übung für zwischendurch

Zum Schluss noch eine einfache Yoga-Übung für zwischendurch, die sich auch problemlos am Arbeitsplatz ausführen lässt. Damit die Kollegen nicht lachen, können sie ja einfach mitmachen und ihren Gleichgewichtssinn und Konzentrationsfähigkeit trainieren: mit geschlossenen Füßen hinstellen, langsam ein- und ausatmen. Das Gewicht auf einen Fuß verlagern und den anderen Fuß so weit wie möglich an die gegenseitige Schenkelinnenseite legen. Eine Minute halten und dann wechseln.

Viel Spaß beim Üben!

Das ist der Auftaktartikel zu einer kleinen Serie rund um „Yoga“. Lesen Sie die nächsten Wochen mehr zu den verschiedenen Yoga-Stilen und eine diplomierte Yoga-Lehrerin gibt im Experteninterview Tipps für Yoga-Einsteiger.

Yoga-Buchtipp

Isabella Welsch
Yoga typgerecht
Die fünf Elemente in der Yoga-Praxis

maudrich 2013, 176 Seiten, durchgehend farbig,
zahlr. Abb., Klappenbroschur
ISBN 978-3-85175-979-2
EUR 22,- [A]/ 21,40 [D]


Gewinnspiel: wir verlosen 3x ein Exemplar von „Yoga typgerecht – Die fünf Elemente in der Yoga-Praxis“

Schreiben Sie uns als Kommentar, was Sie mit Yoga erreichen möchten. Teilnahmeschluss: 15. Juni 2013, der Gewinner wird per E-Mail benachrichtigt.

Update 17.06.13: Die Gewinner sind gezogen und benachrichtigt. Bitte nicht mehr am Gewinnspiel teilnehmen.



Ayurveda in Europa

Die traditionelle Heilkunst aus Indien erfreut sich auch in westlichen Ländern immer größerer Beliebtheit. Grund genug für Gesundheitsreise.de ein paar Fragen an Ayurveda-Experten zu stellen. Gesprächspartner waren der Ayurveda-Arzt E.P. Jeevan (B.A.M.S.) vom Hotel SCHICK in Tirol sowie das Ärzteteam des Hotels Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach.

Gesundheitsreise.de: Ayurveda ist eine aus Indien stammende Heilkunst und gilt als ältestes Gesundheitssystem der Welt. Was bedeutet Ayurveda und was beinhaltet diese Heilkunst?

Jeevan: Ayurveda ist nicht nur ein in Indien anerkanntes Medizinsystem, sondern auch Philosophie und spirituelle Wissenschaft. Sie integriert alle Aspekte des Lebens, wird sowohl als Präventivmedizin wie auch zur Heilung von Krankheiten eingesetzt.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Ayurveda bedeutet wörtlich übersetzt das „Wissen vom Leben“. Es ist die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen. Diese traditionelle Heilkunst beruht auf genauester Naturbeobachtung, Intuition, logischer Einordnung der Erfahrungen und systematischer Erweiterung des Wissens über viele Generationen. Der Ayurveda benutzt dieses Wissen, um die Harmonie von Körper, Geist und Seele aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen – die Grundvoraussetzung für ein langes und gesundes Leben.

Ayurveda ist tief in der indischen Kultur verwurzelt. Ist dieses jahrtausendealte Gesundheitssystem auch ohne weiteres in Europa anwendbar, da das Verständnis von Krankheit und Gesundheit häufig nicht deckungsgleich ist? Was unterscheidet Ayurveda von der klassischen Schulmedizin? Was sind die Gemeinsamkeiten?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Da der Ayurveda auf allgemeingültigen Gesetzen beruht, ist er wie die Physik oder Mathematik überall auf der Welt gültig. Die konkreten Maßnahmen und Empfehlungen müssen aber immer den regionalen Bedingungen angepasst werden. Das bezieht sich beispielsweise auf die aktuelle Jahreszeit, Unterschiede in den Ernährungsgewohnheiten oder das regionale Klima.
Mit der Schulmedizin gibt es kaum Gemeinsamkeiten. Diese bekämpft die Störungen wie Schmerz, Hustenreiz, Bluthochdruck oder Schlaflosigkeit direkt als vermeintliche Ursache. Der Ayurveda sieht die Ursache für diese Störungen jedoch in falscher Lebens- und Ernährungsweise sowie in daraus folgenden Blockaden der Selbstheilungskräfte. Der Schwerpunkt des Ayurveda liegt deshalb auf präventiven Maßnahmen. Er erteilt Empfehlungen, die dabei helfen sollen, im Einklang mit seinem inneren Selbst und entsprechend der eigenen Veranlagung, der sozialen Gegebenheiten und Umweltbedingungen zu leben, um so Krankheiten aktiv vorzubeugen. Klassische Schulmedizin und Ayurveda können jedoch immer auch parallel angewandt werden und sich positiv ergänzen.

