Schlagwort-Archiv: Rückenschmerzen



Häufige Rückenleiden

Volkskrankheit Rückenbeschwerden – fast jeder zweite Deutsche kennt Probleme wie Schmerzen in den Schultern, Ziehen im Kreuz oder einen steifen Nacken. Rückenbeschwerden zählen in der heutigen Gesellschaft zu den häufigsten Leiden und liegen auf Platz 1 der körperlichen Beschwerden. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Rückenerkrankungen, welche sich mit den verschiedensten Symptomen äußern. Dennoch gibt es einige Erkrankungen, die als häufigste Rückenleiden bezeichnet werden können:

Ischias-Schmerzen

Ischias-Beschwerden zeigen sich meist durch Schmerzen im Rücken die bis in die Beine ausstrahlen. Oft treten diese Beschwerden plötzlich auf, wie zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Heben von schweren Dingen. Der Ischiasschmerz kann allgemein als Nervenschmerz bezeichnet werden, der durch die Schädigung des namensgebenden Ischiasnervs entsteht. Die Schmerzen entstehen meist, wenn der Ischiasnerv zwischen dem vierten Lendenwirbel und dem zweiten Kreuzbeinwirbel eingeklemmt wird. Schmerzen im Ischias können oft durch Husten oder Pressen verstärkt werden und sogar bis hin zu einer Ischiaglie von Gefühlsstörung oder Lähmungen kommen. Probleme mit dem Ischiasnerv werden vor allem durch schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie durch Krankengymnastik gelindert. In manchen Fällen kann es zu einer Operation kommen.

Hexenschuss

Hexenschuss – ein Begriff der gerne und oft für Rückenschmerz benutzt wird. Per se handelt es sich jedoch bei einem Hexenschuss um plötzlich auftretende und stechende Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Einhergehend mit diesen Schmerzen treten oft Schwierigkeit in Bewegung und Haltung auf, vielen Patienten ist daher ein aufrechter Stand nicht mehr möglich. Dennoch handelt es sich bei einem Hexenschuss um einen eher unkomplizierten Kreuzschmerz. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden, unterstütz durch eine medikamentöse Behandlung sowie Ruhe, nach wenigen Tagen wieder. Dennoch empfiehlt es sich bei einem möglichen Hexenschuss den Arzt aufzusuchen um andere Gründe für den Schmerz ausschließen zu können.

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall wird oft als schlagartig auftretende Erkrankung des Rückens beschrieben, welche mit Rückenschmerzen bis hin zu Lähmungen verbunden sein kann. Bandscheiben stellen in Form einer Knorpelmaße die Verbindung zwischen zwei Wirbelkörper her und bestehen aus einem Faserknorpelring und dem weichen Bandscheibenkern. Im Allgemeinen entsteht ein Bandscheibenvorfall durch Verschleißerscheinungen, mit fortschreitendem Alter können sich Risse im Faserknorpelring bilden. Wenn diese zu groß werden, kann der weiche Kern nach außen dringen und die dahinterliegenden Nerven einquetschen. Ein Bandscheibenvorfall muss jedoch nicht mit Schmerzen einhergehen, sonder kann auch über Jahre unbemerkt bleiben. Bei vielen Patienten bessern sich die Symptome nach einigen Wochen durch eine konservative Therapie, wie zum Beispiel Physiotherapie oder Medikamente. In seltenen Fällen ist jedoch auch eine Operation nötig, meist in Zusammenhang mit Lähmungserscheinungen.

Verspannungen

Muskuläre Verspannungen treten sehr häufig auf und können vielerlei Ursachen haben, wie zum Beispiel eine falsche Körperhaltung, einseitiges Tragen oder eine überhöhte Belastung der Muskulatur. Verspannungen werden auch häufig als schmerzhafte Muskelverhärtung bezeichnet und entstehen durch eine verringerte Durchblutung der Muskulatur. Verspannungen können auch durch seelische Belastungen oder Stress herrühren. Diese lösen sich jedoch meist wieder wenn sich die seelische Situation wieder entspannt hat. Bei muskulären Verspannungen helfen auch Massagen, Saunabesuche oder Entspannungsübungen. Handelt es sich um akute Verspannungen werden auch schmerzstillende Spritzen als Therapieform verwendet. Sollten muskuläre Verspannungen häufiger auftreten empfiehlt es sich krankengymnastische Übungen zu erlenen und auf eine korrekte Körperhaltung achten.

