Schlagwort-Archiv: Nahrungsmittelallergie



Erste glutenfreie Urlaubsregion der Schweiz

Als erste Urlaubsdestination in der Schweiz ermöglicht die Nationalparkregion Engadin Scuol Samnaun mit einem Verbund von Restaurants, Hotels, Pensionen und Gewerbebetrieben Urlaubsgästen erholsame Ferien trotz Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit. Was man zu Hause kennt und kontrollieren kann, legt man während der Ferien in die Hände der Gastgeber. Weiterlesen



Heuschnupfen und Co. entfliehen

Allergiker müssen nicht nur in ihrer direkten Umgebung und im Alltag, sondern auch bei ihrer Urlaubsplanung auf Allergie auslösende Faktoren achten. Dabei kann die richtige Wahl des Hotels und Urlaubsortes für manche sogar die einzige beschwerdefreie Zeit bedeuten. Weiterlesen



Milchprodukte auf dem Speiseplan trotz Milchzuckerunverträglichkeit

Etwa 15 Prozent der Deutschen leiden unter einer Lactoseintoleranz, sie vertragen keine Milchprodukte. Ganz darauf verzichten müssen aber die Wenigsten. Meistens produziert ihr Körper noch eine geringe Menge des Milchzucker – Lactose – spaltenden Enzyms Laktase. Weiterlesen



Urlaub von der Allergie

Pollen, Milben, Hunde oder Katzen, bestimmte Pflanzen, auch Nahrungsmittel können Allergikern den Urlaub gründlich vermiesen. Auf geprüfte, qualitätsgesicherte Allergikerfreundlichkeit weist das ECARF-Qualitäts Siegel hin, das die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) an Unterkünfte und Restaurants und seit neuestem auch an ganze Gemeinden vergibt. Weiterlesen



Glutenunverträglichkeit – Symptome, Diagnose, Ernährung

Immer mehr Menschen reagieren empfindlich auf das Weizeneiweiß Gluten. Unsere Expertin verrät, was es bei Glutenunverträglichkeit zu beachten gibt.

Gesundheitsreise.de: Was ist eine Glutenunverträglichkeit/ Zöliakie?
Terler: Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die bei entsprechender Bereitschaft durch den Genuss glutenhältiger Speisen, z.B. Brot, Gebäck, Mehlspeisen, Beilagen etc., ausgelöst wird. Das im Weizenmehl enthaltene Klebereiweiß Gliadin (Gluten) und ähnliche Eiweißstoffe im Roggen, Gerste, Dinkel, Grünkern, Kamut, Einkorn, Emmer und Hafer führen zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut.
Dadurch wird die Funktion des Dünndarms deutlich beeinträchtigt und die Aufnahme der Nährstoffe kann nicht mehr erfolgen. Als Folge kommt es zu Mangelzuständen und Verdauungsstörungen.

Eignen sich Lebensmittelunverträglichkeitstests zur Diagnose?
Nein, diverse Lebensmittelunverträglichkeitstests, Allergietests, Austestungen mit Bioresonanz etc. eignen sich nicht zur Diagnose. Eine eindeutige Diagnose wird bei einer Magenspiegelung gestellt. Durch Entnahme von kleinsten Gewebsproben aus dem oberen Dünndarm (Dünndarmbiopsie) kann nachgewiesen werden, dass die Dünndarmschleimhaut bei unbehandelter Zöliakie in charakteristischer Weise verändert ist. Das nennt man Zottenatrophie.
Ergänzend werden im Blut auch zöliakie-spezifische Antikörper bestimmt, die schon eindeutig auf Zöliakie hinweisen können, aber diese alleine nicht beweisen. Man sollte aber unbedingt beachten, dass ein Diätbeginn vor diesen speziellen Untersuchungen die Ergebnisse verfälscht bzw. die Diagnosestellung unmöglich macht.