Jeevan: Ayurveda wurzelt in den vedischen Wissenschaften. Diese beschäftigen sich unter anderem mit Naturphänomenen, dem Einfluss der Planeten und der Theorie der fünf Elemente. Sie sind universell. Auch die westliche Medizin hat ihre Wurzeln in der Beobachtung der Natur; basiert auf der Theorie der 4 Elemente und der Theorie der 4 Bioenergien. Die Basis ist also bei beiden Medizinsystemen die gleiche. Durch die Entwicklung der Mikrobiologie und deren Integration in die moderne westliche Medizin hat sich diese jedoch von der Natur weit entfernt.
Im Ayurveda hingegen basiert die Betrachtung von Krankheit und Gesundheit allein auf den Gesetzen der Natur. Ein weiterer groβer Unterschied besteht darin, dass Ayurveda jede Krankheit immer in Verbindung mit dem Patienten betrachtet, also dessen individuellen physischen und mentalen Eigenschaften, die moderne westliche Medizin hingegen sieht nur die Krankheit, die individuelle Konstitution des Patienten ist hier völlig unwichtig. Die westliche Medizin geht auch vom Groβen zum Kleinen und Ayurveda vom Kleinen zum Groβen. Gemeinsam ist ihnen, dass beide Systeme zuerst eine Diagnose und dann einen Behandlungsplan mit der passenden Medizin aufstellen.

In welchen Bereichen der Medizin werden die Lehren des Ayurveda besonders erfolgreich angewendet?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Ayurveda umfasst alle Lebensbereiche und –ebenen und ist daher für alle Menschen geeignet, für Gesunde vorbeugend, für Kranke lindernd oder heilend. Der Ayurveda hat sich als besonders erfolgreich in der Behandlung vieler chronischer und psychosomatischer Krankheiten erwiesen, wie zum Beispiel bei Magen-Darm-Problemen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Jeevan: Darüber hinaus können mit Ayurveda besonders gut Krankheiten wie Lähmung, Polyarthritis, Hautkrankheiten, Gelenkerkrankungen, Burnout-Syndrom sowie Depression geheilt werden.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Aber auch einfache Infekte, von der Schulmedizin vernachlässigte Befindlichkeitsstörungen und die meisten akuten Erkrankungen der Atemwege, der Muskeln, Gelenke und Nerven, der Blase oder der Haut können zunächst naturheilkundlich oder eben ayurvedisch angegangen werden. Der Ayurveda-Arzt weiß allerdings auch, in welchen Fällen die schulmedizinischen Diagnose- und Therapie-möglichkeiten hinzugezogen werden sollten. Häufig ist die Kombination das Beste: Integrative Medizin.

Erhöhter Erfolgsdruck und die fehlende Balance zwischen Stress und Entspannung sind zwei Gründe für die rapide ansteigenden Erschöpfungskrankheiten wie Burn Out. Wie kann Ayurveda den Betroffenen helfen?

Jeevan: Zuerst einmal ist es wichtig herauszufinden, wo der Grund für den Stress liegt. Dieser muss beseitigt werden. Man sollte dann genügend Zeit für die Erholung des Körpers und die Entspannung des Geistes finden. Hierfür bietet sich die Panchakarma-Kur, die ayurvedische Reinigungsbehandlung, an. Darauf folgt die aufbauende Therapie mit Pflanzenpräparaten. Der Patient sollte auβerdem einen zu seinem Konstitutionstyp passenden Lebensstil einhalten, Yoga praktizieren, meditieren, Zeit mit der Familie und Freunden verbringen und seine Probleme mit anderen teilen. Wichtig ist, dass er seine eigenen Grenzen kennen lernt und auch hier bietet ihm Ayurveda das notwendige Verständnis. Stress ist immer ein Alarmsignal dafür, dass man Veränderung braucht.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Gerade Burn-Out, sowohl die Vorstufe als auch der tatsächliche Zusammenbruch der Energiereserven und der Selbstheilungskräfte, sind eine Indikation für Ayurveda. Als holistisches Heilsystem setzt der Ayurveda bei der Behandlung solcher Störungen auf allen Ebenen (Körper, Geist und Seele) an. Ziel ist es, unsere Körperintelligenz – den Arzt in uns – wieder zu aktivieren, sodass der Organismus zurück in sein natürliches Gleichgewicht gleiten kann. Ganz konkret geschieht dies z.B. durch eine systematische sanfte Entgiftung (beispielsweise durch die traditionelle Panchakarma-Kur), durch Harmonisierung mit Öl-Synchronmassagen, durch die Gabe natürlicher Arznei aus Pflanzen und Mineralien, durch individuell abgestimmte, ausgleichende Ernährung, durch Yogaübungen, Meditation und Atemtechniken und vor allem durch einen Ausgleich des Biorhythmus und Empfehlungen zum Mindmanagement. Diese Maßnahmen ermöglichen eine tiefgreifende Regeneration, verhelfen zu neuer Kraft und führen zu nachhaltiger Entspannung und Wohlbefinden.

In Europa ist Ayurveda bisher v.a. als Wellness-Behandlung bekannt. Doch Ayurveda ist mehr als eine Wellness-Anwendung, es ist eine ganzheitliche Therapieform. Wie lange dauert eine traditionelle Ayurveda-Therapie und wie läuft diese ab?