Buchtipp

Gerade mit zunehmenden Alter nehmen (chronische) Rückenbeschwerden stark zu. Grund dafür sind nicht nur der Verschleiß der Gelenke, sondern auch die Bewegungsarmut. Der Ratgeber „Richtig bewegen im Alter“ erklärt häufige Beschwerden des Bewegungsapparates und gibt Tipps zur Behebung. Weitere Themen sind u.a. Bewegungsabläufe im Alltag sowie Sport im Alter.

Hans Tilscher; Elena Wattrodt-Eckardt

Richtig bewegen im Alter
Ein orthopädischer Ratgeber für Senioren

2010, Maudrich
Auflage: 1
205 Seiten; m.zahlr. farb. Abb.;
210 x 165 mm
ISBN: 978-3-85175-928-0
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Haltung bewahren – so schonen Sie Ihren Rücken

Jeder kennt diesen stechenden Schmerz im Rücken, ob nach dem Aufstehen oder einem langen Bürotag. Laut einer aktuellen Umfrage der Angestellten-Krankenkasse leiden sogar fast zwei Drittel der deutschen Bevölkerung daran. Ursache für diesen Schmerz ist oft eine Fehlbelastung unserer Wirbelsäule, dem Gerüst unseres Körpers, welche im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Schädigung führen kann. Aber was kann man tun um die möglichen Schädigungen zu umgehen, wenn man zum Beispiel eine sitzende Tätigkeit nicht umgehen kann? Oft helfen schon kleine Verhaltensänderungen um unsere Wirbelsäule zu entlasten und die Schmerzen zu lindern.

Beim Schlafen

Beim Schlaf sollte man eigentlich entspannen, jedoch kann die falsche Matratze zu einem bösen Erwachen führen. Weiche Matratzen sind zwar meist bequemer, jedoch ist eine Matratze mit mittlerem Härtegrad wesentlich Rückenfreundlicher. Auch sollten Sie sich genügend Zeit bei der Wahl Ihres Lattenrostes und Kissen lassen und dabei genau auf Ihre Schlafgewohnheiten achten. Oft gibt es für die verschiedenen Positionen passende Kissen um die Wirbelsäule zu entlasten. Wichtig ist auch, dass Sie besonders beim Aufstehen und Hinlegen darauf achten keine reißenden oder verdrehten Bewegungen zu machen.

Im Büro

Bei einer sitzenden Tätigkeit ist es besonders wichtig auf die richtige Haltung zu achten. Wichtig ist, dass der Schreibtisch auf die richtige Höhe eingestellt ist. Hierbei sollten die Ellenbogen einen rechten Winkel bilden, wenn die Unterarme flach auf den Tisch gelegt werden. Darüber hinaus sind ergometrisch geformte Stühle zu empfehlen oder zumindest Schreibtischstühle mit einer beweglichen Lehne, dadurch passt sich der Stuhl der Bewegung an und entlastet und stützt die Wirbelsäule. Des Weiteren können kurze Bewegungspausen dabei helfen den Rücken zu entlasten.

Im Alltag

Putzen, Bügeln, Kochen, usw. – alles Tätigkeiten die Teil unseres Alltags sind. Jedoch sind viele unbewusst schädigend für unseren Rücken, wie zum Beispiel das Heben eines schweren Wäschekorbs oder Wassereimers. Achten Sie beim Heben auf die richtige Technik, aus den Knien nicht aus dem Rücken!! Darüber hinaus versuchen Sie in der Küche häufig benutzte Gegenstände weiter oben zu positionieren, um diese nicht immer aus der untersten Schublade herauskramen zu müssen. Ebenso wichtig sind die richtige Höhe der Arbeitsflächen und –geräte, sowie die Haltung beim Abwaschen oder Zähneputzen.

Heben & Tragen

Besonders beim Heben und Tragen von schwereren Gegenständen wird unsere Wirbelsäule stark beansprucht. Achten Sie beim Heben darauf, dass Sie mit geradem Rücken in die Hocke gehen und die Last aus den Knien hochdrücken und nicht aus dem Rücken. Darüber hinaus sollte das Gewicht möglichst nah am Körper sein. Auch kann eine einseitige Belastung den Rücken schaden. Versuchen Sie daher ungleichmäßige Belastung zu vermeiden und zum Beispiel lieber zwei kleinere Einkaufstüten zu benutzen als eine schwere. Auch bei leichten Gegenständen oder beim Zubinden von Schnürsenkeln sollten Sie auf Ihre Haltung achten. Versuchen Sie es mit einer leichten Schrittstellung anstatt den Rücken krumm zu machen.

