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Urlaubstipps für Allergiker und Asthmatiker

Allergien und Atemwegserkrankungen wie Asthma erfordern nicht nur im Alltag eine Anpassung an die Gegebenheiten der Krankheit. Auch im Urlaub gilt es einiges zu beachten. Im Gespräch mit Gesundheitsreise.de erläutert Mag. Susanne Radke, worauf Betroffene bei der Planung ihres Urlaubs achten sollten, damit sie sich in den freien Tagen möglichst beschwerdefrei erholen können.

Gesundheitsreise.de: Ein Urlaub eignet sich hervorragend, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Welche Kriterien bei der Wahl des Urlaubs sollten Betroffene von Allergien und Atemwegserkrankungen beachten?

Radke: Man sollte genau hinterfragen, ob das Urlaubsziel auch tatsächlich liefert, was man haben möchte. Es gibt einige Hotels, die sich als allergiker-geeignet bezeichnen, aber ohne realen Hintergrund. Man sollte als Gast, dessen Urlaubsgenuss ja erheblich davon anhängt, ob er in einem Zimmer reizfrei schlafen kann und der sich beim Essen auf die genaue Einhaltung der persönlichen Vorgaben verlassen muss, schon prüfen, ob es am jeweiligen Aufenthaltsort wirklich Messungen und Schulungen gibt. Und ob diese von einer neutralen und seriösen Stelle durchgeführt werden! Dies ist nur sehr selten der Fall.

Welche Urlaubsgebiete eignen sich für Asthmatiker und Allergiker besonders gut?

Generell sind dies natürlich Ziele mit gesundem Klima, also mit möglichst wenig Luftverschmutzung, wenig Pollenbelastung, wenig Feinstaub. Dazu eigenen sich Küsten (natürlich nicht in einem Stadtbereich) oder die Berge, welche durch die Höhenlage an sich schon mache Belastung erheblich vermindern. Das Mikroklima am Krimmler Wasserfall in Österreich ist das einzige bislang weltweit durch Universitätsstudien erforschte Klima, das ganz speziell bei allergischem Asthma nachhaltige positive Wirkung zeigt.

Was können Betroffene selbst in ihrem Alltag tun, um möglichst beschwerdefrei zu leben?

Ganz wichtig ist die richtige Diagnose bei einem Facharzt („Habe ich wirklich allergisches Asthma, wogegen bin ich tatsächlich allergisch?“) und sich dann gezielt z. B. über das Internet oder bei den jeweiligen Patientenorganisationen wie dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) oder der Österreichischen Lungenunion über die Krankheit zu informieren. Patientenvertreter sind oft besser informiert als Hausärzte. Ganz wichtig ist es, seine eigenen Räumlichkeiten entsprechend auszustatten (viel Holz, glatte Flächen, keine Teppiche, keine Vorhänge, rauchfreie Zimmer, allergikerfreundliche Bettwäsche, Waschmittel, etc.). Schon kleine Veränderungen können viel bewirken.

Und die Wahl eines richtigen Urlaubsortes hilft natürlich ebenfalls, denn im Urlaub sollte man möglichst beschwerdefrei ausspannen und sich dabei auch die Zeit für gesundheitsbewusste Erholung nehmen – mit Bewegung in der freien Natur, Ruhe und dem Genuss, sich durch kompetentes Service-Personal verwöhnen zu lassen.

Mag. Susanne Radke ist Projektmanagerin der Region Hohe Tauern Health in Österreich. Hohe Tauern Health bietet Urlaubsangebote, die auf die besonderen Bedürfnisse von Asthmatikern und Allergikern abgestimmt sind. Die Leistung beinhaltet u.a. die Übernachtung in allergikergerechten Zimmern, einen Allergie- Workshop sowie einen Kochkurs mit einer Diätologin.

Wertvolle Tipps und Informationen zum Thema „Hausstauballergie“ finden Sie hier.

