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Wer sportlich aktiv ist, hat weniger Angst

Wer regelmäßig läuft, schwimmt oder radelt, reagiert in Stress-Situationen gelassener – und ist weniger ängstlich fanden Forscher der Universität Princeton heraus. Denn körperliches Training macht nicht nur fit – es wirkt auch auf bestimmte Hirnregionen.In einem Experiment stellte das Team um Timothy Schönfeld und Elizabeth Gould einer Gruppe Mäusen in ihrem Käfig ein Laufrad zur Verfügung. Die bewegungsliebenden Tiere nutzen das Angebot gern und rannten bis zu vier Kilometer pro Nacht. Eine zweite Gruppe Mäuse erhielt keine Trainingsgeräte und bewegte sich entsprechend weniger.

Sechs Wochen später tunkten die Forscher die Mäuse in kaltes Wasser, um eine Stressreaktion herbeizuführen. Gleichzeitig untersuchten sie die Hirnreaktionen der Nager – und fanden gravierende Unterschiede zwischen fitten und untrainierten Mäusen. Bei Tieren, die sich nachts ausgepowert hatten, beobachteten die Forscher eine hohe Aktivität in bestimmten Neuronen, die die Erregung im ventralen Hippokampus herabregulierten – eine Hirnregion, die für Angstreaktionen verantwortlich ist.

Außerdem schütteten die Nervenzellen größere Mengen eines bestimmten Botenstoffs mit dem Kurzname GABA aus, der die neuronale Aktivität dämpft. Ausgelöst wurde dies durch besonders schnell anspringende Gene, sogenannte „immediate early Genes“, die nach dem kalten Bad nur in den Neuronen der trainierten Tiere angeschaltet wurden. Das Ergebnis: Das Gehirn reagierte wesentlich gelassener auf den Stress.

Das Ergebnis ist ein Beispiel dafür, wie das Gehirn seine internen Prozesse für die jeweilige Umwelt optimiert: Ein ängstlicheres Verhalten kann für physisch weniger fitte Kreaturen vorteilhaft sein. Wer schneller Angst bekommt, vermeidet potenziell gefährliche Situationen und erhöht so seine Überlebenschancen. Fittere Artgenossen, die erfolgreich kämpfen oder fliehen können, können es sich dagegen leisten, weniger ängstlich zu sein. Das ist vorteilhaft, wenn es darum geht, neue Nahrungsquellen aufzuspüren oder einen Partner zu finden.

Schon jetzt wird Sport in vielerlei Hinsicht therapeutisch eingesetzt – auch bei psychischen Erkrankungen. Während sich die Ursachen für einen positiven Langzeiteffekt auf die Seele erst nach und nach lüften, ist der kurzzeitige Stimmungskick, mit dem ein schweißtreibendes Training belohnt wird, schon länger bekannt: Die körperliche Anstrengung baut Stresshormone im Blut ab.

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