Ernährung

Auch die richtige Ernährung spielt eine zentrale Rolle um unseren Rücken fit zu halten. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Kalzium um den Knochenbau zu unterstützen. Ebenso kann ein längeres Sonnenbad dabei helfen die Knochen zu schützen, denn durch Sonneneinstrahlung entsteht das wichtige Vitamin D. Darüber hinaus kann Fisch auf dem Speiseplan dabei helfen den Körper mit Kupfer und Zink zu versorge, welche wichtig für Muskeln und Bandscheiben sind.



Was ist Stress?

Stress ist eine Begleiterscheinung unserer modernen Gesellschaft. Stress spornt uns zu Höchstleistungen an, setzen wir unseren Körper aber dauerhaft Stresssituationen aus, kann er krank werden. Viele Menschen haben verlernt, dass unser Organismus Entspannungsmomente als Ausgleich dringend braucht – doch wie entspannen wir richtig? Der Stress-Experte Dr. med. Michael Holzapfel gibt Tipps für ein stressfreies Leben.

Gesundheitsreise.de: Welche Anzeichen und Symptome sprechen für eine zu grosse Stressbelastung?

Dr. med. Holzapfel: Die ersten Signale sind meist Schlafstörungen und/oder verschleierte Panikstörungen mit Symptomen wie plötzliche Luftnot, Herzrasen, Engegefühl. Auch Rückenschmerzen treten häufig als Folge von Stress und Überforderung auf. 60 Prozent aller Rückenbeschwerden sind psychosomatisch bedingt.

Nehmen Stress-Symptome heute zu?

Dr. med. Holzapfel: Zahlreiche Statistiken und ärztliche Beobachtungen sprechen eindeutig für eine rasante Zunahme. Verschleierte Panikstörungen – Fachausdruck: panic disorder – sind heute derhäufigste Grund für Krankmeldungen in Unternehmen. Rückenbeschwerden ohne erkennbare körperliche Ursachen haben in den letzten Jahren um 30 Prozent zugenommen.

Welche Gründe sehen Sie dafür?

Dr. med. Holzapfel: Die Entwicklung hat schon vor gut 50 Jahren begonnen, und sich mit Beginn des 21. Jahrhunderts drastisch beschleunigt. Dafür gibt es viele Ursachen. Eine sehr wichtige istunser neues Zeitverständnis und die damit einhergehende allgemeine Beschleunigung. Die moderne Gesellschaft vertritt den Glauben, Zeit müsse effizient genutzt werden, damit das Leben gelingt. Zeitliche Zwischenräume, in denen man nichts tut und nur vor sich hinträumt, gelten als verlorene Zeit. Sogar die Freizeit ist verplant und durchgestaltet. Mit der Folge, dass die Regenerationsphasen nicht mehr reichen. Das Nervensystem ist einem Dauerzustand von Überdehnung ausgesetzt.

Wie kann die Oberwaid-Kur hier entgegenwirken?

Dr. med. Holzapfel: Das Kurkonzept beruht auf den drei Säulen Bewegung, Ernährung, Motivation. Inhalte sind zum Beispiel Schlafregulierung, Entspannungs- und Stressmanagementtherapien zum Teil über Feedback und das Achtsamkeitstraining MBSR. Natürlich spielen auch Bewegungsprogramme eine grosse Rolle. Dabei achten wir auf die Chronobiologie: Die körperliche Aktivierung ist meist für den Vormittag geplant. Wichtiger Bestandteil der Kur ist das Ernährungskonzept der Smart Cuisine. Ein Ziel dieser besonderen Küche ist auch ein neuer, bewusster Umgang mit Essen.

Für wen ist die Kur mit der Zielsetzung „Stressfrei leben“ geeignet?

Dr. med. Holzapfel: Wir richten uns an Menschen, die unter grossem Leistungsdruck stehen und etwas gegen erste Stress-Symptome oder ihre Erschöpfung unternehmen möchten. Wir setzen auf Prävention und rechtzeitige Verhaltensänderung.