Quelle: BollAnt's im Park

Was ist eine Felke-Kur?

Ein wichtiger Bestandteil von klassischen Kur- und Gesundheitsurlauben sind ganzheitliche Naturheilverfahren, die Beschwerden mit der Kraft der Natur heilen oder lindern. Auch die Felke-Kur bzw. Felke-Therapie zählt zu den Naturheilverfahren. Im Interview mit Gesundheitsreise.de erklärt Dr. Axel Bolland die Abläufe und Besonderheiten einer Felke-Kur.

Gesundheitsreise.de: Was versteht man unter einer Felke-Therapie?

Dr. Bolland: Der Namensgeber ist Pastor Felke gewesen, der von 1856 – 1926 lebte und von 1915 – 1926 seine Therapien im heutigen „Bollants im Park“ anleitete.

Sein Konzept umfasste Augendiagnostik, Homöopathie, Pflanzenheilkunde und die Felke-Kur. Eine Kur hatte damals das gleiche Ziel wie Wellness in der heutigen Zeit, nur unter Anleitung.

Die Felke-Kur stützt sich auf 7 Elemente:

  • Licht, Luft, Wasser und Erde (Naturelemente)
  • Bewegung
  • Ruhe (Rhythmustherapie)
  • Ernährung (Heilfasten, vegetarische sowie gluten- und milchfreie Ernährung)

Soweit gewünscht wird dieses Grundkonzept Felkes heute ärztlich unterstützt, u.a. durch Akupunktur, Homöopathie, Phytotherapie, Colon-Hydro-Therapie sowie durch psychologische Begleitung speziell mit der Transformationstherapie nach Robert Betz (geführte Meditationen) oder einer Stimmfrequenzanalyse.

Wie läuft eine Felke-Therapie ab? Wie viel Zeit sollte man dafür einplanen?

Der Tagesrhythmus beginnt mit dem morgendlichen Sitzreibebad, das soweit möglich im Freien unter Anleitung durchgeführt wird. Danach folgt direkt die Wassergymnastik unter Anleitung. Zwischen dem Bad und der Frühgymnastik auf der Wiese wird traditionell ein heißer Kräutertee gereicht.

Nach dem Frühstück ist Zeit für ein Lehmbad, das im Sommer im Freien gerichtet wird. In der Übergangszeit steht eine beheizte Halle zur Verfügung. Das erdkühle Lehmbad kann täglich sogar zweimal genutzt werden.  Im Winter und von kälteempfindlichen Personen, wird die Heilschlammganzkörpertherapie im Dampfbad (Rasulbad) bevorzugt, die als Anwendung natürlich zu jeder Jahreszeit alternativ zum Lehmbad gewählt werden kann. Heilerde-packungen werden kalt bis heiß für einzelne Gelenke und als Rückenpackung (heiß) vor Massagen angeboten.

Nach dem Mittagessen sollte dem natürlichen Rhythmus folgend eine Mittagsruhe eingehalten werden, zu der eine Heublumenpackung als Leberpackung zur Stoffwechselanregung empfohlen wird.

Seit Pastor Felkes Zeit wird unverändert neben vegetarischer Ernährung Heilfasten angeboten, das inhaltlich dem heutigen Wissen und den neuen therapeutischen Möglichkeiten angeglichen wurde. So wird heute obligatorisch zum Heilfasten eine Colon-Hydro-Therapie (Spülung des Darms mit warmem Wasser) angeboten. Das Fasten ist in der Grundlage dem von Buchinger beschriebenen Fasten sehr ähnlich. Zu den Säften werden immer Mineralien in Form von Getränken gereicht und wahlweise Vitamine und spezielle Spurenelemente aus mindestens 100 jährigem Holz angeboten.

