Schlagwort-Archiv: Depression



Wochenende um eine Stunde verkürzt

Die Uhr eine Stunde vorstellen

Wie in jedem Jahr wird die Uhr am letzten Sonntag im März von Winterzeit auf Sommerzeit umgestellt: In der Nacht von Samstag auf Sonntag drehen sich die Zeiger von zwei auf drei Uhr vor und die Nacht ist eine Stunde kürzer als sonst.
Auch wenn es nur eine Stunde ist, die man in dieser Nacht an Schlaf verliert, so hat die Zeitumstellung doch einen nachhaltigen Einfluss auf den Tag-Nacht-Rhythmus und damit auch auf Gesundheit und Wohlbefinden. Weiterlesen

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Wer sportlich aktiv ist, hat weniger Angst

Wer regelmäßig läuft, schwimmt oder radelt, reagiert in Stress-Situationen gelassener – und ist weniger ängstlich fanden Forscher der Universität Princeton heraus. Denn körperliches Training macht nicht nur fit – es wirkt auch auf bestimmte Hirnregionen. Weiterlesen



Was ist Stress?

Stress ist eine Begleiterscheinung unserer modernen Gesellschaft. Stress spornt uns zu Höchstleistungen an, setzen wir unseren Körper aber dauerhaft Stresssituationen aus, kann er krank werden. Viele Menschen haben verlernt, dass unser Organismus Entspannungsmomente als Ausgleich dringend braucht – doch wie entspannen wir richtig? Der Stress-Experte Dr. med. Michael Holzapfel gibt Tipps für ein stressfreies Leben.

Gesundheitsreise.de: Welche Anzeichen und Symptome sprechen für eine zu grosse Stressbelastung?

Dr. med. Holzapfel: Die ersten Signale sind meist Schlafstörungen und/oder verschleierte Panikstörungen mit Symptomen wie plötzliche Luftnot, Herzrasen, Engegefühl. Auch Rückenschmerzen treten häufig als Folge von Stress und Überforderung auf. 60 Prozent aller Rückenbeschwerden sind psychosomatisch bedingt.

Nehmen Stress-Symptome heute zu?

Dr. med. Holzapfel: Zahlreiche Statistiken und ärztliche Beobachtungen sprechen eindeutig für eine rasante Zunahme. Verschleierte Panikstörungen – Fachausdruck: panic disorder – sind heute derhäufigste Grund für Krankmeldungen in Unternehmen. Rückenbeschwerden ohne erkennbare körperliche Ursachen haben in den letzten Jahren um 30 Prozent zugenommen.

Welche Gründe sehen Sie dafür?

Dr. med. Holzapfel: Die Entwicklung hat schon vor gut 50 Jahren begonnen, und sich mit Beginn des 21. Jahrhunderts drastisch beschleunigt. Dafür gibt es viele Ursachen. Eine sehr wichtige istunser neues Zeitverständnis und die damit einhergehende allgemeine Beschleunigung. Die moderne Gesellschaft vertritt den Glauben, Zeit müsse effizient genutzt werden, damit das Leben gelingt. Zeitliche Zwischenräume, in denen man nichts tut und nur vor sich hinträumt, gelten als verlorene Zeit. Sogar die Freizeit ist verplant und durchgestaltet. Mit der Folge, dass die Regenerationsphasen nicht mehr reichen. Das Nervensystem ist einem Dauerzustand von Überdehnung ausgesetzt.

Wie kann die Oberwaid-Kur hier entgegenwirken?

Dr. med. Holzapfel: Das Kurkonzept beruht auf den drei Säulen Bewegung, Ernährung, Motivation. Inhalte sind zum Beispiel Schlafregulierung, Entspannungs- und Stressmanagementtherapien zum Teil über Feedback und das Achtsamkeitstraining MBSR. Natürlich spielen auch Bewegungsprogramme eine grosse Rolle. Dabei achten wir auf die Chronobiologie: Die körperliche Aktivierung ist meist für den Vormittag geplant. Wichtiger Bestandteil der Kur ist das Ernährungskonzept der Smart Cuisine. Ein Ziel dieser besonderen Küche ist auch ein neuer, bewusster Umgang mit Essen.