Dr. med. Michael Holzapfel ist Leiter des Fachbereichs mentale Gesundheit in der Oberwaid – Kurhaus & Medical Center. In der Oberwaid wurde ein ganzheitliches Kurkonzept entwickelt, das sich gezielt an den modernen Menschen mit seinen besonderen körperlichen und psychischen Belastungen richtet. Zu den medizinischen Angeboten gehören hochspezialisierte Präventions- und Therapie-Programme gegen das Entstehen von Stress und Stress-Folgekrankheiten wie Burnout, chronische Erschöpfung oder Rückenschmerz.



Thermalbad und Naturfango – eine wirksame Kombination

Die Therme in Bad Füssing ist für ihre Heilwirkung bei Gelenks- und Rückenerkrankungen bekannt. Naturfango aus dem Kaiserstuhl-Gebiet wird erfolgreich zur Behandlung von Rheuma genutzt. Die Kombination aus beiden Naturheilmitteln ergibt Thermalfango – der Renner bei Kurgästen und Gesundheitsurlaubern des bayerischen Kurorts Bad Füssing. Weiterlesen



Fünf Übungen für einen gesunden Rücken

Auch bei Rückenschmerzen gilt: aktive Gesundheitsvorsorge ist besser als eine Therapie, wenn die Beschwerden schon da sind. Gesundheitsreise.de zeigt ihnen fünf Übungen, mit denen Sie Ihren Rücken stärken können. So bleiben Sie fit und beweglich!

Wie vor jeder sportlichen Betätigung ist auch hier wichtig, sich vor Beginn der Übungen kurz aufzuwärmen und seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. Eine kurze Anleitung dazu können Sie hier finden.

 

  • 1. Die erste Übung dient der Dehnung und Mobilisierung der Schulter- und Nackenmuskulatur. Dafür setzen Sie sich aufrecht auf einen Stuhl, die Füße stehen etwa schulterweit auseinander. Für die Grundspannung stemmen Sie die Füße auf den Boden und spannen Ihre Bauch- und Gesäßmuskulatur an. Der Kopf sollte während der gesamten Übung in einer entspannten Haltung, also mit leichtem Blick nach oben, bleiben. Nun strecken Sie Ihre Wirbelsäule. Dafür „ziehen“ Sie ihren Kopf nach oben und drücken die Schultern nach unten. Anschließend heben Sie die Schultern an, halten die Spannung für einen Moment und senken sie wieder ab. Danach beginnen Sie mit Ihren Schultern vorwärts und rückwärts zu kreisen.

 

 

  • 2. Im nächsten Schritt wird die gesamte Rückenmuskulatur gekräftigt. Ausgangsposition ist die Bauchlage, mit einer gewissen Grundspannung. Ihre Arme liegen im 90 Grad Winkel auf Schulterhöhe und bilden ein „U“. Nun heben Sie gleichzeitig beide Arme an und schieben Ihre Schulterblätter in Richtung Wirbelsäule zusammen.

 

 

  • 3. Ziel der folgenden Rückenübung ist die Dehnung der Rumpfmuskulatur sowie die Mobilisierung der Wirbelsäule. Legen Sie sich dafür auf den Rücken und strecken Sie die Arme locker neben Ihrem Körper aus. Dann winkeln Sie das rechte Bein an und legen es so über das linke Bein, dass das Knie den Boden berührt. Nun ziehen Sie die rechte Schulter sanft in Richtung Boden und halten die Position für fünf bis zehn Sekunden bevor Sie die Seite wechseln.

 

 

  • 4. Für die folgende Übung können Sie gleich in der Rückenlage bleiben. Stellen Sie die Beine leicht angewinkelt an, die Füße sollten etwa schulterbreit auseinander stehen. Heben Sie langsam, Wirbel für Wirbel, Ihre Hüfte an, bis Ihr Rumpf eine gerade Linie bildet. Nun spannen Sie Bauch- und Gesäßmuskulatur an. Dadurch kräftigen Sie nicht nur Ihre Rumpfmuskulatur, sondern verbessern auch noch Ihre Körperspannung.

 

 

  • 5. Zuletzt begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, d.h. auf Hände und Knie abstützen und den Rücken gerade halten. Dafür am besten die Bauch- und Gesäßmuskulatur anspannen. Nun strecken Sie immer abwechselnd das linke Bein mit dem rechten Arm und das rechte Bein zusammen mit dem linken Arm nach hinten bzw. vorne aus. Halten Sie dabei den Kopf gerade und schauen Sie nach unten. Bein, Rücken, Kopf und Arm sollen jeweils eine waagerechte Linie bilden. Ziel dieser Rückenübung ist neben der Stärkung der Rücken- und Gesäßmuskulatur auch die Schulung des Gleichgewichtsinns.