Die Felke-Therapie ist überaus flexibel und individuell einsetzbar, so kann der eine nachmittags ruhen, andere können an Pilates, Yoga u. a. teilnehmen und wieder andere nehmen in den Nachmittagsstunden ihr Lehmbad. Nach dem Abendessen gibt es jahreszeitlich unterschiedliche Angebote, doch es ist ratsam frühe Nachtruhe einzuhalten. Die alten Rhythmen „früh zu Bett und früh aufstehen“ sind für den Menschen der heutigen Zeit immer noch richtig.

Für welche Indikationen eignet sich eine Felke-Kur?

Besonders häufig werden durch die Felke-Kur folgende Erkrankungen behandelt:

  • Allgemeine Erschöpfung
  • Burn Out-Syndrom
  • Erkrankungen der Gelenke (Arthrose und Arthritis)
  • Wirbelsäulenprobleme und muskuläre Verspannungen, Kopfschmerzen/Migräne
  • hohe Infektanfälligkeit
  • Allergien, Hauterkrankungen und Lebensmittelintoleranz (speziell Glutenintoleranz)
  • Stoffwechselerkrankungen der Leber sowie der Bauchspeicheldrüse
  • Magen-Darmerkrankungen
  • Krebsnachsorge
  • Erkrankungen des lymphatischen Systems und der Venen

Bei welchen Erkrankungen ist sie nicht empfehlenswert?

Grundsätzlich sind nur schwere depressive Erkrankungen sowie Krankheiten, die operativer Behandlung bedürfen nicht durch die Felke-Therapie behandelbar. Für akute Erkrankungen wie Infarkte oder Schlaganfälle ist eine Felke-Kur ebenfalls nicht geeignet.

Welche Tipps haben Sie für unsere Kunden, um auch im Alltag gesund zu leben?

Rhythmisch leben, Pausen machen und möglichst viel Bewegung in den Tag integrieren. Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein Bürger und Abendessen wie ein Bettelmann.

Hippokrates sagte schon: „Das Heilmittel Nr. 1 ist die tägliche Nahrung“. Daran hat sich noch nichts geändert. Nehmen Sie sich Zeit für das Essen, besonders für das Frühstück.


Dr. med. Axel Bolland
ist Arzt für Naturheilverfahren und Allgemeinmedizin. Er leitet die medizinische Abteilung des BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa in Bad Sobernheim, dem einzigen Felke-Kurort Deutschlands.

 

 

 

 

Neben dem Wohlgefühl, das durch die Felke-Kur erreicht wird, kann der Kur eine besondere Wirkung zugeordnet werden. Mithilfe des Heilbades werden Mineralien vom Körper aufgenommen, was zur inneren Balance führt. Außerdem werden Giftstoffe im Körper gebündelt ausgeschieden, die im Befinden eines Ungleichgewichtes entsäuernd wirken. Folglich wird das Immunsystem gestärkt, der Blutdruck beruhigt sowie die Anfälligkeit nach Infekten und Allergien gesunken.
Mittels der wissenschaftlich nachgewiesenen, positiven Effekte der Therapie wird auch nach hundert Jahren erfolgreicher Anwendungen, die Entgiftungs- und Entsäuerungskur auch in Zukunft Menschen helfen, sich rundum wohler zu fühlen.

Wenn Sie die wohltuende Therapie erleben wollen, empfehlen wir zwei wunderschöne Hotelanlagen im Herzen von Rheinland-Pfalz, wo der dafür benötigte Lehm aus der Natur verwendet werden kann.
Das BollAnt’s im Park Romantik Hotel & Vital Spa ★★★★S verspricht nicht nur ein Naturheilkunde Resort für jedes Alter, sondern auch „ein Eldorado für Gesundheit und Genuss“. Nicht weit davon entfernt – in Meddersheim – befindet sich das Menschels Vitalresort ★★★★, ein Paradies für Entspannung, gesunder Ernährung und Naturmedizin, die Sie mit allen Sinnen erleben. Gesundheitsreise.de

Bildnachweis: BollAnt’s im Park

 



Reizklima erleben – die Nordsee

Spanien, Italien und die Türkei sind die Länder vieler Deutschen, wenn es um tolle Sandstrände und Erholung geht. Dagegen ist natürlich auch nichts einzuwenden, denn Angebote gibt es dort für jeden Erholungsanspruch. Aber eine Sache haben sie nicht: ein echtes Reizklima und damit eine natürliche gesundheitsförderliche Wirkung.