Was ist bei glutenfreier Ernährung zu beachten?
Die einzige derzeit wirksame Behandlung der Zöliakie ist eine lebenslange strikte glutenfreie Ernährung, unter der sich die Dünndarmschleimhaut wieder völlig erholt. Zöliakie kann derzeit nicht geheilt werden und „vergeht“ auch nicht. Wenn eine schlampige oder gar keine glutenhältige Ernährung eingehalten wird, kann es in Folge zu schweren Mangelerkrankungen wie z.B. Osteoporose, Anämie, etc. kommen.
Da wahrnehmbare Symptome und Beschwerden, wie z.B. Magen-Darmstörungen durch wiederholtem Genuss von glutenhältigen Speisen oftmals ausbleiben, denken viele Zöliakie-Patienten sie seien geheilt. Aber schon bei kleinen Glutenmengen setzt die Schädigung erneut ein. Alle oben genannten Getreidearten und alle daraus hergestellten Lebensmittel wie Mehl, Grieß, Brot & Gebäck, Teigwaren, Mehlspeisen, Waffeln, Malz (auch Bier) und dgl. dürfen von Zöliakie-Betroffenen nicht gegessen werden. Heute gibt es aber schon zu jedem Nahrungsmittel einen glutenfreien Ersatz – vom Mehl, Brot bis zu den Teigwaren. Diese glutenfreien Spezialprodukte sind in Supermärkten, Reformhäusern und teilweise auch direkt beim Hersteller erhältlich.

Was muss man bei der Zubereitung und Aufbewahrung beachten? Dürfen glutenfreie und glutenhaltige Produkte zusammen zubereitet werden?
Glutenfreie und glutenhältige Lebensmittel sollten getrennt von einander aufbewahrt werden. Weiters sollten gut gereinigte Töpfe, Kochlöffel, Backformen etc. für die Zubereitung von glutenfreien Speisen verwendet werden, damit es nicht zu Kontaminationen kommen kann. Auch die Arbeitsflächen sollten immer gut gereinigt werden und eine Getreidemühle darf nur für glutenfreies Getreide verwendet werden.

Was sind glutenfreie Lebensmittel?
Es werden glutenfreie Diätprodukte, wie Mehl, Teigwaren, Brot, Gebäck, Kekse, Kuchen, Knabbereien, etc. extra für die glutenfreie Ernährung hergestellt. Diese werden auch analytisch überprüft.
Die durchgestrichene Weizenähre wird als Markenzeichen für diese glutenfreien Diätprodukte verwendet. Heute gibt es praktisch zu jedem glutenhältigen Lebensmittel auch ein glutenfreies Ersatzprodukt.
Weiters gilt in der EU seit November 2005 die Allergen-Kennzeichung, d.h. glutenhältige Zutaten müssen auf Lebensmittelverpackungen angegeben sein.

Verreisen mit Glutenunverträglichkeit: was ist zu beachten?
Grundsätzlich ist es möglich mit Zöliakie überall hin zu verreisen.
Es wird empfohlen sich bereits vorab zu informieren, ob im Hotel, das gebucht wurde, glutenfreie Speisen angeboten werden und ob glutenfreie Spezialprodukte mitgebracht werden sollten. Weiters sollte man sich über Einkaufsmöglichkeiten von glutenfreien Produkten und Restaurants, die glutenfreie Speisen anbieten, erkundigen.

Tipp der Gesundheitsreise.de-Redaktion: Auf dem Portal GlutenfreeRoads.com von Dr. Schär finden Sie eine Bestellung für glutenfreies Essen in 22 Sprachen übersetzt. Die Bitte an den Koch ist als PDF-Dokument hinterlegt. Dieses können Sie auf Ihrem Smartphone ablegen oder ausdrucken und im Restaurant vorlegen. So gibt es auch keine Verständigungsprobleme.


Eva Terler ist seit über 25 Jahren als Diätologin tätig. Sie leitet Kochseminare für Zöliakiebetroffene und hält zahlreiche Vorträge, Workshops und Seminare.