 

Wiederholen Sie jede der Übungen zwei bis drei Mal und legen dazwischen kurze Pausen ein. Bei Spannungsübungen sollten Sie die jeweils etwa fünf bis zehn Sekunden halten. Am besten ist es, Sie nehmen Sich täglich etwa zehn Minuten Zeit für diese Übungen. Ihr Rücken wird es Ihnen danken und es ist effektiver als einmal die Woche eine Power-Trainingseinheit einzulegen.

Quelle: BollAnt's im Park

Was ist eine Felke-Kur?

Ein wichtiger Bestandteil von klassischen Kur- und Gesundheitsurlauben sind ganzheitliche Naturheilverfahren, die Beschwerden mit der Kraft der Natur heilen oder lindern. Auch die Felke-Kur bzw. Felke-Therapie zählt zu den Naturheilverfahren. Im Interview mit Gesundheitsreise.de erklärt Dr. Axel Bolland die Abläufe und Besonderheiten einer Felke-Kur.

Gesundheitsreise.de: Was versteht man unter einer Felke-Therapie?

Dr. Bolland: Der Namensgeber ist Pastor Felke gewesen, der von 1856 – 1926 lebte und von 1915 – 1926 seine Therapien im heutigen „Bollants im Park“ anleitete.

Sein Konzept umfasste Augendiagnostik, Homöopathie, Pflanzenheilkunde und die Felke-Kur. Eine Kur hatte damals das gleiche Ziel wie Wellness in der heutigen Zeit, nur unter Anleitung.

Die Felke-Kur stützt sich auf 7 Elemente:

  • Licht, Luft, Wasser und Erde (Naturelemente)
  • Bewegung
  • Ruhe (Rhythmustherapie)
  • Ernährung (Heilfasten, vegetarische sowie gluten- und milchfreie Ernährung)

Soweit gewünscht wird dieses Grundkonzept Felkes heute ärztlich unterstützt, u.a. durch Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Colon-Hydro-Therapie sowie durch psychologische Begleitung speziell mit der Transformationstherapie nach Robert Betz (geführte Meditationen) oder einer Stimmfrequenzanalyse.

Wie läuft eine Felke-Therapie ab? Wie viel Zeit sollte man dafür einplanen?

Der Tagesrhythmus beginnt mit dem morgendlichen Sitzreibebad, das soweit möglich im Freien unter Anleitung durchgeführt wird. Danach folgt direkt die Wassergymnastik unter Anleitung. Zwischen dem Bad und der Frühgymnastik auf der Wiese wird traditionell ein heißer Kräutertee gereicht.

Nach dem Frühstück ist Zeit für ein Lehmbad, das im Sommer im Freien gerichtet wird. In der Übergangszeit steht eine beheizte Halle zur Verfügung. Das erdkühle Lehmbad kann täglich sogar zweimal genutzt werden.  Im Winter und von kälteempfindlichen Personen, wird die Heilschlammganzkörpertherapie im Dampfbad (Rasulbad) bevorzugt, die als Anwendung natürlich zu jeder Jahreszeit alternativ zum Lehmbad gewählt werden kann. Heilerde-packungen werden kalt bis heiß für einzelne Gelenke und als Rückenpackung (heiß) vor Massagen angeboten.

Nach dem Mittagessen sollte dem natürlichen Rhythmus folgend eine Mittagsruhe eingehalten werden, zu der eine Heublumenpackung als Leberpackung zur Stoffwechselanregung empfohlen wird.

Seit Pastor Felkes Zeit wird unverändert neben vegetarischer Ernährung Heilfasten angeboten, das inhaltlich dem heutigen Wissen und den neuen therapeutischen Möglichkeiten angeglichen wurde. So wird heute obligatorisch zum Heilfasten eine Colon-Hydro-Therapie (Spülung des Darms mit warmem Wasser) angeboten. Das Fasten ist in der Grundlage dem von Buchinger beschriebenen Fasten sehr ähnlich. Zu den Säften werden immer Mineralien in Form von Getränken gereicht und wahlweise Vitamine und spezielle Spurenelemente aus mindestens 100 jährigem Holz angeboten.