Für wen ist die Kur mit der Zielsetzung „Stressfrei leben“ geeignet?

Dr. med. Holzapfel: Wir richten uns an Menschen, die unter grossem Leistungsdruck stehen und etwas gegen erste Stress-Symptome oder ihre Erschöpfung unternehmen möchten. Wir setzen auf Prävention und rechtzeitige Verhaltensänderung.

Dr. med. Michael Holzapfel ist Leiter des Fachbereichs mentale Gesundheit in der Oberwaid – Kurhaus & Medical Center. In der Oberwaid wurde ein ganzheitliches Kurkonzept entwickelt, das sich gezielt an den modernen Menschen mit seinen besonderen körperlichen und psychischen Belastungen richtet. Zu den medizinischen Angeboten gehören hochspezialisierte Präventions- und Therapie-Programme gegen das Entstehen von Stress und Stress-Folgekrankheiten wie Burnout, chronische Erschöpfung oder Rückenschmerz.



Burn Out – Maßnahmen, Therapieverlauf, Prävention

Im Blogbeitrag „Burn Out – Ursachen, Symptome und Verlauf“ wurde bereits erläutert, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu hören, um bei den ersten Anzeichen eines Burn Out noch die „Reißleine“ ziehen zu können. Doch was tun, wenn man diesen Zeitpunkt verpasst hat?

Dr. Vinzenz Mansmann von der Kur- und Rehaklinik NaturaMed warnt davor sich zurückzuziehen und zu vereinsamen. „Dann gerät man in einen Zustand, wo man Hilfe nicht mehr annehmen kann und sich nur noch durchbeißt“, so der Experte. Und genau diese Hilfe ist bei einem Burn Out wichtig. Profis können einem helfen sich von krankmachenden Verhaltensmustern zu lösen und seine Einstellungen zu ändern. So lautet beispielsweise die Devise helfendes Mitgefühl zu empfinden aber nicht mit zu leiden. Um seinem Leben einen Sinn zu geben, der unabhängig vom Alltagserfolg ist, ist es ratsam seine eigene Spiritualität und Transzendenz zu entwickeln, sagt der Burn Out Experte. Dabei reicht ein normaler Urlaub meistens nicht mehr aus. Zwar ist der damit verbundene Ortswechsel eine gute Voraussetzung um Abstand zum Alltag zu gewinnen, um nachhaltig etwas zu verändern, ist jedoch professionelle Unterstützung nötig. Dr. Petra Wiechel, Burn Out Expertin der Paracelsus Clinica al Ronc meint dazu: „Gleichgewicht halten ist das Schlüsselwort. Der Mensch unterliegt einer inneren Ordnung, die es zu wahren gilt.“ Daher sollten wir auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung, Bewegung und Ruhe, eine gesunde Ernährung sowie einen bewussten und vorsichtigen Umgang mit Alkohol und Nikotin achten. Auch sind harmonische Beziehungen mit unseren Mitmenschen sehr wichtig für unsere innere Balance. Jeder Mensch strebt nach Anerkennung, Liebe, Gerechtigkeit und Achtung. Wir lassen uns ständig von unseren Gefühlen leiten und sie sind die Voraussetzung für körperliches Wohlbefinden.

Ausreichend Entspannungsmomente in den Alltag integrieren – das hilft zur Burn Out-Prävention

Sollten Sie bei einem anderen Menschen Anzeichen eines Burn Out erkennen, müssen Sie diese Signale ernstnehmen und am besten offen ansprechen, damit die betroffene Person sich Hilfe von einem Arzt oder Therapeuten suchen kann.

Ist dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten, hilft meist nur noch eine Therapie. Diese sollte unbedingt an den Ursachen ansetzen und nicht nur die Symptome bekämpfen. Denn daran lässt sich meist nur die Spitze des Eisbergs erkennen. Ganz nach dem Zitat von Hippokrates „Wenn du nicht bereit bist, dein Leben zu verändern, kann dir nicht geholfen werden.“ ist eine Analyse des eigenen Lebens und der Lebensumstände wichtig. Darauf aufbauend können Lösungswege erarbeitet werden, die helfen sich von krankmachenden Strukturen zu lösen. Weitere Bestandteile einer Burn Out Therapie können die Ausleitung toxischer Belastungen, die Anregung des mitochondrialen Stoffwechsels (Energiekraftwerke er Zellen) sowie die Behandlung der Nebennierenschwäche (Produktionsstätte der Stresshormone) sein, so Frau Dr. Wiechel.