Atemwege und Immunsystem

Diesen Effekt durfte ich selbst schon öfter am eigenen Leib oder besser an den eigenen Atemwegen erfahren.Schnell geht es meist nicht, zehn Tage sind das Minimum, bevor sich ein positiver Effekt einstellt. Dann aber lösen sich nach und nach auch hartnäckige Verschleimungen. Vor allem die Stirn- und Nebenhöhlen profitieren von der salzhaltigen Luft. Genauer gesagt handelt es sich um das so genannte Brandungsaerosol (auch maritimes Aerosol), das aus sehr kleinen Meerwassertröpfchen besteht. Durch den hohen Gehalt an Salz, Magnesium und Jod wird das Immunsystem angeregt. Dementsprechend ist es natürlich notwendig, nicht nur im Hotel oder Café zu sitzen, sondern jeden Tag einen längeren Strandspaziergang einzulegen.

Wo nützt Reizklima, wo schadet es?

Die Immunreaktionen an der Nordsee wirken sich vor allem auf Atmung und Haut positiv aus. Hauterkrankungen wie Neurodermitis und Schuppenflechte sind hier speziell zu nennen. Aus eigener Erfahrung habe ich das bei meinem Sohn erlebt, der an der Nordsee regelmäßig seine kleineren Neurodermitis-Probleme los wird. Damit allerdings das Brandungsaerosol hier einwirken kann, ist die Bedingung, dass die entsprechenden Hautpartien auch vom Aerosol benetzt werden. Dies hängt natürlich auch an den Temparaturen. Kinder können natürlich auch mal ganz nackt über den Strand wetzen, wenn es denn warm genug ist.

Auch in der allergiereichen Frühjahrszeit ist die Nordsee eine Wohltat – wenn denn der Wind vom Meer kommt. Hier ist nur das Hochgebirge über 1500 Meter noch besser geeignet.

Allerdings ist die Nordsee auch ein sehr starkes Reizklima. Dazu tragen der starke Wind und die UV-Strahlung bei. Nicht optimal geeignet ist die Nordsee dementsprechend bei Bluthochdruck. Die kreislaufanregende Umgebung ist eher bei Kreislaufschwäche sinnvoll. Bei Bluthochdruck ist das schwächere Reizklima der Ostsee laut Meinung der meisten Experten besser geeignet. Auch nach schweren Krankheiten kann die Nordsee zu heftige Reaktionen erzeugen.

Reizklima hoch 2 – der Winter an der Nordsee

Für den ersten Norseeurlaub ist ein Besuch im Winter nicht unbedingt zu empfehlen, denn in dieser Jahreszeit wird das normale Reizklima noch einmal deutlich verstärkt. Und auch bei Hauterkrankungen ist es natürlich nicht möglich, sich entsprechend zu entblösen. Dazu kommt, dass in dieser Jahreszeit die touristische Aktivität deutlich nachlässt und gerade die Inseln sehr einsam werden. Für Asthmatiker ist die Wirkung allerdings in dieser Jahreszeit am Stärksten. Zwar ist vor allem bei Spaziergängen auf das Kälteasthma zu achten, diesem kann allerdings unter Umständen durch Kälteeinwirkung begegnet werden. Interessant ist hierzu der Artikel von Prof. Menger zur Klimatherapie an Nord- und Ostsee.

Dieser Artikel ist Auftakt einer kleinen Serie zur deutschen Nordsee, einer faszinierenden Urlaubsregion mit gesundheitsförderlicher Wirkung.

Tipps zur Urlaubsplanung für Asthmatiker und Allergiker finden Sie hier:
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