Die Felke-Therapie ist überaus flexibel und individuell einsetzbar, so kann der eine nachmittags ruhen, andere können an Pilates, Yoga u. a. teilnehmen und wieder andere nehmen in den Nachmittagsstunden ihr Lehmbad. Nach dem Abendessen gibt es jahreszeitlich unterschiedliche Angebote, doch es ist ratsam frühe Nachtruhe einzuhalten. Die alten Rhythmen „früh zu Bett und früh aufstehen“ sind für den Menschen der heutigen Zeit immer noch richtig.

Für welche Indikationen eignet sich eine Felke-Kur?

Besonders häufig werden durch die Felke-Kur folgende Erkrankungen behandelt:

  • Allgemeine Erschöpfung
  • Burn Out-Syndrom
  • Erkrankungen der Gelenke (Arthrose und Arthritis)
  • Wirbelsäulenprobleme und muskuläre Verspannungen, Kopfschmerzen/Migräne
  • hohe Infektanfälligkeit
  • Allergien, Hauterkrankungen und Lebensmittelintoleranz (speziell Glutenintoleranz)
  • Stoffwechselerkrankungen der Leber sowie der Bauchspeicheldrüse
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Krebsnachsorge
  • Erkrankungen des lymphatischen Systems und der Venen

Bei welchen Erkrankungen ist sie nicht empfehlenswert?

Grundsätzlich sind nur schwere depressive Erkrankungen sowie Krankheiten, die operativer Behandlung bedürfen nicht durch die Felke-Therapie behandelbar. Für akute Erkrankungen wie Infarkte oder Schlaganfälle ist eine Felke-Kur ebenfalls nicht geeignet.

Welche Tipps haben Sie für unsere Kunden, um auch im Alltag gesund zu leben?

Rhythmisch leben, Pausen machen und möglichst viel Bewegung in den Tag integrieren. Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger und Abendessen wie ein Bettelmann.

Hippokrates sagte schon: „Das Heilmittel Nr. 1 ist die tägliche Nahrung“. Daran hat sich noch nichts geändert. Nehmen Sie sich Zeit für das Essen, besonders für das Frühstück.


Dr. med. Axel Bolland
ist Arzt für Naturheilverfahren und Allgemeinmedizin. Er leitet die medizinische Abteilung des BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa in Bad Sobernheim, dem einzigen Felke-Kurort Deutschlands.

 

 

 

 

Neben dem Wohlgefühl, das durch die Felke-Kur erreicht wird, kann der Kur eine besondere Wirkung zugeordnet werden. Mithilfe des Heilbades werden Mineralien vom Körper aufgenommen, was zur inneren Balance führt. Außerdem werden Giftstoffe im Körper gebündelt ausgeschieden, die im Befinden eines Ungleichgewichtes entsäuernd wirken. Folglich wird das Immunsystem gestärkt, der Blutdruck beruhigt sowie die Anfälligkeit nach Infekten und Allergien gesunken.
Mittels der wissenschaftlich nachgewiesenen, positiven Effekte der Therapie wird auch nach hundert Jahren erfolgreicher Anwendungen, die Entgiftungs- und Entsäuerungskur auch in Zukunft Menschen helfen, sich rundum wohler zu fühlen.

Wenn Sie die wohltuende Therapie erleben wollen, empfehlen wir zwei wunderschöne Hotelanlagen im Herzen von Rheinland-Pfalz, wo der dafür benötigte Lehm aus der Natur verwendet werden kann.
Das BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa ★★★★S verspricht nicht nur ein Naturheilkunde Resort für jedes Alter, sondern auch „ein Eldorado für Gesundheit und Genuss“. Nicht weit davon entfernt – in Meddersheim – befindet sich das Menschels Vitalresort ★★★★, ein Paradies für Entspannung, gesunder Ernährung und Naturmedizin, die Sie mit allen Sinnen erleben. Gesundheitsreise.de

Bildnachweis: BollAnt’s im Park

 



Was tun gegen Rückenschmerzen?

Laut Statistiken leidet jeder Dritte Deutsche an Rückenschmerzen. Grund genug bei einem Experten nachzufragen, wie man seinen Rücken im Alltag und auch im Urlaub gesund hält oder wieder gesund macht. Gesprächspartner war Dipl.-Sportwissenschaftler Sven Huckenbeck. Weiterlesen