Um jedoch von vornherein ein Burn Out zu verhindern, hat Dr. Mansmann zwölf Tipps zur Burn Out Prävention parat.

  • Vertrauen Sie Ihrem Körper und beachten Sie seine Signale. Erkennen Sie Stress und Zwänge und gestehen Sie sich diese ein.
  • Lösen Sie sich von Lebensumständen, die Sie krank und unglücklich machen. Diese können sowohl im beruflichen oder im privaten Umfeld liegen.
  • Überlegen Sie sich, was Ihnen wirklich wichtig ist und was unnötig viel Energie raubt. Konzentrieren Sie sich auf die für Sie wesentlichen Aspekte und fahren Sie Ihr Engagement in weniger wichtigen Dingen zurück.
  • Ziehen Sie sich nicht zurück. Pflegen Sie Freundschaften und den Kontakt zu bekannten und knüpfen Sie Kontakt zu Ihren Mitmenschen.
  • Hören Sie auf, sich um alles und jeden zu kümmern. Achten Sie auf sich und darauf, dass auch Sie genügend Fürsorge erfahren.
  • Geben Sie Verantwortung ab und entlasten sich dadurch. Sei es im Beruf, daheim oder im Freundeskreis.
  • Unterscheiden Sie zwischen wichtigen Werten und sich verändernden Werten. Trennen Sie wichtig und unwichtig.
  • Lernen Sie „Nein“ zu sagen. Das schützt Sie vor weiteren Anforderungen an Sie.
  • Finden Sie Ihren persönlichen Lebensrhythmus und teilen Sie sich Ihre Energie ein. Schaffen Sie ein Ausgeglichenheit  von Anspannung und Arbeit  auf der einen und Entspannung und Freizeit auf der anderen Seite.
  • Achten Sie auf Ihren Körper. Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf, eine gesunde sowie regelmäßige Ernährung und vernachlässigen Sie Besuche beim Arzt nicht.
  • Grübeln Sie nicht über alles nach. Konzentrieren Sie sich auf die wirklichen Probleme und verwenden Sie Ihre Energie darauf diese zu lösen und sich um Ihre Bedürfnisse zu kümmern.
  • Lachen ist und bleibt die beste Medizin! Auch bei Burn Out. Atmen Sie dreimal am Tag bewusst ein und aus. Lächeln Sie sich beim Ausatmen zu.

Die individuelle Burn Out Vorsorge ist das eine. Hier liegt es an jedem selbst, auf sich und seine Bedürfnisse zu achten. Aber auch Unternehmen sollten sich auf diese neue Volkskrankheit einstellen und Ihren Beitrag zur Prävention leisten. Schließlich ist auch für sie die Gesundheit ihrer Mitarbeiter sehr wichtig. Der Burn Out Experte Dr. Mansmann betont, dass diese letztendlich nur davon profitieren: Zum einen wirken sich solche Maßnahmen positiv auf den Ruf des Unternehmens sowie die Arbeitsatmosphäre aus und binden Mitarbeiter, insbesondere bedeutende Leistungsträger. Zum anderen erhöhen sie die Leistung und verringern gleichzeitig die Krankheitstage. Dies führt langfristig zu mehr Gewinn und einer gesteigerten Wettbewerbsfähigkeit.

Im Gesundheitsreise.de-Themenspecial „Burn Out“ präsentieren wir Ihnen passende Urlaubsangebote und Hotels. Ein Urlaub reicht bestimmt nicht aus, um Burn Out zu heilen, aber er eignet sich im Voraus hervorragend, die „Notbremse“ zu ziehen und sein Leben in gesündere Bahnen zu lenken. Nutzen Sie die freien Tage um Kraft zu tanken und zusammen mit Spezialisten Ihre bisherigen Verhaltensmuster umzukrempeln.

Zu den Experten:

Dr. med. Vinzenz Mansmann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Er ist außerdem Stress- und Burn Out-Experte und ist leitender Arzt der NaturaMed Rehaklinik in Bad Waldsee (Oberschwaben).