Gesundheitsreise.de empfiehlt:
Ernährung bei Glutenunverträglichkeit

maudrich 2013, ca. 120 Seiten, durchgehend farbig, broschiert
ISBN 978-3-85175-972-3
EUR 14,90 [A] / EUR 14,50 [D] / sFr 21,50
Erscheint im April 2013

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  • Hilfreiche Lebensmitteltabellen
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Urlaubstipps für Allergiker und Asthmatiker

Allergien und Atemwegserkrankungen wie Asthma erfordern nicht nur im Alltag eine Anpassung an die Gegebenheiten der Krankheit. Auch im Urlaub gilt es einiges zu beachten. Im Gespräch mit Gesundheitsreise.de erläutert Mag. Susanne Radke, worauf Betroffene bei der Planung ihres Urlaubs achten sollten, damit sie sich in den freien Tagen möglichst beschwerdefrei erholen können.

Gesundheitsreise.de: Ein Urlaub eignet sich hervorragend, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Welche Kriterien bei der Wahl des Urlaubs sollten Betroffene von Allergien und Atemwegserkrankungen beachten?

Radke: Man sollte genau hinterfragen, ob das Urlaubsziel auch tatsächlich liefert, was man haben möchte. Es gibt einige Hotels, die sich als allergiker-geeignet bezeichnen, aber ohne realen Hintergrund. Man sollte als Gast, dessen Urlaubsgenuss ja erheblich davon anhängt, ob er in einem Zimmer reizfrei schlafen kann und der sich beim Essen auf die genaue Einhaltung der persönlichen Vorgaben verlassen muss, schon prüfen, ob es am jeweiligen Aufenthaltsort wirklich Messungen und Schulungen gibt. Und ob diese von einer neutralen und seriösen Stelle durchgeführt werden! Dies ist nur sehr selten der Fall.

Welche Urlaubsgebiete eignen sich für Asthmatiker und Allergiker besonders gut?

Generell sind dies natürlich Ziele mit gesundem Klima, also mit möglichst wenig Luftverschmutzung, wenig Pollenbelastung, wenig Feinstaub. Dazu eigenen sich Küsten (natürlich nicht in einem Stadtbereich) oder die Berge, welche durch die Höhenlage an sich schon mache Belastung erheblich vermindern. Das Mikroklima am Krimmler Wasserfall in Österreich ist das einzige bislang weltweit durch Universitätsstudien erforschte Klima, das ganz speziell bei allergischem Asthma nachhaltige positive Wirkung zeigt.

Was können Betroffene selbst in ihrem Alltag tun, um möglichst beschwerdefrei zu leben?

Ganz wichtig ist die richtige Diagnose bei einem Facharzt („Habe ich wirklich allergisches Asthma, wogegen bin ich tatsächlich allergisch?“) und sich dann gezielt z. B. über das Internet oder bei den jeweiligen Patientenorganisationen wie dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) oder der Österreichischen Lungenunion über die Krankheit zu informieren. Patientenvertreter sind oft besser informiert als Hausärzte. Ganz wichtig ist es, seine eigenen Räumlichkeiten entsprechend auszustatten (viel Holz, glatte Flächen, keine Teppiche, keine Vorhänge, rauchfreie Zimmer, allergikerfreundliche Bettwäsche, Waschmittel, etc.). Schon kleine Veränderungen können viel bewirken.

Und die Wahl eines richtigen Urlaubsortes hilft natürlich ebenfalls, denn im Urlaub sollte man möglichst beschwerdefrei ausspannen und sich dabei auch die Zeit für gesundheitsbewusste Erholung nehmen – mit Bewegung in der freien Natur, Ruhe und dem Genuss, sich durch kompetentes Service-Personal verwöhnen zu lassen.

Mag. Susanne Radke ist Projektmanagerin der Region Hohe Tauern Health in Österreich. Hohe Tauern Health bietet Urlaubsangebote, die auf die besonderen Bedürfnisse von Asthmatikern und Allergikern abgestimmt sind. Die Leistung beinhaltet u.a. die Übernachtung in allergikergerechten Zimmern, einen Allergie- Workshop sowie einen Kochkurs mit einer Diätologin.

Wertvolle Tipps und Informationen zum Thema „Hausstauballergie“ finden Sie hier.