Zecken, so schützen Sie sich richtig!

Kaum steigen die Temperaturen wieder, sind auch die kleinen Blutsauger in Form der Zecken wieder da. Kein Grund zur Freude!
Klein, unscheinbar und doch alles andere als harmlos. In der Zeckensaison von März bis Oktober ist die Ansteckungsgefahr am größten. Sobald das Thermometer 7 Grad erreicht, können Zecken zur Gefahr für Wandererbeine werden. Die Borreliose hat in Deutschland stark zugenommen.

Ausbreitung von Zecken

In den letzten Jahren haben sich Zecken stark  und schnell ausgebreitet. Sie kommen in ganz Europa und auch in Nordamerika und Mittelasien vor. Natürliche Feinde haben sie kaum, was deren Verbreitung begünstigt. Es gibt über 800 verschiedene Zeckenarten.
Im Winter halten die Zecken normalerweise eine Ruhephase ein. Sie sind wegen des milden Wetters in den Wintermonaten nun auch zu dieser Zeit aktiv.
Hauptrisikogebiete sind Bayern und Baden-Würtemberg. Hinzu kommen einige Teile in Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. In jüngster Zeit gab es aber auch erstmals einzelne Fälle in Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern.

Ihr Lebensraum befindet sich auf dichten Farnen, im Unterholz, im Gestrüpp, in Büschen, Gräsern, auf Pflanzen und Sträuchern. Vor allem aber findet man sie im hohen Gras (Wälder und Wiesen).
Nicht zu unterschätzen sind auch städtische Parkanlagen und heimische Gärten, denn auch dort lauen die kleinen Vampire auf uns.

Schutz vor Zecken

Vom Aufenthalt in hohem Gras oder Wäldern ist abzuraten.
Wenn sie sich im Wald aufhalten: tragen Sie besser lange Kleidung (Haut bedeckt, lange Ärmel, lange Hosen), tragen sie Ihre Kleidung weitestgehend geschlossen, stecken sie ihre Hosenbeine in die Socken, damit die Zecken nirgendswo reinkrabbeln können. Ziehen sie eine Kapuze auf, so ist Ihr Kopf und Nackenbereich auch geschützt.
Hellere Kleidung ist von Vorteil, da man die winzigen Tierchen sofort darauf erkennen kann und sie entfernen kann, bevor es zum Stich kommt.
Verwenden Sie Zeckenschutzmittel, sie helfen einige Zeit, stellen aber keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken dar.

Suchen Sie  nach einem Aufenthalt im Wald oder in hohem Gras Ihren ganzen Körper nach Zecken ab. Die Plagegeister bevorzugen vor allem besonders dünne Hautstellen, wie hinter den Ohren, in den Kniekehlen, in den Achselhöhlen oder am Haaransatz. Es wird also empfohlen, vor allem diese Stellen sehr gründlich zu untersuchen.
Ebenso sind unsere vierbeinigen Freunde wie Hund und Katze zu untersuchen. Auch sie können die Zecken mit ins Haus bringen. Für alle in Risikogebieten Lebenden ist zu empfehlen, sich auf jeden Fall impfen zu lassen.

Zeckenstich

Viele irren mit den Gedanken, dass Zecken beißen! Die Wissenschaft hat bewiesen, dass sie nicht beißen, sondern stechen.
Zecken sind mit scharfkantigen Mundwerkzeugen ausgestattet und schneiden und ritzen die Haut ihres Opfers auf, um anschließend ihren „Stechrüssel“ im Gewebe zu versenken.  Zum einen verankern sie sich mit Widerhaken. Zum anderen produzieren Zecken 5-30 Minuten nach dem Stich eine Art Klebstoff, durch den sie sich mit der Haut fest verkleben.

Zeckenentfernung

Zeckenalarm, was nun?
Als aller erstes bewahren Sie Ruhe! Achtung: Auf keinen Fall sollten Öle auf die Einstichstelle geträufelt werden. Dies begünstigt die Übertragung von Erregern sogar, weil die Zecke durch den Stress ihren Mageninhalt in die Wunde entleert.
Für die Zeckenentfernung gibt es unterschiedliche Hilfsmittel, die eine unterschiedliche Handhabung aufweisen:

Pinzette
: die Zecke an ihren stabilen Mundwerkzeugen so hautnah wie möglich packen und dann kontrolliert und nicht ruckartig herausziehen.

Zeckenzange
: eine feine Zeckenzange kann wie eine Pinzette benutzt werden.
Mit einer groben Zange lässt sich die Zecke mitunter nur schwer oder gar nicht herausziehen. Dann empfiehlt es sich, die Zecke, ohne zu ziehen, mit der geschlossenen Zange immer wieder um ihre eigene Achse zu drehen, bis sie loslässt.

Zeckenkarte: die Zecke mit dem V-förmigen Ausschnitt greifen und langsam herausschieben oder -hebeln. Manche Zeckenkarten haben einen größeren und einen kleineren V-förmigen Ausschnitt für größere bzw. kleinere Zecken.
Stichstelle desinfizieren und ein Pflaster drauf tun.

Wer glaubt, nach einem Waldspaziergang seine mit Zecken bewohnten Sachen in die Wäsche geben zu können, und die Zecken damit töten zu können, der irrt gewaltig.
Zecken können sogar in der Waschmaschine überleben, ein Waschgang bei 40 Grad ist für sie kein bedrohliches Problem.
Erst bei einem Kochwaschgang oder im Trockner sterben die Tiere.
Ebenso die Idee, die Tiere einfach im Waschbecken herunter zu spülen und zu ertränken ist auch weniger effektiv, denn die Zecken könnten da wieder heraus krabbeln. Zecken können nämlich bis zu 30 Tage unter Wasser überleben, ohne jeglichen Schaden davon zu tragen.

Wirklich effektiv ist nur das Zerquetschen der Zecke. Allerdings nicht mit den bloßen Fingern, sondern mit Papier oder Ähnlichem. Wichtig ist nämlich, nicht mit den Körperflüssigkeiten des Tieres in Berührung zu kommen, da diese gefährliche Krankheitserreger enthalten können.

Nachsorge – Stichstelle begutachten

Mit einer Lupe lässt sich gut beobachten, ob die Zecke vollständig entfernt wurde. Wenn kleine Teile der Zecke in der Wunde zurückbleiben, ist das aber nicht so tragisch. Es handelt sich meist nur um die  Teile der Mundwerkzeuge der Zecke, die mit der Haut früher oder später problemlos abgestoßen werden.

Nicht immer muss man nach einem Zeckenbiss zum Arzt, man sollte jedoch regelmäßig die betroffene Stelle beobachten. Sollten in den nächsten zwei bis drei Wochen Veränderungen auftreten oder Symptome wie Abgeschlagenheit oder eine schwere Grippe hinzukommen, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

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Über Sarah Tondera

Ich bin Sarah Tondera und mache derzeit ein Praktikum im Online-Marketing bei Gesundheitsreise.de. Gesundheit ist unser höchstes Gut und sollte daher nie außer Acht gelassen werden. Sie ist größtenteils ausschlaggebend dafür, wie man sich fühlt und wie man den Tag erlebt. Meine Artikel sollen Ihnen dabei mit helfen bewusster mit Ihrer Gesundheit umzugehen.

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