Dr. med. Petra Wiechel ist Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc (Schweiz). Zu ihren Schwerpunkten zählen u.a. Ernährungsmedizin, Biologische Krebstherapie sowie Säure-Basen-Diagnostik nach Jörgensen. Zusammen mit ihrem Klinikteam betreut sie auch Urlaubsangebote zur gezielten Burn Out-Prävention.



Burn Out – Ursachen, Symptome und Verlauf

Viele Ursachen von Burn Out liegen im Lebenswandel der heutigen Zeit: chronische Überforderung, mangelnde Anerkennung sowie Stress im Berufs- und Privatleben können die Psyche ausbrennen.

Die Anforderungen an jeden einzelnen von uns steigen. Vor allem im Berufsleben haben wir mit einer globalisierten und immer weiter vernetzten Umwelt zu tun. Dies führt laut Dr. Mansmann zu einer Verdichtung der Arbeitsinhalte und -abläufe sowie zu einer Flexibilisierung der Arbeitsprozesse; die Arbeit wird immer weiter entgrenzt. Hinzukommt, dass Verantwortung in der Hierarchie eines Unternehmens nach unten verlagert wird. Mit Zunahme der täglichen Belastungen nimmt auch die Zahl der an Burn Out erkrankten Menschen immer weiter zu.
Diese Faktoren sind äußere Einflüsse, die häufig einen Burn Out hervorrufen. Ebenso bedeutend ist aber selbstverständlich auch die eigene innere Einstellung. Der Experte nennt als die fünf häufigsten psychologischen Ursachen: ein Fehlen von Selbstbewältigungsstrategien, die Verbindung aus überzogenem Ehrgeiz mit einem Minderwertigkeitsgefühl, das Problem vieler Menschen nicht „Nein“ sagen zu können, den Perfektionismus sowie das sog. Helfersyndrom. Auch Dr. Petra Wiechel, Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc, zählt zu den häufigsten Ursachen emotionale Faktoren wie Mobbing am Arbeitsplatz, Überforderung und fehlende Work-Life-Balance. Sie ergänzt, dass es häufig nur noch darum geht zu funktionieren. Dadurch hat der Körper keine Zeit für die notwendige Regeneration und der Verlust des inneren Gleichgewichts ist die Folge.

Daher ist es wichtig, seinem Körper Erholungsphasen zu gönnen und auf seine Signale rechtzeitig zu reagieren. Denn je früher man einen drohenden Burn Out erkennt, desto besser. Dann kann man etwas unternehmen bevor es zu spät ist. Gerade zu Beginn werden Anzeichen missachtet oder als harmlos abgetan. Bemerken Sie, dass Sie häufiger unaufmerksam sind? Solche Konzentrationsschwierigkeiten sind erste Anzeichen eines Burn Out, die meist schleichend kommen. Weitere Symptome sind laut Frau Dr. Wiechel u.a. muskuläre Verspannungen, funktionelle Herz- sowie Magen-Darm-Beschwerden. Dr. Mansmann unterscheidet dabei sogar noch nach geschlechterspezifischen Symptomen.

Typische Anzeichen bei Frauen sind unter anderem:

  • Distanziertheit und Rückzug
  • Unerwartetes Ausbrechen in Tränen
  • Vermehrte Erkältungen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Wenig Sinn für Ironie und Humor
  • Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
  • Deutlich erhöhter Alkoholkonsum
  • Wenig Flexibilität in ihrer Meinung und in ihren Urteilen
  • Ständige Sorge, dass alles richtig gemacht wird
  • Bitterer Zynismus in jeder Hinsicht

Männer hingegen zeigen häufig folgende Signale:

  • Lustlosigkeit und Motivationslosigkeit
  • Gereiztheit
  • Versagensängste sowie das Gefühl, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein
  • Wenig Interesse an der Arbeit
  • Andauernde Müdigkeit und Schlafprobleme
  • Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung
  • Stimmungsschwankungen
  • Kopfschmerzen sowie Magen-, Darmbeschwerden.

