Wer richtig tickt lebt gesünder

Jeder Mensch besitzt eine innere biologische Uhr, die bestimmt, wann wir müde werden, aufwachen, Hunger haben und wann wir besonders leistungsfähig sind. Bad Kissingen will dies nun im Bereich des (Gesundheits)Tourismus stärker berücksichtigen.Sind Sie eher ein Frühtyp oder ein Spättyp? Wenn Sie diese Frage für sich beantworten können, wissen Sie bereits, worum sich die Wissenschaft der Chronobiologie (gr. Chronos = Zeit) dreht – nämlich um die innere biologische Uhr. Vergleichbar der Körpergröße sind die Chronotypen in der Bevölkerung normal verteilt, mit den extremen Früh- und Spättypen an beiden Enden der Skala.

Licht ist der wichtigste Zeitgeber für die Synchronisation der inneren Uhr des Menschen mit der Umwelt. Im Laufe der Evolution hat sich die innere Uhr an den Wechsel von Tag und Nacht angepasst. Seit der Industrialisierung arbeiten und leben wir aber in einem künstlichen Rhythmus, an den wir uns allerdings nur scheinbar gewöhnt haben. Tatsächlich läuft unser moderner Lebensstil mit den heutigen Arbeitszeiten unserer Biologie zuwider. Eine Gewöhnung gibt es hierbei nämlich nicht. Burn out, psychosomatische Beschwerden und verminderte Leistungsfähigkeit können daraus resultieren. Wer morgens durch einen Wecker geweckt wird, teilt dieses „Leid“ mit 80 Prozent der Bevölkerung. Das bedeutet, dass der Großteil an den Arbeitstagen nicht zum Ende schlafen kann und gegen die innere Uhr leben und arbeiten muss.

Bad Kissingen nimmt sich nun mit dem Projekt „ChronoCity“ als erste Stadt der Welt dieser Problematik an, zusammen mit der Universität Groningen in den Niederlanden und der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München. Auch der Tourismus wird dabei einbezogen. Vom Late-Checkout und verlängerten Frühstückszeiten für späte Chronotypen über Chronotyp-basierte Wellnessangebote bis zu nach Osten orientierten „Frühaufsteherzimmern“ gibt es eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die gemeinsam mit den Wissenschaftlern zu einem Konzept entwickelt werden. Auch der Gesundheitstourismus soll hiervon profitieren, zum Beispiel mit Therapiezeiten und Rehabilitationsangeboten passend für die unterschiedlichen Chronotypen.

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