Parkschlösschen-Ärzteteam: Es gibt unterschiedliche Therapieformen, die an Hand einer speziellen ayurvedischen Diagnostik (einschließlich Pulsdiagnose) individuell festgelegt und durchgeführt werden. Original Panchakarma-Kuren (traditionelle Entgiftungskur zur Reinigung des Körpers und Wiederherstellung der Harmonie von Körper, Geist und Seele) können bis zu 4-6 Wochen dauern. In Westeuropa und in unserem Haus werden solche Kuren in der Regel über 10 Tage bis 3 Wochen an die individuellen Bedürfnisse des Gastes angepasst.
Im Wesentlichen besteht eine solche Kur aus:

  • Ernährungsumstellung und Beseitigung von Verdauungsstörungen
  • Mobilisierung von körpereigenen Giften (Endotoxinen) durch innere Ölbehandlungen (Snehakarma)
  • Reinigung des Magen-Darm-Traktes (Virecena und Basti)
  • Schweißtreibende Behandlungen (Swedakarma)
  • begleitend äußere Ölanwendungen, Einsalbungen und spezielle Massagen und Behandlungen (Purvakarma und Pradhanakarma)

Je nach Konstitution entscheidet der Ayurveda-Arzt über gewebeabbauende und entgiftende oder aufbauende Therapien.

Wie wird man Ayurveda-Arzt? Wie lange dauert die Ausbildung?

Jeevan: An indischen Universitäten und Ayurveda-Hochschulen studiert man fünf ½ Jahre bis zum Bachelor-Titel, weitere drei Jahre für den Doktortitel und noch einmal drei Jahre, um den Titel des Universitätsprofessors zu erhalten.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Nach wie vor gibt es in Indien auch die Ausbildung in der Familientradition, die schon im Kindesalter beginnt. Besonders glücklich ist die Kombination beider Wege. Für die Europäer kommt meist eine Zusatzausbildung zu einem medizinischen Beruf mit Praxiserfahrung in Frage. Dann dauert die Ausbildung berufsbegleitend ca. 3 Jahre, z.B. an der Europäischen Akademie für Ayurveda in Bierstein (Bachelor- und Masterabschluss), an der Ayurveda-Akademie der Deutschen Ayurveda-Gesellschaft oder bei SEVA Ayurveda in München. Ayurveda-Ärzte tragen den Titel B.A.M.S., welcher für „Bachelor in Ayurvedischer Medizin und Chirurgie“ steht. Für die in Familientradition ausgebildeten Ayurveda-Experten ist der Titel „Vaidya“ gebräuchlich.

Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Was ist das Besondere an der ayurvedischen Küche? Was sind die Bestandteile?

Jeevan: Ayurvedisches Essen ist leicht verdaulich und wird sehr gut vom Körper assimiliert, da zur ayurvedischen Küche vor allem gekochte Lebensmittel gehören. Es ist aber auch wichtig zu verstehen, dass jede Küche ayurvedisch sein kann, wenn für jeden Konstitutionstyp die passenden Lebensmittel und Gewürze verwendet und passend zubereitet werden.

Parkschlösschen-Ärzteteam: Eine falsche Ernährungsweise bildet nach den Lehren des Ayurveda die Hauptgrundlage für Krankheiten. Eine nach Maßstäben der traditionellen Heilkunst gesunde Ernährung berücksichtigt deshalb immer die individuelle Veranlagung des Menschen. Entscheidend sind die persönliche Konstitution und Verdauungskraft. Darauf aufbauend erteilt der Ayurveda seine Ernährungsempfehlungen mit dem Ziel, die innere Balance des Menschen und somit auch seine Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Praktisch geschieht dies vor allem über die 6 Geschmacksrichtungen (süß, sauer, salzig, scharf, bitter, zusammenziehend), die in der Nahrung enthalten sein sollten, aber auch durch die Zugabe bestimmter Kräuter und Gewürze. Dabei spielen die Qualität und die Art der Zubereitung der Nahrungsmittel eine ebenso wichtige Rolle, wie die Menge und in welcher Kombination und zu welcher Tageszeit die Nahrung aufgenommen wird. Ayurvedische Ernährung berücksichtig ein Höchstmaß an Individualität und ist bei richtiger Anwendung das wichtigste Werkzeug in der „Kunst zu leben“.

(c): Hotel Ayurveda Parkschlösschen

Das Hotel Ayurveda Parkschlösschen in Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz) bietet seit 1993 medizinisch fundierten Ayurveda auf 5-Sterne-Niveau an. Betreut werden die Gäste durch ein professionell ausgebildetes Ärzteteam mit langjähriger Erfahrung sowie qualifizierte Ayurveda-Therapeuten.

(c): Hotel SCHICK

E. P.Jeevan (B.A.M.S.) studierte am Coimbatore Ayurveda College in Indien. Über verschiedene Stationen in Italien und Deutschland führte ihn sein Weg schließlich nach Tirol (Österreich), wo er seit 2011 für das Hotel SCHICK tätig ist, welches sich auf die ganzheitliche, indische Gesundheitslehre spezialisiert hat. Ein indisches Fachärzte- und Therapeutenteam aus Kerala kümmert sich um die Gäste.