Im fortgeschrittenen Stadium nimmt die Intensität der beschriebenen Symptome zu. Auch im Beruf sind die Folgen deutlich spürbar.  Der Burn Out-Experte Dr. Mansmann erläutert, dass z.B. Angstgefühle und andere psychisch belastende Emotionen immer mehr werden. Reaktionen sind nun häufig genervt und gereizt zum Teil sogar kundenfeindlich, die Konzentration fällt immer schwerer und man arbeitet zunehmend ineffizient. Darunter leidet nicht nur die Kollegialität, so ein Verhalten kann sogar geschäftsschädigend sein.

Dr. Mansmann, Burn Out-Experte der NaturaMed Vitalklinik in Bad Waldsee beschreibt „12 Stufen bis zur völligen Erschöpfung“:

in Anlehnung an Dr. Mansmann

Im Gesundheitsreise.de-Themenspecial „Burn Out“ präsentieren wir Ihnen passende Urlaubsangebote und Hotels. Ein Urlaub reicht bestimmt nicht aus, um Burn Out zu heilen, aber er eignet sich im Voraus hervorragend, die „Notbremse“ zu ziehen und sein Leben in gesündere Bahnen zu lenken. Nutzen Sie die freien Tage um Kraft zu tanken und zusammen mit Spezialisten Ihre bisherigen Verhaltensmuster umzukrempeln.

Zu den Experten:

Dr. med. Vinzenz Mansmann ist Facharzt für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren. Er ist außerdem Stress- und Burn Out-Experte und ist leitender Arzt der NaturaMed Rehaklinik in Bad Waldsee (Oberschwaben).

Dr. med. Petra Wiechel ist Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc (Schweiz). Zu ihren Schwerpunkten zählen u.a. Ernährungsmedizin, Biologische Krebstherapie sowie Säure-Basen-Diagnostik nach Jörgensen. Zusammen mit ihrem Klinikteam betreut sie auch Urlaubsangebote zur gezielten Burn Out-Prävention.



Was ist Burn Out?

Burn Out ist derzeit in aller Munde. Doch was genau ist Burn Out? Wer und wie viele sind von dieser Krankheit betroffen? Gesundheitsreise.de klärt diese Fragen im Interview mit Dr. Petra Wiechel, Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc.

Gesundheitsreise.de: Was ist ein Burn Out ?
Dr. Wiechel:
Gesundheit beginnt in der Zelle, dort ist der Tatort für das Entstehen eines Burn Out. 70 Billionen Körperzellen wollen 24 Stunden konsequent bedient werden, mit allem was ihr Stoffwechsel erfordert.
Solange unsere Lebensweise den Bedürfnissen des Organismus gerecht wird, dürfen wir auf Gesundheit bauen. Muss sich aber der Körper den veränderten Lebensumständen anpassen, entfernt er sich von seiner „artgerechten“ Lebensweise, dann geht das allein  auf  seine Kosten. Emotionale Ursachen, wie Mobbing am Arbeitsplatz, Überforderung, fehlende Work-Life-Balance u.a. sind hierfür die Ursachen.
Das System  wird langfristig überfordert. Die Dauerbereitstellung z.B sämtlicher Hormonaktivitäten ermüdet, der zelluläre Energiestoffwechsel kann nicht mehr ausreichend bedient werden.  Der Körper braucht mittlerweile zu viel Energie, um das Minimum zu bedienen. Erschöpfung auf allen Ebenen tritt ein –  der Körper zieht die Bremse.

Warum lassen Menschen diese „Selbstverbrennung „ zu ?
Weil man im Strudel des Lebens oft nur noch  funktioniert und funktionieren muss und sich selbst verliert.  Weil man nach einem  Urlaub nicht  registriert, das der Erholungseffekt nur noch begrenzte Zeit anhält. Die Lebensumstände zwingen uns Menschen oft das Gleichgewicht zu verlieren. Wer reguliert, der funktioniert. Die Regulationskraft des menschlichen Körpers lässt nach, wenn er ununterbrochen funktionieren muss, physisch oder psychisch, seine eingebauten Erholungsmechanismen nicht mehr abgerufen werden.

Häufen sich Burn Out Fälle in den letzen Jahren oder ist die ständige Medienpräsenz für  die verstärkte Wahrnehmung dieser Krankheit verantwortlich?
Es ist ein Problem unserer Zeit, der zivilisierten Welt, die andere  Werte vermittelt und lebt.  Ferner fordert unsere Umwelt   uns Menschen 100 % intakte  Entgiftungskapazität  ab. Aber wie: wenn Stress diese reduziert, wenn der Bedarf an ausreichenden Antioxidantien über die Ernährung nicht mehr gedeckt wird,  toxische Belastungen, wie Arsen, Palladium, Quecksilber wichtige zelluläre und immunologische Stoffwechselwege blockieren.
Burn Out ist ein Problem unserer zivilisierten  Gesellschaft und man kann nicht genug darüber berichten.  Achtsamkeit  und Eigenverantwortung sind gefordert.

Wie viel Betroffene gibt es?
5,2 % der Frauen und  3,3  %  der Männer, wobei  das Hauptalter zwischen 50 – 59 Jahren liegt.

Wer ist betroffen?
Die Frauen zeigen sich statistisch überlegen, aber auch zunehmend Männer, denen es jedoch schwerer fällt sich Schwächen einzugestehen und sich konsequent einer Behandlung zu unterziehen. Jeder Mensch ist ein Unikat. Jeder kompensiert Belastungen des Lebens mit einen anderen Haltung. Es gibt keine Klassifizierung  oder Charaktereigenschaft, die mir zeigen könnte: du bist für ein Burn Out prädestiniert.

Wie verläuft die Krankheit weiter?
Symptome, wie sie oben aufgeführt sind, treten anfangs sporadisch auf, nehmen aber  langsam in der Chronizität zu.  Der Tatort ist die Zelle und hier ist Diagnostik gefordert, um die  Systeme langsam wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Der menschliche Körper ist ein grosses System der Selbstregulation,  belastbar – aber auch verletzlich. Täglich ist er jedoch bemüht sein  Gleichgewicht wieder herzustellen.  Vorliegende Befunde bauen das Fundament für den individuellen  Weg.

Welche vorbeugenden und stabilisierenden Massnahmen gibt es? Gibt es „die Strategie“ gegen Burn Out ?
Für keine Krankheit gibt es das Rezept. Nur individuell lässt sich erkennen, warum der Körper nicht mehr im Gleichgewicht halten kann. Symptome sind nur die Sprache des Körpers, die Spitze des Eisberges. Krankheit ist immer Ausdruck einer mangelnden Regulations – und Entgiftungfähigkeit des Organismus, ein dynamischer Prozess  über Wochen, Monate, Jahre.
Jeder Mensch unterliegt dem Bedürfnis nach Harmonie.  24 Stunden sind unsere Gefühle unser Kompass für jeden Schritt. Wir streben nach Anerkennung, Liebe,  Gerechtigkeit, Achtung. Entfernen wir uns  von  diesen Gefühlen, beginnt auf körperlicher Ebene Disharmonie. Die Kompensation gegenüber dem Leben verändert sich. Kommen dazu eine Vielfalt von anderen Belastungen,  ist  die Überforderung vorprogrammiert.
Die Vorbeugung eines Burn Out liegt in der Klärung und Rhythmisierung des Lebens. Probleme gib es nicht – nur Herausforderungen. Klärung ist gefordert.  Menschen, die lange Zeit unter Stress, Unverständnis, Mobbing, Ehekrisen etc. leiden, verlieren ihre innere Balance. Ein Fakt, der dem Burn Out   die Plattform bietet.
Gleichgewicht halten ist das Schlüsselwort. Der Mensch unterliegt einer inneren Ordnung, die es zu wahren gilt. Die Balance zwischen Spannung und Entspannung, Bewegung und Ruhe, die Ausgewogenheit einer guten Ernährung, die Harmonie einer zwischenmenschlichen Beziehung,  der bewusste Umgang mit Suchtmitteln, wie Alkohol und Nikotin und vielem mehr.

Im Gesundheitsreise.de-Themenspecial „Burn Out“ präsentieren wir Ihnen passende Urlaubsangebote und Hotels. Ein Urlaub reicht bestimmt nicht aus, um Burn Out zu heilen, aber er eignet sich im Voraus hervorragend, die „Notbremse“ zu ziehen und sein Leben in gesündere Bahnen zu lenken. Nutzen Sie die freien Tage um Kraft zu tanken und zusammen mit Spezialisten Ihre bisherigen Verhaltensmuster umzukrempeln.

Weitere Informationen zum Thema Burn Out & Depression finden Sie auch in diesem Blog.

 

Zur Expertin: Dr. med. Petra Wiechel ist Chefärztin der Paracelsus Clinica al Ronc (Schweiz). Zu ihren Schwerpunkten zählen u.a. Ernährungsmedizin, Biologische Krebstherapie sowie Säure-Basen-Diagnostik nach Jörgensen. Zusammen mit ihrem Klinikteam betreut sie auch Urlaubsangebote zur gezielten Burn Out-Prävention.

 



Lichttherapie gegen Winterdepression

Veränderte Lichtverhältnisse machen vielen Menschen in der dunklen Jahreszeit zu schaffen. Der Spätherbst schlägt aufs Gemüt, man fühlt sich schlapp und antriebslos. Doch schon ein flotter halbstündiger Spaziergang bei Tageslicht hilft aus der Trübsal-Falle – am besten in der Tagesmitte, wenn es am hellsten ist. Weiterlesen



Anzeichen für Burn Out

Stress gehört zum Leben. Er spornt Menschen an, das Beste aus sich herauszuholen und eigene Grenzen zu überwinden. Doch in der Schnelllebigkeit der heutigen Zeit neigen viele Menschen dazu, sich zu viel Stress zuzumuten, sei es beruflich oder im Privatleben. Wenn der Körper über einem langen Zeitraum permanent Stresssituationen ausgesetzt ist, kann er krank werden. Psychische Erkrankungen wie Depressionen sind oftmals die Folge. Gesundheitsreise.de hat mit dem Dipl.-Psychologen Benjamin Martens über psychische Erkrankungen gesprochen.

Gesundheitsreise.de: Der Begriff „psychische Erkrankungen“ ist ein sehr weiter Begriff. Welche Indikationen fallen darunter?

Martens: Der Begriff psychische Erkrankung an sich ist sehr komplex und auch schwierig zu interpretieren. Wer von einem anderen Menschen als verrückt oder psychisch krank spricht, unterstellt meist auch gleichzeitig eine Art negative Abweichung von einer gewissen Norm. Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung, was psychisch normal ist und was nicht. Leider ist diese Vorstellung häufig alles andere als korrekt, vor allem bei Menschen, die sich nicht bewusst mit dem Thema „psychische Erkrankungen“ auseinander gesetzt haben. Ganz grundsätzlich ist eines der wichtigsten Kriterien für eine psychische Störung, dass der Betroffene (oder in eher seltenen Fällen auch sein soziales Umfeld) unter dem Verhalten leidet, das mit dieser Störung einhergeht. Dann gibt es natürlich ein großes Feld an psychischen Störungen. Diese beginnen bei „populären“ Erkrankungen wie Burn Out oder Depression, die meisten psychischen Erkrankungen jedoch sind dem Laien kaum bekannt. Daher ist es für Betroffene oder deren Angehörige und Freunde umso wichtiger, sich bei einem Verdacht an seriöse Experten zu wenden.

Wie erkennt man, dass man selbst oder ein Angehöriger unter einer psychischen Störung leidet?

Das hängt wiederum stark von der vorliegenden psychischen Störung ab und ist bei manchen Störungen eher und bei anderen für den Laien kaum möglich. Als Betroffener, Angehöriger oder Freund merkt man meist nur, dass sich die betroffene Person bzw. man selbst irgendwie verändert hat oder dass es ihr einfach nicht gut geht. Und das meist über längere Zeit und unabhängig von der Tagesstimmung. Wirklich feststellen, ob eine psychische Erkrankung vorliegt kann nur ein Experte, also ein geprüfter und ausgebildeter Psychotherapeut. Laien sollten sich hier vor Diagnosen oder Verdächtigungen hüten, da diese oft sehr schwerwiegende Folgen haben.

Immer mehr Menschen erleiden eine psychische Erkrankung, v.a. Burn Out ist derzeit in aller Munde. Woran liegt das?

Das muss man im Prinzip für jede einzelne psychische Störung auch einzeln analysieren und betrachten. Grundsätzlich sind psychische Störungen eigentlich nichts anderes als übertriebene Reaktionen auf die Umwelt oder bestimmte Lebensereignisse. Diese Reaktionen oder Mechanismen sind in ihrer normalen Ausprägung sogar meist sehr nützlich. So könnte man eine Depression beispielsweise als eine Art überzogene oder übertriebene (und damit dann nicht mehr gesunde) Form oder Ausprägung von Trauer oder Melancholie halten. Aber zurück zum Burn Out. Auch hier kann man wissenschaftlich sehr ins Detail gehen. Oder man kann meiner Meinung aber auch zusammenfassend sagen, dass wir uns als Menschen eine Umwelt erschaffen haben, die uns vielleicht nicht mehr in allen Facetten gut tut. Wir leben in einer sehr schnelllebigen und hektischen Zeit, die geprägt ist von Technologie und immer höheren Anforderungen an das Individuum. Das ist nicht in allen Teilen schlecht, sondern ja am Ende des Tages auch das, was wir Fortschritt nennen – mit allen positiven Nebeneffekten. Aber diese Welt und unser modernes Leben verursachen viel Stress. Unsere Vorfahren lebten in einer einfacheren Welt. Sie haben Stress in der Regel durch Bewegung abgebaut. Sie sind zum Beispiel einfach vor einer bedrohlichen (und damit stressbesetzten) Situation geflohen. Sie sind weggerannt. Die Natur hat uns diese körperliche Art des Stressabbaus quasi eingebaut. Tiere machen das übrigens heute noch so. Aber wir Menschen nicht mehr. Wir haben Bürojobs und können unseren Stress nicht einfach körperlich abbauen. So staut sich Stress auf und Stress ist eine der Hauptursachen für Burn Out.

Was kann vorbeugend gegen Burn Out und andere psychische Erkrankungen unternommen werden?

Das Wichtigste ist, dass jeder Mensch sich bewusst mit seiner eigenen Psyche auseinander setzt. Ich muss wissen, was mir gut tut und was nicht. Welche Situationen ich als stressend empfinde und in welchen Situationen ich mich wohl fühle und den eigenen Akku wieder aufladen kann. Das ist es, was wir bei psycheplus.de als psychische Gesundheitsvorsorge bezeichnen. Was nun die Dinge sind, die Menschen gut tun, kann man nicht pauschalisieren. Ein wichtiges Thema mit hohem Potential ist jedoch Sport. Sport wirkt stressabbauend und sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen. Damit ist er eine der effektivsten Vorbeugemaßnahmen gegen psychische Erkrankungen überhaupt.

Wie können Familienangehörige und Freunde dem Betroffenen helfen?

Auch das ist von der konkreten Problematik oder psychischen Störung abhängig. Grundsätzlich kann man am Besten helfen, wenn man die betroffene Person dazu bringt, von sich aus psychotherapeutische Hilfe anzunehmen bzw. aufzusuchen. Diese aktive Komponente bzw. intrinsische Motivation ist ein ganz wichtiger Baustein für den Behandlungserfolg. Ansonsten sind pauschale Ansätze auch hier schwierig. Man sollte das Thema nicht tot schweigen, ihm auf der anderen Seite aber auch nicht zu viel Gewicht geben, da sich der Betroffene sonst schnell zu stark unter Druck gesetzt fühlt. Und was auch immer hilft: Versuchen Sie, in Gesprächen mit Betroffenen auf positive Inhalte zu fokussieren, Möglichkeiten aufzuzeigen und zu vermitteln, dass er oder sie viele Ressourcen im Leben hat.

Benjamin Martens, Diplom-Psychologe und systemischer Coach, ist spezialisiert auf Persönlichkeitspsychologie sowie Klinische Psychologie. Martens ist Geschäftsführer vom Internetportal psycheplus.de, was neben der Therapievermittlung auch psychische Gesundheitsvor- und nachsorge bietet. Ein wissenschaftlicher Selbsttest bietet Betroffenen die Möglichkeit herauszufinden, ob sie an einer psychischen Erkrankung leiden und können sich außerdem in einem psychologischen Forum austauschen, das von Psychologen betreut wird.